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Warhammer 40K - Dawn of War 3 im Test: Viel "Waaagh" beim Bauen und Helden

Riesige Orks gegen dick gepanzerte Space Marines und dazu noch Elfen aus dem All: Im PC-Echtzeit-Strategiespiel Warhammer 40K - Dawn of War 3 kommt es zum Showdown, der mit Helden und Humor angereichert ist.
/ Peter Steinlechner
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Artwork von Warhammer 40K - Dawn of War 3 (Bild: Sega)
Artwork von Warhammer 40K - Dawn of War 3 Bild: Sega

Irgendjemand findet irgendwo eine besonders mächtige Waffe. Mehr ist meist nicht nötig, damit in der Welt von Warhammer 40K ein galaktischer Krieg ausbricht. Im Echtzeit-Strategiespiel Dawn of War 3 kämpfen in der Kampagne drei Fraktionen darum, diesen Speer des Khaine in ihre Gewalt zu bekommen - und wir dürfen ihnen dabei als Oberbefehlshaber helfen.

Dawn of War 3 - Fazit (Warhammer 40K)
Dawn of War 3 - Fazit (Warhammer 40K) (02:00)

In Dawn of War 3 steuern wir natürlich die gewohnt wahnsinnigen Orks - der Schlachtruf "Waaagh" sagt fast alles. Diesmal treten die grünen Horden unter ihrem Warlord Gorgutz an, dessen wichtigste Waffe eine riesige, an einen Bagger erinnernde "Krallä" ist. Die Armee der menschlichen Space Marines (Blood Ravens) betritt die Schlachtfelder unter ihrem Kommandanten Gabriel Angelos und die elfengleichen Eldar führt die Runenprophetin Macha. Was - auch im Multiplayermodus fehlt - sind Chaos Space Marine, die es im zweiten Serienteil noch gab.

Wer jetzt allmählich merkt, dass die Welt von Warhammer 40K ganz schön komplex ist: Stimmt! Und das ist auch in Dawn of War 3 spürbar - ohne eine gewisse Einarbeitung sind die durchaus spannenden Details der Handlung kaum nachvollziehbar. Trotzdem können durchaus auch Einsteiger ihren Spaß in der Kampagne haben. Sie lebt stark vom Witz etwa der Ork-Anführer und von schrägen Einfällen.

Gleich in einer der ersten von 17 teils sehr langen Missionen müssen wir beispielsweise eine riesige Kanone (die "Megawumme") durch das Levelgebiet transportieren. Das machen wir, indem wir das Geschütz abfeuern - der Rückstoß erledigt den Job für uns. Wir müssen uns als oberster Ork nur darum kümmern, dass es nicht von den ständig neu angreifenden Truppen der Eldar zerstört wird.

Derlei originelle Ideen finden sich zwar nicht in allen Einsätzen, aber immerhin: In den meisten Missionen gibt es gleich mehrfach überraschende Wendungen. Sie spinnen zum einen die Handlung weiter, zum anderen erweitern sie das Schlachtfeld teils enorm. Allzu viel verraten wir dazu lieber nicht, aber uns hat dieser Aspekt sehr gut gefallen. Übrigens steuern wir in Dawn of War 3 in nahezu jedem Einsatz ein anderes Heer - es gibt also nicht, wie unter anderem bei Starcraft, für jede der Gruppen eine eigene Kampagne.

Die ganz besondere Elite-Einheit

Neben den mehr oder weniger großen Armeen aus Standardtruppen steuern wir auch Elitekrieger, also besonders mächtige Helden. Diese verfügen ähnlich wie in einem Moba über besondere Angriffsmanöver: Gabriel Angelos etwa richtet mit seinen Hammersprüngen schweren Schaden bei feindlichen Armeen an, Gorgutz kann seine Krallä um sich schwingen und damit bei den "Mänschentz" und natürlich auch den Eldar aufräumen.

Diese Spezialangriffe führen wir mit bestimmten Tasten aus, wahlweise mit einem Klick auf ein Symbol. Der Rest der Steuerung folgt den gewohnten Standards im Genre. Was uns allerdings auf Dauer genervt hat: Mit Steuerung A wählen wir nicht etwa alle Einheiten aus, sondern nur die auf dem Bildschirm. Auch durch die gute, aber eben nicht perfekte Wegfindung haben wir immer wieder kleine Truppenteile verloren; davon abgesehen, macht die KI ihren Job übrigens recht gut.

