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War es Sabotage?: Mindestens ein Unterseekabel im Roten Meer beschädigt

Seacom hat den Schaden an seinem Unterseekabel bestätigt. Der Krieg in Nahost erschwert eine Reparatur.
/ Werner Pluta
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Verlegung eines Unterseekabels (Symbolbild): Ein Waffenstillstand könnte die Reparatur ermöglichen. (Bild: Jean-Sebastien Evrard/AFP via Getty Images)
Verlegung eines Unterseekabels (Symbolbild): Ein Waffenstillstand könnte die Reparatur ermöglichen. Bild: Jean-Sebastien Evrard/AFP via Getty Images

Im Roten Meer ist mindestens ein Unterseekabel beschädigt worden. Die Ursache ist unklar. Die Reparaturen sind wegen der angespannten Lage vor Ort schwierig.

Die Schäden seien an den Kabeln Asia-Africa-Europe-1 (AAE-1), Europe India Gateway (EIG), Seacom und TGN-Eurasia (TGN-EA) aufgetreten, berichtete die israelische Tageszeitung The Jersusalem Post(öffnet im neuen Fenster) . Der südafrikanische Kabelbetreiber Seacom bestätigte laut einem Bericht des südafrikanischen Online-Nachrichtenangebots ITWeb(öffnet im neuen Fenster) den Schaden.

Die beschädigte Stelle des Seekabels befinde sich vor der Küste des Jemen, 150 bis 170 Meter unter der Meeresoberfläche, sagte Seacom-Digitalchef Prenesh Padayachee der US-Wirtschaftsnachrichtenagentur Bloomberg (Paywall)(öffnet im neuen Fenster) . Ob der Schaden ein Unfall war oder ob das Kabel gezielt beschädigt wurde, ist noch unklar.

Haben die Huthis das Kabel beschädigt?

Die israelische Wirtschaftstageszeitung Globes berichtete(öffnet im neuen Fenster) , die Huthi-Milizen im Jemen hätten die Kabel beschädigt. Padayachee ist zurückhaltender: "Es ist noch zu früh, um zu sagen, ob es Sabotage war" , sagte er. "Erst wenn wir das Kabel anheben, können wir sehen, ob jemand es durchgeschnitten hat."

Die Huthi-Milizen hatten schon vor einiger Zeit mit Angriffen auf Unterwasserkabel gedroht. Die vom Iran unterstützte Organisation beschießt seit Monaten Schiffe auf dem Weg zum Suezkanal am Eingang des Roten Meeres. Das führte bereits zu Lieferengpässen. Verschiedene Reedereien leiten ihre Frachter um Afrika herum .

Auf den Datenverkehr zwischen Afrika, Asien und Europa haben die Kabelschäden bisher keinen Einfluss. Insgesamt verlaufen mehr als ein Dutzend Unterseekabel durch das Rote Meer. Seacom hat nach eigenen Angaben den Datenverkehr über seine anderen Kabelsysteme wie Equiano oder West Africa Cable System (WACS) umgeleitet.

Den Schaden im Roten Meer zu beheben, wird besonders schwierig. Eine Reparatur an einem Unterseekabel ist ohnehin schon aufwendig. Dafür werden Spezialschiffe benötigt, von denen es nicht viele gibt. Entsprechend gut sind sie gebucht. In diesem Fall kommt noch die Sicherheitslage vor Ort hinzu.

"Ein bevorstehender Waffenstillstand in der Region könnte ein gutes Zeitfenster für die Reparatur bieten" , sagte Padayachee.


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