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Warhorse Studios: KI ersetzt offenbar Übersetzer bei Kingdom Come 2

Ein Ex-Mitarbeiter wirft Warhorse Studios vor, seine Stelle durch KI gestrichen zu haben – und löst damit eine Debatte über Jobs und Qualität aus.
/ Peter Steinlechner
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Artwork von Kingdom Come Deliverance 2 (Bild: Warhorse Studios)
Artwork von Kingdom Come Deliverance 2 Bild: Warhorse Studios

Der mögliche Einsatz von KI bei der Lokalisierung von Kingdom Come Deliverance 2 facht die Diskussionen in der Spielebranche an. Auslöser ist ein ehemaliger Mitarbeiter des tschechischen Studios Warhorse, der angibt, seinen Job als Übersetzer an eine KI verloren zu haben.

Der Betroffene, Max Hejtmánek, hatte nach eigenen Angaben knapp vier Jahre für Warhorse gearbeitet und war maßgeblich an der englischen Übersetzung des umfangreichen Rollenspiels beteiligt, darunter Dialoge, Questtexte und Item-Beschreibungen.

Laut seinem öffentlich gewordenen Beitrag auf Reddit(öffnet im neuen Fenster) wurde er Ende März 2026 ohne Vorwarnung entlassen. Die Begründung: Seine Position werde künftig obsolet, da das Studio auf KI-gestützte Übersetzungen umstellen wolle, um effizienter zu arbeiten und Kosten zu sparen.

Hejtmánek schreibt, er fühle sich "verraten" und habe nicht damit gerechnet, dass Diskussionen über KI letztlich zu seinem Jobverlust führen würden. Seine Darstellung wurde unter anderem von PC Gamer verifiziert und verbreitete sich rasch in sozialen Netzwerken und Foren.

Warhorse Studios hat sich bislang nicht geäußert

Eine offizielle Stellungnahme von Warhorse Studios liegt bislang nicht vor. Entsprechend unklar ist, in welchem Umfang KI tatsächlich künftig bei der Lokalisierung eingesetzt werden soll und ob weitere Stellen betroffen sind.

In Teilen der Community schlägt die Entwicklung Wellen, es ist von Kritik und Review-Bombing die Rede. Hintergrund ist auch die Bedeutung der Übersetzung für das Spiel. Kingdom Come Deliverance 2 ist extrem textlastig, das Skript umfasst mehrere Millionen Wörter und ist zentral für Atmosphäre und Spielmechanik.

Der Fall reiht sich in eine breitere Diskussion über den Einsatz von KI in der Spieleentwicklung ein. Ein großer Teil der Community lehnt das komplett ab. Falls doch mal KI-generierte Inhalte in Spielen auftauchen, werden diese von den Studios meist schnell mit einer Entschuldigung entfernt – zuletzt war das bei Crimson Desert der Fall.


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