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Warnung: Missbrauchsvorwürfe gegen Video-App Musical.ly

Die Video-App Musical.ly ist bei Kindern und Jugendlichen sehr beliebt. Schaut man aber genau hin, finden sich auch freizügigere Clips, nicht selten von sehr jungen Nutzerinnen. Experten warnen vor Missbrauch, das Unternehmen spricht von einem "komplexen Problem".

Artikel veröffentlicht am , / dpa
Die Video-App Musical.ly ist bei Jugendlichen gefragt.
Die Video-App Musical.ly ist bei Jugendlichen gefragt. (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)

Nach einem Bericht über die Missbrauchsmöglichkeiten bei der Video-App Musical.ly will das Betreiberunternehmen der Plattform seine Schutzmaßnahmen weiter ausbauen. Mit Musical.ly können Nutzer kurze Playback-Clips drehen und mit anderen teilen. Besonders beliebt ist die App bei Teenagern, was für den Betreiber nun zum Problem wird.

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Am 21. April 2018 hat das von der Bundesregierung unterstützte Verbraucherschutzportal mobilsicher.de vor Missbrauch und sexueller Nötigung auf der App gewarnt, die mittlerweile 200 Millionen Nutzer hat. Nicht alle Videos sind so harmlos, wie es auf den ersten Blick scheint: Schaue man genauer hin, finde sich unter den Milliarden Clips auch vereinzelt freizügigere Aufnahmen, nicht selten von jungen Nutzerinnen.

Vorwürfe bezüglich freizügiger Videos junger Nutzer

"Ein Weg zu großer Aufmerksamkeit und Anerkennung, da funktioniert Musical.ly nicht anders als das professionelle Showgeschäft, ist das Zeigen von sehr viel Haut. Bei Musical.ly handelt es sich erschreckend oft um die Haut sehr junger Mädchen", berichtet mobilsicher.de. Die Verbraucherschützer warnen vor Missbrauch und sexueller Nötigung.

Und in der Tat: Sucht man mit einschlägigen Hashtags wie etwa #bellydancing, #bottom oder #bikini, fanden sich bis Montagnachmittag Zehntausende Videos auf der Plattform. Zu sehen gab es Mädchen in knappen Hotpants auf ihrem Bett oder bauchfrei bei aufreizenden Tanzbewegungen. In den Kommentarleisten posten Nutzer wie "daddys_girlz29" oder "loveyourbelly13" Komplimente wie "Du bist so heiß!". Oder sie fordern die Mädchen auf, ihnen das Video gleich per Direktnachricht zuzuschicken, damit sie es auf ihrer Seite bewerben können.

"Einige Nutzer erstellen Sammlungen, die sich nur auf aufreizende Selbstdarstellungen von Kindern konzentrieren", erklärt Inga Pöting von mobilsicher.de. Andere versuchten, direkt mit den jungen Mädchen Kontakt aufzunehmen - etwa indem sie eine Telefonnummer schicken oder sie auffordern, per Messenger weiterzukommunizieren. Einige Mädchen seien nicht älter als sieben oder acht Jahre.

Musical-ly spricht von einem "komplexen Problem"

Am 23. April 2018 hatte die Deutsche Presse-Agentur Musical.ly um eine Stellungnahme gebeten. Wenige Stunden später war ein Teil der zitierten Hashtags nicht mehr abrufbar. Am Dienstag sprach das Unternehmen von einem "komplexen Problem", das es als Branche zu lösen gelte. "Musical.ly verfügt über eine Vielzahl an Schutzmaßnahmen und gewährleistet eine Moderation rund um die Uhr, um die Möglichkeiten einer missbräuchlichen Nutzung der App zu reduzieren", heißt es von Seiten der Betreiber.

Leider seien diese Schutzmaßnahmen nicht immer tadellos. Solche Missbrauchsbeispiele spiegelten aber nicht die typischen Inhalte oder Nutzungsmuster der App wider. Das Unternehmen verspricht zudem, seine Schutzmaßnahmen weiter auszubauen. Tatsache ist dennoch, dass die Anmeldung kinderleicht ist und es keinerlei Kontrollen gibt. Zwar dürften unter 13-jährige laut Nutzungsbedingungen nicht dabei sein, doch wird weder das angegebene Geburtsdatum noch die E-Mail-Adresse überprüft. Und: Jeder neu angelegte Account ist standardmäßig auf öffentlich eingestellt.

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jacki 26. Apr 2018

Hm mein, nur nicht die Illusion haben das einfach geregelt werden könnte. Ist bisschen...

Niaxa 25. Apr 2018

Kinder und Jugendschutz ist nicht nur Aufgabe der Eltern. Diese können ihre Kinder nicht...

redmord 24. Apr 2018

Es klappt immer wieder und manche schnallen es anscheinend schon früher als uns lieb sein...


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