Warner-Übernahme: Netflix ist auf Charme-Offensive bei Warner

Die Netflix-Co-CEOs Ted Sarandos und Greg Peters haben einem Bericht von Hollywood Reporter zufolge(öffnet im neuen Fenster) zahlreiche Manager von Warner Bros. getroffen. David Zaslav, CEO von Warner Bros., zeigte Sarandos und Peters die Studios in Burbank, Kalifornien. Die drei Manager sind auf Fotos zu sehen, wie sie bester Laune über das Studiogelände schlendern. Die Fotos hat Warner Bros. veröffentlicht.
Der Besuch wird als deutliches Zeichen gewertet, dass das Filmstudio Netflix als Käufer gegenüber Paramount bevorzugt. Zuvor wurde das höhere Übernahmeangebot von Paramount von Warner abgelehnt.
Paramount übertraf Netflix' Angebot über 82,7 Milliarden US-Dollar mit einem eigenen Vorschlag und bot insgesamt 108 Milliarden US-Dollar. Warner Bros. lehnte das Angebot aber mit dem Verweis ab, dass es gegenüber Netflix' Offerte "unterlegen" sei.
"Signifikante Risiken" bei Paramount-Angebot
Demnach gebe es bei Paramounts Angebot "eine Vielzahl an signifikanten Risiken und Kostenfaktoren" , erklärt Warner. Entsprechend stimmte der Verwaltungsrat des Studios einstimmig dafür, das Angebot nicht anzunehmen. Ein Punkt für die ablehnende Haltung war, dass Paramount von der Ellison-Familie dominiert wird.
Außerdem will Paramount Warner Bros. in Gänze übernehmen – also sowohl das Filmgeschäft als auch die Kabelfernsehkanäle. Netflix hingegen hat nur Interesse am Film- und Seriengeschäft; die Kabelsparte soll separat veräußert werden.
In Hollywood gab es nach dem Übernahmeangebot durch Netflix Bedenken, dass der Streamingdienst das sogenannte Theatrical Window ignorieren könnte. Damit ist das Zeitfenster gemeint, in dem neue Filme ausschließlich in Kinos laufen. Netflix-Chef Sarandos zufolge will Netflix nach einer Übernahme aber an dem traditionellen Zeitfenster für Neuproduktionen festhalten.



