Warntag: BBK prüft Einführung des Cell Broadcast neben Warn-Apps
Im Nachgang des komplett verpatzten bundesweiten Warntags im vergangenen September prüft das zuständige Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) die Einführung und Nutzung des sogenannten Cell Broadcasts(öffnet im neuen Fenster) zusätzlich zu den bisher genutzten Apps wie Nina oder Katwarn. Das schreibt die Behörde auf Twitter(öffnet im neuen Fenster) als Antwort auf eine Frage zur Einführung der Technik. Beim Cell Broadcast werden entsprechende Warnungen als Nachrichten an alle Geräte in einer Mobilfunkzelle gesendet.
Der erste bundesdeutsche Warntag nach der Wiedervereinigung war in vielen Gegenden Deutschlands eine eher ruhige Angelegenheit. Als Grund dafür werden aber nicht die fehlenden Sirenen in vielen Landesteilen angegeben, sondern dass das als Alternative dazu gedachte Warnsystem auf Basis von Mitteilungen per App nur sehr schlecht funktioniert hat.
So kam eine Vielzahl der Warnungen gar nicht oder nur extrem verzögert an. Der Chef des BBK, Christoph Unger, musste deshalb seinen Posten räumen .
In anderen Ländern wie den Niederlanden oder den USA setzen die Behörden statt auf Apps auf den Cell Broadcast. Dazu schreibt das BBK: "Wir prüfen momentan mit allen beteiligten Stellen, ob die Einführung von Cell Broadcast als an Mowas angeschlossenes System sinnvoll ist und wie sie durchgeführt werden könnte" . Mowas steht für "Modulares Warnsystem" und beschreibt die Warninfrastruktur des Bundes. In Deutschland wird die Cell-Broadcast-Technik bisher aber nicht verwendet.
Als Reaktion auf den verpatzten Warntag sprachen sich zahlreiche Experten in einem Gastbeitrag der AG Kritis(öffnet im neuen Fenster) klar für die Nutzung des Cell Broadcasts aus. Dort heißt es: "Es funktioniert technisch in vielen anderen Ländern der Welt einwandfrei, die EU hat entsprechende Weichen mit einer Verordnung gestellt. Gerade dann, wenn die Mobilfunknetze völlig überlastet sind und Daten an Apps wie Nina nicht mehr durchkommen, funktionieren Cell Broadcasts aufgrund der sehr geringen Datenlast noch am wahrscheinlichsten."
Als wichtigstes Argument wird angeführt, dass die Warn-Apps eigens heruntergeladen werde müssen und das Netz überlasten könnten. Da der Cell Broadcast jedoch von "ziemlich allen Mobiltelefonen unterstützt" werde, ließe sich damit ohne weiteres Zutun wohl ein sehr großer Teil der Bevölkerung erreichen, erklärt die AG Kritis.
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