Zum Hauptinhalt Zur Navigation

Warner Bros.: Netflix bekommt für 82,7 Milliarden auch das DC Universe

Die Übernahme des Medienkonzerns Warner Bros. bringt auch Superman und Wonder Woman zu Netflix . Wenn die Trump -Regierung das zulässt.
/ Achim Sawall
16 Kommentare News folgen (öffnet im neuen Fenster)
Superman #17 DC 1942 WWII-Nazi Hitler und Hirohito Cover (Bild: Tomcatlite bei Ebay)
Superman #17 DC 1942 WWII-Nazi Hitler und Hirohito Cover Bild: Tomcatlite bei Ebay

Netflix hat die geplante Übernahme des Unterhaltungskonzerns Warner Bros. offiziell bekanntgegeben(öffnet im neuen Fenster) . Zuvor wurden exklusive Verhandlungen geführt . Der Kauf muss von den Wettbewerbsbehörden genehmigt werden, wofür eine Entscheidung bis zum dritten Quartal 2026 erwartet wird.

"Beliebte Franchises, Serien und Filme wie (...) das DC-Universum ergänzen das umfangreiche Netflix-Portfolio" , erklärte Netflix und nannte seine eigenen Erfolge wie Wednesday (Jenna Ortega), Money Heist (Álvaro Morte) und Extraction mit Chris Hemsworth.

Netflix bekäme nicht nur die Rechte an existierenden Filmen sondern Zugriff auf Tausende von Charakteren aus 80 Jahren Comic-Geschichte mit oft brillantem Storytelling. Die bekanntesten Figuren aus dem DC-Universum sind Batman, Superman und Wonder Woman. Daneben sind das Schurken Team Suicide Squad, Flash, Aquaman, Green Lantern und Shazam populär. Mit dem Joker, Lex Luthor, Darkseid, Penguin, Two-Face oder die Antiheldinnen Catwoman und Harley Quinn ist DC berühmt dafür, die vielleicht besten Bösewichte der Comic-Geschichte zu haben.

James Gunn: "Everything will be better than all right"

James Gunn leitet zusammen mit Peter Safran die Abteilung DC Studios. Sein eingeleitetes Reboot der Filme und Serien des DC Universe gilt als geglückt. Zuerst brilliert er mit Creature Commandos. Mit dem Film Superman, erschienen im Juli 2025, gelang ihm ein solider Erfolg, wenn auch kein Mega-Blockbuster. Gunn ist ein Kult-Filmemacher, der aus der Troma-Szene kommt, die für billigen, brutalen Trash-Horrorfilme mit sehr schrägem Humor stand. Diesen anarchischen, etwas ekligen und brutalen Stil hat er beibehalten, aber nun in Millionen-Dollar-Produktionen, mit oft sehr sensiblen und facettenreichen Charakterdarstellungen, in denen Freundschaft und Loyalität eine große Rolle spielen.

In ersten Berichten zur Übernahme hieß es, dass Netflix plane, James Gunn und Peter Safran in ihren Positionen zu belassen. Netflix weiß, dass der Erfolg von DC Studios gerade komplett an Gunns kreativer Vision hängt. Gunn antwortete – typisch für ihn auf einer sozialen Plattform – einem besorgten Fan zur Zukunft des DC-Film-Universums auf Threads: "Everything will be better than all right."

Doch kommt der Deal politisch durch?

Der Vertrag zwischen Netflix und Warner würde den größten globalen Streamingdienst auch mit dem kleineren Konkurrenten HBO Max, in den USA nur noch Max, zusammenführen. Doch die Unternehmensführung von Netflix steht Trump nicht nahe.

Netflix Konzernführung steht traditionell eher für liberale Ansichten und lässt gesellschaftskritische Inhalte, besonders in seinen Dokus zu. Mitbegründer Reed Hastings ist ein bekannter Kritiker von Trump und ein Großspender der Demokraten. Im Wahlkampf 2024 spendete er Millionen an Kamala Harris.

Ein hochrangiger US-Regierungsbeamter erklärte laut Wall Street Journal(öffnet im neuen Fenster) , dass Trumps Berater, darunter auch Mitarbeiter des Weißen Hauses, Bedenken hinsichtlich des Netflix-Kaufs hätten.

Paramount war im Bieterwettstreit um Warner unterlegen. Trump pflegt aber ein enges Verhältnis zu Paramount-Chef David Ellison, ein ehemaliger Anhänger der Demokraten, und dessen Vater Larry Ellison. Der Oracle-Gründer Larry Ellison gilt als wichtiger Berater Trumps und finanzieller Unterstützer der Maga-Bewegung.

Doch Netflix' Co-CEO Ted Sarandos traf Trump Ende 2024 in Mar-a-Lago. Sarandos sagte später, er sei ein "gemütliches, langes Abendessen" gewesen. "Es war interessant" , erklärte er in der Fragerunde bei einer Veranstaltung des Paley Media Council in New York. Auf die Frage, ob er und Netflix sich unter Druck gesetzt fühlten, "jetzt etwas vorsichtiger zu sein" meinte Sarandos jedoch: "Nein, wir haben genau dasselbe Programm" .

Doch der Ausgang ist ungewiss: Die Trump-Regierung hat auch die Übernahme von Juniper durch HPE zugelassen. HPE-Boss Antonio Neri steht der Maga-Bewegung auch eher kritisch gegenüber.


Relevante Themen