Wasseraufbereitung: Fremen-artiger Anzug für künftige Raumfahrer

Wasser ist auf dem trockenen Wüstenplaneten Dune das höchste Gut. Die Bewohner, die Fremen, tun alles, um es zu erhalten. Dazu gehört, einen Anzug zu tragen, der alle Flüssigkeit recycelt. Das will ein Team der Cornell University nachahmen.
Inspiriert von dem Stillsuit entwickelte das Team um die Weltraummedizinerin Sofia Etlin einen Raumanzug für Aktivitäten im All oder auf einem fremden Himmelskörper, der Urin auffangen und in Trinkwasser verwandeln soll, wie das US-Wissenschaftsmagazin Sciencenews berichtet(öffnet im neuen Fenster) .
In die Unterwäsche, die unter dem Raumanzug getragen wird, integrierte das Team einen Auffangbehälter, der im Intimbereich angebracht ist und in den die Person uriniert. Das klappt bei den Stillsuits allerdings nur in der Fiktion, nicht aber bei den Kostümen in den Filmen .
Ein halber Liter Wasser in fünf Minuten
Beim Aufbereiten wird zunächst das Salzwasser aus dem Urin extrahiert. Über ein Pumpsystem wird dann das Salz entfernt. Das gefilterte Wasser wird anschließend noch mit Mineralstoffen angereichert und in den Trinkbehälter des Anzugs geleitet. Einen haben Liter Wasser aufzubereiten, soll etwa fünf Minuten dauern.

Während das Vorbild aus der Science-Fiction-Reihe per Energy Harvesting betrieben wird, nämlich durch Körperbewegungen, soll das Cornell-System von einer externen Energiequelle versorgt werden, einer 20,5-Volt-Batterie. Das System soll rund 8 Kilogramm wiegen.
Aktuelle Raumanzüge sind mit einem extrem saugfähigen Kleidungsstück ausgestattet, letztlich einer Art Windel mit einem absorbierenden Polymer. Dahinein entleert sich die Person. Diese Lösung ist nicht sehr komfortabel und kann zudem Infektionen etwa der Harnwege verursachen.
"Ich bin ein Fan der Dune-Serie, so lange ich denken kann" , sagte Etlin Sciencenews. "Es war immer ein Traum von mir, einen echten Stillsuit zu bauen." Die Stillsuits der Fremen fangen nicht nur Urin auf, sondern auch Schweiß. Das wäre leichter umzusetzen gewesen als Urin, sagte Etlin. Aber das Team habe sich beim ersten Prototyp auf eine Körperflüssigkeit konzentrieren wollen. "Ein Schritt nach dem anderen."
Das Team stellt seine Entwicklung in der Fachzeitschrift Frontiers in Space Technologies(öffnet im neuen Fenster) vor. Es hoffe, den Anzug zunächst in simulierten Mond- und Marsmissionen auf der Erde und schließlich bei echten Weltraumspaziergängen testen zu können.