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Ohne Warcraft kein League of Legends

Die Geschichte von Warcraft 3 erzählt nicht nur die Schicksale des späteren bösen Lichkönigs Arthas oder von Thrall, der seine Horde auf den unbekannten Kontinent Kalimdor führt. Blizzard führte gleich zwei neue Fraktionen ein: die mysteriösen Nachtelfen und die finsteren Untoten. Solospieler konnten so allein Dutzende Stunden in die Welt von Warcraft eintauchen und emotionale Momente in der Story-Kampagne erleben.

Allerdings machte der umfassende Mehrspieler Warcraft 3 wohl erst recht zu einem unsterblichen Klassiker: In schnellen Partien kämpfen wir mit einer der vier sehr unterschiedlichen Fraktionen gegen oder mit anderen Menschen. Das bis dahin noch recht neue Portal Battle.net bot zudem Zugang zu Internetspielen.

Dadurch wurde Warcraft 3 Anfang der 2000er Jahre zu einem populären Vertreter des E-Sports. Pro-Gamer kämpften auf Conventions und LAN-Events um Preisgelder von teils mehreren Tausend Euro. Vor allem in Europa und Nordamerika fand Warcraft 3 den Weg in Internetcafés, während in Asien das weitaus hektischere Starcraft dominierte.

Unendliche Möglichkeiten mit dem World Editor

Die Online-Community wurde aber nicht nur durch Laddersystem und kompetitive Schlachten süchtig nach mehr Warcraft. Der WC3 World Editor ermöglichte es Fans außerdem, eigene Szenarien und narrative Kampagnen zu erstellen.

Besonders versierte Entwickler konnten sogar Aktionen, Events und If-Statements mit der eigenen Script-Sprache Jass realisieren. Die daraus resultierenden Fungames wurden für viele Warcraft-3-Fans zum primären Zeitvertreib – ob Tower Defense, Rollenspiel mit Speichersystem, Heldenarena oder Auto-Battler.

Ein Spiel war sogar so beliebt, dass es eine eigene Community um sich scharte. Defense of the Ancients – kurz Dota – war in Serverlisten allgegenwärtig. Der Titel, bei dem Teams aus fünf Helden jeweils gegeneinander auf drei Lanes kämpfen, begründete das Genre der Multiplayer Online Battle Arena, Moba, und wurde zur Inspiration des heute größten E-Sports-Spiels: League of Legends.

Die Geschichte um Warcraft 3: Reign of Chaos begeisterte das Publikum und wurde mit der Erweiterung The Frozen Throne und durch die Feder von Creative Director Chris Metzen im Jahr 2003 fortgeführt. The Frozen Throne brachte vier brandneue Kampagnen und jeweils einen neuen Helden für jedes Volk. Obendrein wurden das maximale Versorgungslimit für epische Schlachten von 90 auf 100 erhöht und diverse neue Einheiten eingeführt.

Der Anfang von World of Warcraft

Wie Reign of Chaos erntete das Add-on Lob von allen Seiten. Entsprechend groß war die Euphorie, als Blizzard sein bis dahin größtes Projekt ankündigte. Das MMORPG World of Warcraft sollte direkt an die Ereignisse von The Frozen Throne anknüpfen und brachte viele der bekannten Figuren zurück, etwa den Lichkönig Arthas oder die gefallene Hochelfe Sylvanas Windrunner.

Warcraft III – Golem retro_
Warcraft III – Golem retro_ (07:41)

World of Warcraft wurde schon wenige Jahre nach seinem Release Ende 2004 zum globalen Megaerfolg. Zwischenzeitlich loggten sich elf Millionen zahlende Kunden im Rollenspiel ein, um an der Seite der Allianz oder Horde in den Kampf zu ziehen. Viele Dutzend weitere Rollenspiele wollten von WoWs Erfolg profitieren, aber keines konnte daran anknüpfen.

Denn auch mehr als 20 Jahre später bleibt das MMORPG in aller Munde. Das ist zu großen Teilen der Geschichte, den Figuren und der Welt von Warcraft 3: Reign of Chaos zu verdanken, das sich auch heute noch großer Beliebtheit erfreut. Daran konnte auch das desaströse Reforged-Remaster nicht rütteln.


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