Warnung an Nvidia: Handelsbeschränkungen dürfen nicht umgangen werden

US-Handelsministerin Gina Raimondo platzierte beim Reagan National Defense Forum am Samstag eine klare Botschaft(öffnet im neuen Fenster) an die US-Chipindustrie: KI-Chips auf dem aktuellen Stand der Technik dürfen nicht nach China geliefert werden und die chinesische Industrie darf nicht befähigt werden, diese selbst herzustellen.
Dabei richtete sie sich auch direkt an einige im Publikum befindliche Chefs von Chipherstellern. "Ich weiß, dass hier einige CEOs von Herstellern im Publikum sind, die ein bisschen sauer auf mich waren, weil sie Umsatz verloren haben. Aber so ist das Leben, die nationale Sicherheit ist wichtiger als kurzfristiger Umsatz."
Besonders wurde auf Nvidia eingegangen, die in letzter Zeit durch Spezialversionen ihrer Nvidia H800 und A800 - je nach Sichtweise - die Beschränkungen entweder umgangen oder sie buchstabengetreu eingehalten haben. Raimondo sagte sinngemäß: "Wenn ihr einen Chip um eine Regel herum entwickelt, und er danach KI-fähig ist, verbiete ich ihn am nächsten Tag."
Eine so direkte Ansage gab es öffentlich noch nicht
In dieser Deutlichkeit haben sich die US-Behörden bislang nicht öffentlich gegenüber der Industrie geäußert. Die Bemühungen Chinas, bei der technologischen Entwicklung nicht abgehängt zu werden, sehen die Behörden als eine der größten Bedrohungen, die es für die USA gibt. Gespräche mit China könnten zur Stabilisierung der Situation beitragen, aber: "Wenn es um die nationale Sicherheit geht, haben wir im Angesicht der Bedrohung beide Augen offen" , sagte Raimondo.
Damit sollte auch die in Gerüchten aufgetauchte Nvidia Geforce RTX 4090D(öffnet im neuen Fenster) erst einmal nicht realisierbar sein. Ein teildeaktivierter AD-102-250-Chip dürfte insbesondere bei einem vollen 384-Bit-Speicherinterface weiterhin leistungsfähig genug für viele KI-Anwendungen sein. Sollten das US-Handelsministerium ebenfalls dieser Meinung sein, könnte ein Verkauf nach China direkt untersagt werden.



