Warnung an Anleger: ASML sieht Wachstumsziele gefährdet

Der weltweit größte Hersteller von Anlagen zur Produktion von Computerchips, ASML, warnte am 16. Juli 2025 davor, dass die Wachstumsziele für das Jahr 2026 möglicherweise nicht erreicht werden. Wie Reuters berichtet(öffnet im neuen Fenster) , führt das Unternehmen dies auf Unklarheiten darüber zurück, wie sich die Zölle der USA auswirken werden.
Weiter heißt es, dass viele Chiphersteller, die den Bau von Fabriken in den USA planen, wegen dieser Unsicherheiten ihre Investitionsentscheidungen verschieben. Die Aktien von ASML fielen nach der Warnung um bis zu 7,8 Prozent. Auch die Aktien der Konkurrenten ASM, BESI und Soitec gaben daraufhin nach.
Würden die USA Zölle in Höhe von 30 Prozent auf europäische Waren verhängen, könnte das den Preis einer einzelnen Maschine des niederländischen Herstellers von 250 Millionen Euro auf 325 Millionen Euro erhöhen, schreibt Reuters.
Zölle könnten sich summieren
Über einen einzelnen Betrag hinaus, könnten sich die Kosten für die Zölle bei ASML summieren, da Maschinenteile teils mehrfach von den Niederlanden in die USA verschickt werden. Von ASML-Finanzvorstand Roger Dassen heißt es dazu, man arbeite mit der Lieferkette von ASML zusammen, um die Auswirkungen der Zölle abzumildern.
Christophe Fouquet, CEO von ASML, sagte, man bereite sich zwar weiterhin auf ein Wachstum vor, könne dies aber zum jetzigen Zeitpunkt nicht bestätigen. Treten die Befürchtungen wirklich ein, wäre 2026 das erste Jahr seit 2012, in dem ASML kein Wachstum verzeichnen könnte.
Han Dieperink, Chief Investment Officer des ASML-Investors Aureus, zeigte sich zuversichtlicher. Da das kommende Quartal auf eine gute Nachfrage hindeute, sei er auch nicht besorgt wegen des kommenden Jahres.
Zweites Quartal 2025 übertrifft Erwartungen
Im zweiten Quartal 2025 konnte ASML Nettobuchungen im Wert von 5,5 Milliarden US-Dollar verzeichnen. Die EUV-Lithografiesysteme des Unternehmens haben daran einen Anteil von 42 Prozent.
Das zweite Quartal übertreffe damit alle Erwartungen. Dies sei auf die Nachfrage von Chipherstellern im Bereich der künstlichen Intelligenz zurückzuführen, heißt es weiter.
Ebenfalls hoch sei die Nachfrage aus China geblieben. In den letzten drei Quartalen entfielen 27 Prozent der Maschinenverkäufe an das Land, welches wegen der Exportbeschränkungen durch die USA nur weniger fortschrittliche Maschinen kaufen kann.