Anders als in Dawn of War 2 können wir im dritten Teil nun wieder selbst eine Basis aus dem Boden stampfen. Allerdings längst nicht in allen Missionen - sondern nur, wenn es vom Programm vorgesehen ist. Dann ist das Bauen hübsch animiert, vor allem aber taktisch interessant, weil wir gerade in den verwinkelten Gebieten durch sinnvolle Platzierung unsere Nachschubwege deutlich verkürzen können.

Systemanforderungen, Verfügbarkeit und Fazit

Das Spiel benötigt nicht nur im Multiplayermodus, sondern auch in der Kampagne immer eine Onlineverbindung. Der Hersteller begründet das damit, dass unter anderem der Fortschritt zwischen Einzel- und Mehrspielermodus synchronisiert werden müsse.

Minimum-Systemanforderungen

  • 64-Bit-Version von Windows 7 oder höher
  • Intel Core i3 mit 3,0 GHz oder ähnlich. Für Multiplayer mit 3-vs-3 sollte es ein i5 sein.
  • Nvidia Geforce 460 oder AMD Radeon 6950 (jeweils mit 1 GByte VRAM und Unterstützung von DirectX-11)
  • RAM 4 GByte
  • Festplatte 50 GByte

Empfohlene Systemanforderungen

  • 64-Bit-Version von Windows 10
  • Intel Core i5 mit 3,0 GHz oder ähnlich
  • Nvidia Geforce 770 oder AMD Radeon 7970 (beide mit 2 GByte VRAM und Unterstützung von DirectX-11)
  • RAM 8 GByte
  • Festplatte 50 GByte
Dawn of War 3 - Trailer (Ankündigung)
Dawn of War 3 - Trailer (Ankündigung) (03:16)

Das Programm verfügt über einen sehr umfangreichen Mehrspielermodus. Darin treten Spieler zusammen oder gegen andere menschliche Spieler, wahlweise auch mit oder gegen die KI, an - und zwar in der Konstellation 1 gegen 1, 2 gegen 2 oder 3 gegen 3. Der Kampf entbrennt grundsätzlich darum, eine Art Kraftwerk innerhalb der Basis des Opponenten zu zerstören. Klingt einfach, ist aber wegen Extras wie den auswählbaren und sammelbaren Helden und Verstärkungen - den sogenannten Doktrinen - durchaus komplex.

Warhammer 40K - Dawn of War 3 erscheint am 27. April 2017 für Windows-PC als Download und im Handel, der Preis liegt bei rund 60 Euro. Das von Relic Entertainment(öffnet im neuen Fenster) entwickelte Spiel bietet nur englische Sprachausgabe, die wegen vieler Audioeffekte und des allgemein hohen Geräuschpegels nicht ganz einfach zu verstehen ist. Bildschirmtexte sind auf Deutsch, es gibt aber für die schrägstimmigen Sprüche etwa der Eliteeinheiten nicht immer Untertitel. Von der USK hat das Programm eine Freigabe ab 16 Jahren erhalten.

Fazit

Den speziellen Humor von Warhammer 40 K sollte man schon mögen, wenn man sich mit Orks, Space Marines und Eldar in die epischen Schlachten von Dawn of War 3 stürzen möchte. Wer sich bei Helden mit Ausrüstung wie der Baggerkrallä und Ähnlichem schwertut, dem empfehlen wir besser den Griff zu Halo Wars 2.

Uns hat Dawn of War 3 dank der schrägen Stimmung und der vielen Gags, der gelungenen Aufmachung und der abwechslungsreichen Missionen langfristig motiviert. Auch die Rückkehr des Basisbaus gefällt uns. Es macht nicht nur wegen der schön bizarren Optik und Animation Spaß, seine Gebäude aus dem Boden zu stampfen. Auch spielerisch ist das System gut umgesetzt.

Trotz der erweiterten Optionen dürften hartgesottene Echtzeit-Generäle allerdings in manchen der skriptbasierten Schlachten zu wenig taktische Herausforderungen finden - oft genug reicht es, eine möglichst große Armee aufzubauen. Dazu kommt, dass die Fähigkeiten der Helden zwar nicht übermächtig sind, uns aber in der Hitze der Gefechte beim Ausbügeln der ein oder anderen Fehlentscheidung helfen.

Ein bisschen Grund zum Jammern hatten wir beim Test auch über die gute, aber nicht ganz perfekte Steuerung und über Einheiten, die wir aufgrund von Wegfindungsroutinen verloren haben. Außerdem sind die Missionen zwar gelungen, aber das Niveau etwa des Genreprimus Starcraft 2 wird schlicht nicht erreicht. Insgesamt ist Dawn of War 3 trotzdem ein wirklich gutes Spiel geworden, das mehr als genug Waaagh fürs Geld bietet.


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