Warner-Übernahme: Paramount-Angebot überzeugt Warner-Anteilseigner nicht

Die Übernahme von Warner Bros. Discovery durch Netflix befinde sich auf einem guten Weg. Das sagte einer der CEOs von Netflix, Greg Peters, der Financial Times (FT)(öffnet im neuen Fenster) . Das Unternehmen sei dabei, die Mehrheit der Anteilseigner von Warner für sich zu gewinnen, so Peters.
Das konkurrierende Angebot von Paramount Skydance hingegen habe den "Schnüffeltest" nicht bestanden. Nur ein kleiner Teil der Warner-Anteilseigner soll Paramounts Angebot präferieren. Die FT nennt eine Zahl von sieben Prozent, über 50 wären für eine Übernahme notwendig.
Paramount wandte sich nach der Ablehnung des Angebotes durch den Aufsichtsrat von Warner direkt an die Aktionäre, löste dort aber offenbar auch keine Begeisterung aus.
"Paramount hat bereits eine ganze Menge Schulden" , erklärte Peters. "Ohne Larry Ellisons Finanzierung wäre Paramount nicht in der Lage, das durchzuziehen."
Peters: Höhe des Paramount-Angebots "ziemlich verrückt"
Das Angebot über 30 US-Dollar pro Anteil bezeichnete Peters als "ziemlich verrückt" . Er vermutet, dass die Anteilseigner von Warner genauso denken wie der Aufsichtsrat und das Netflix-Angebot für substanzieller halten. Paramount bietet mit 108,4 Milliarden US-Dollar zwar mehr für Warner als Netflix mit 82,7 Milliarden, will dafür aber auch das Nachrichtengeschäft inklusive CNN übernehmen.
Daran hat Netflix kein Interesse. Der Aufsichtsrat von Warner lehnte bereits zwei Angebote von Paramount ab, bevor das Produktionsunternehmen unter der Leitung von Larry Ellisons Sohn David sich direkt an die Warner-Anteilseigner wandte.
Paramount wies Peters' Interpretation zurück. Vielmehr bezeichnete Gerry Cardinale, der zweitgrößte Anteilseigner von Paramount, das Netflix-Angebot als "Schall und Rauch" . Es basiere auf der Annahme, das Warner seine Schulden in die auszugliedernde Nachrichtensparte auslagere, so Cardinale.