Warngeräusch: E-Busse sollen einheitliches Fahrgeräusch bekommen

Eine EU-Verordnung macht akustische Warnsysteme zur Pflicht. Der Verband der Verkehrsbetriebe will, dass dabei alle E-Busse gleich klingen.

Artikel veröffentlicht am , /dpa
Ein E-Bus der BVG, noch ohne den einheitlichen Sound
Ein E-Bus der BVG, noch ohne den einheitlichen Sound (Bild: Sean Gallup/Getty Images)

Ohne künstliche Geräusche geht nichts mehr bei Elektroautos und anderen elektrischen Fahrzeugen. Seit vergangenem Sommer greift EU-weit eine Verordnung für Acoustic Vehicle Alerting Systems (Avas). Bis 20 Stundenkilometer und beim Rückwärtsfahren müssen etwa Autos über Lautsprecher künstliche Warntöne verbreiten. Das gilt auch für E-Busse, die einem nun immer häufiger im Stadtverkehr begegnen. Für sie haben die Verkehrsbetriebe nun einen einheitlichen künstlichen Klang vorgestellt.

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Dieser Klang könnte den Sound der deutschen Städte verändern. Denn ganz allmählich wird auch der Nahverkehr elektrisch - etwa in Berlin. 138 E-Busse fahren schon durch die Stadt, 90 weitere sind bestellt. Bundesweit sind laut Verband Deutscher Verkehrsunternehmen 1.500 von 35.000 Linienbussen elektrisch unterwegs. Bis 2030 soll nach dem Willen der Bundesregierung die Hälfte der Flotte alternative Antriebe haben.

"Die Busse sind emissionsfrei und damit klimafreundlich unterwegs", sagt Verbands-Vizepräsident Werner Overkamp. "Der andere große Vorteil ist, dass die Busse geräuscharm sind." Doch wer gedacht hatte, im Stadtverkehr kehre die große Stille ein, sieht sich getäuscht. Denn besonders im Großstadtverkehr geht das leise Summen der Elektrofahrzeuge im tosenden Straßenlärm unter.

Die Branche hat deshalb einen eigenen künstlichen Sound für E-Busse entwickeln lassen. Ein sanftes Dröhnen, irgendwo zwischen Fahrstuhl und Dunstabzug, das je nach Tempo an- oder abschwillt, höher und tiefer wird. Sie nennen es den "freundlichen Nachbarn". Bis etwa Tempo 30 sollen alle Linienbusse in Deutschland es nutzen.

Umsetzung hängt von Herstellern und einzelnen Verkehrsbetrieben ab

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"Es ist teilweise ein Fluch, dass die Busse so leise sind", erklärt Overkamp. Denn das birgt Gefahren für Blinde und Sehbehinderte. Für sie ist es lebenswichtig, dass sie die Fahrzeuge hören. Auch sehende Kinder, Ältere oder Radfahrer brauchten akustische Signale, heißt es beim Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband.

Wer hinhört, nimmt schon heute eine Vielzahl künstlicher Klänge wahr. Autohersteller engagierten mitunter Hollywood-Komponisten und Pop-Produzenten, um ihren Fahrzeuge ein besonders schönes Summen und Surren zu verpassen. "Jeder macht seinen Sound", sagt Designer Fernando Knof. "Vielleicht sollte man ein bisschen in Design-Konzepten denken." Den Siegerentwurf, der die Kakophonie bei Bussen verhindern soll, brachte ein Studierendenwettbewerb, Lukas Esser von der Universität der Künste Berlin überzeugte die Jury mit dem "freundlichen Nachbarn".

Ob der einheitliche E-Bus-Klang kommt, hängt nun davon ab, ob der Entwurf die Verkehrsbetriebe landauf, landab überzeugt. Sie sollen ihn in Ausschreibungen für den Kauf neuer Busse vorgeben. Die Hersteller selbst sind zurückhaltend. Denn mit eigenen Sounds prägen sie auch ihre Marke, wie MAN-Vertriebsmanager Uwe Schmid erklärt. Der Verbandsvorschlag biete aber einigen Spielraum. "Wir werden schauen, wie wir das umsetzen können." Bei Daimler heißt es, man setze auf individuelle Lösungen der Industrie. "Eine herstellerübergreifende Einheitslösung erachten wir nicht als zielführend."

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Gaius Baltar 12. Mai 2022

Es gibt einen einheitlichen Fahrsound für Züge? Also die Nordwestbahn hier klingt...

xSureface 05. Mai 2022

Wenn du 70cm Platz hättest, müsstest du nicht dicht dran vorbei, sodass sich die Leute...

postemi 05. Mai 2022

Das Problem ist halt das man es gewohnt ist das die Autos laut sind. Man schaut dann...

Kakiss 04. Mai 2022

Deswegen gibt es verschiedene Ministerien und Institutionen. Jede kümmert sich um ihre...



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