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Warnung der Deutschen Bank: Softwaresektor bedroht den Kreditmarkt

Die Deutsche Bank warnt vor einer gefährlichen Schuldenlast: Software- und Tech-Firmen schulden 1,3 Billionen US-Dollar.
/ Andreas Donath
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Die Deutsche Bank warnt vor dem Ausfallrisiko von Softwarefirmen. (Bild: Pexels)
Die Deutsche Bank warnt vor dem Ausfallrisiko von Softwarefirmen. Bild: Pexels

Die Deutsche Bank schlägt Alarm: Der Software- und Technologiesektor ist zu einem Risiko für den Kreditmarkt geworden. Analysten warnten in einer aktuellen Studie vor den Folgen der enormen Schuldenlast in diesen Branchen, berichtete Bloomberg(öffnet im neuen Fenster) .

Softwareunternehmen haben demnach Schulden von etwa 597 Milliarden US-Dollar, Tech-Firmen von 681 Milliarden US-Dollar. Zusammen sind das rund 30 Prozent aller risikoreichen Unternehmenskredite in den USA – ein großer Anteil für nur zwei Branchen.

Das Problem: Wenn viele dieser Firmen ihre Kredite nicht mehr zurückzahlen könnten, geriete der gesamte Markt unter Druck. Die Deutsche Bank vergleicht die Situation mit der Krise im Energiesektor 2016(öffnet im neuen Fenster) , als fallende Ölpreise zahlreiche Unternehmen in die Pleite trieben und die Finanzmärkte erschütterten.

Besonders Softwarefirmen, die ihre Dienste im Abomodell verkaufen, stehen unter Druck. Künstliche Intelligenz macht viele ihrer Produkte überflüssig oder billiger. Zugleich stiegen die Zinsen seit 2022 stark – das macht Kredite teurer und belastet die Kassen der Unternehmen zusätzlich.

Unternehmen können Zinsen nicht mehr zahlen

Ein Warnsignal: Immer mehr Softwarefirmen nutzen sogenannte PIK-Kredite (Payment in kind)(öffnet im neuen Fenster) . Das bedeutet, sie können die Zinsen nicht mehr aus eigenen Mitteln zahlen, sondern nehmen dazu neue Schulden auf. Bei Softwareunternehmen liegt dieser Anteil mittlerweile bei 11,3 Prozent – deutlich über dem Durchschnitt von 8,7 Prozent.

Anders als 2016 wird die Krise diesmal wahrscheinlich zuerst bei privaten Kreditgebern und kleineren Finanzinstituten sichtbar werden. Erst später würden auch die großen Anleihemärkte betroffen sein, erklärten die Analysten.

Die Kernaussage der Deutschen Bank: Die Geschäftsmodelle vieler Softwarefirmen funktionieren unter den heutigen, veränderten Bedingungen nicht mehr. Als diese Unternehmen ihre Kredite aufnahmen, waren die Zinsen niedrig und KI noch kein Thema.

Wenn sich Risiken auf wenige Branchen konzentrieren, kann das den gesamten Finanzmarkt destabilisieren. Ob Software- und Tech-Firmen ihre Schulden weiter bedienen können, wird zu einer entscheidenden Frage für die Stabilität des Marktes.


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