Warcraft 3: Blizzard sichert sich Rechte an Custom Games der Nutzer
Milliardenmarken wie League of Legends und Dota 2 haben letztlich als Custom Game von Warcraft 3 angefangen – also als Experiment pfiffiger Spieler, die mit dem World Editor ihre Ideen schnell und unkompliziert umsetzen konnten.
Nun ist PC Gamer(öffnet im neuen Fenster) aufgefallen, dass Blizzard seine Nutzungsbedingungen über Custom Games(öffnet im neuen Fenster) kurz vor der Veröffentlichung von Warcraft 3 Reforged geändert hat.
Blizzard versucht so, sich das "alleinige und ausschließliche Eigentum" an den Custom Games zu sichern. Spieler übertragen alle Rechte an "benutzerdefinierten Spielen" auf Blizzard, einschließlich der Urheberrechte.
Wo das nicht möglich ist – in Deutschland etwa kann das Urheberrecht nicht in der von Blizzard vorgesehenen Form übertragen werden -, versucht es das Studio auf andere Art.
Dann gilt, dass man "Blizzard eine exklusive, unbefristete, weltweite, bedingungslose, gebührenfreie, unwiderrufliche Lizenz" gewährt, mit der die Firma "benutzerdefinierte Spiele vollständig für irgendeinen Zweck und auf irgendeine Art und Weise nutzen kann" .
Diese Bestimmungen gehen weiter als zuvor und sind so in der Branche nicht üblich. Ob Blizzard die Eigentumsübertragung oder Nutzungsbedingung in einem Rechtsstreit mit dem Schöpfer eines erfolgreichen Custom Games tatsächlich durchsetzen könnte, hängt vom Einzelfall ab. Aber immerhin gibt sich das Entwicklerstudio mit dem Regelwerk größte Mühe, die Ausgangsbedingungen zu seinen Gunsten zu optimieren.
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Es gibt mehrere extrem erfolgreiche Spiele, die als Custom Game mit dem World Editor des ursprünglichen Warcraft 3 entstanden sind. Dazu zählen vor allem League of Legends von Riot Games und Dota 2 von Valve, die auf Basis von Defense of the Ancients entstanden sind, einer von mehreren Hobbyentwicklern erstellten Karte für Warcraft 3. Das von Blizzard selbst auf Basis der Mod produzierte Heroes of the Storm war ein Flop.