Verhaftung nach Black Hat: Wanna-Cry-Hacker soll Bankingtrojaner entwickelt haben
Nach dem Besuch der Sicherheitskonferenzen Black Hat und Def Con ist der britische Sicherheitsforscher mit dem Pseudonym Malwaretech in den USA festgenommen worden, wie Motherboard berichtet(öffnet im neuen Fenster) . US-Behörden bestätigten die Festnahme, die offenbar im Zusammenhang mit den Ermittlungen rund um die geschlossene Darknet-Plattform Alphabay steht.
Freunde des Hackers hatten Motherboard über die Festnahme informiert. Sie haben nach eigenen Angaben versucht, ihn in einem Gefängnis der US Marshals im Bundesstaat Nevada zu besuchen, wo er aber nicht mehr anzutreffen gewesen sei. Sie hätten mehr als 18 Stunden lang versucht, Kontakt zu ihrem Freund zu bekommen, seien aber nicht erfolgreich gewesen.
Der Hacker ist in Gewahrsam des FBI
Ein Sprecher der US Marshals sagte nach Angaben von Motherboard: "Mein Kollege in Las Vegas sagt, dass es sich um eine FBI-Verhaftung handelt. Herr Hutchins ist nicht in Gewahrsam der US Marshals." Die Bundespolizei FBI hat sich bislang noch nicht zu dem Fall geäußert.
Hutchins hatte unabsichtlich dazu beigetragen, die Ausbreitung der Wanna-Cry-Ransomware zu verlangsamen, indem er eine im Quellcode enthaltene Domain registrierte, mit der die Malware herausfinden wollte, ob sie in der Sandbox eines Antivirenherstellers ausgeführt wird. Britische Boulevardmedien hatten daraufhin den vollen Namen und die Adresse des Sicherheitsforschers veröffentlicht.
Die britischen Behörden haben die Verhaftung des Mannes ebenfalls bestätigt. In einem Statement sagte die britische Kriminalbehörde: "Uns ist bekannt, dass ein britischer Bürger festgenommen wurde, aber das ist eine Angelegenheit der US-Behörden."
Nachtrag vom 3. August 2017, 21:35 Uhr
Mittlerweile ist die Anklageschrift im Netz aufgetaucht(öffnet im neuen Fenster) . Demnach soll Hutchins für die Entwicklung und den Vertrieb des Bankentrojaners Kronos verantwortlich sein, gemeinsam mit mindestens einer weiteren Person, deren Name in den Dokumenten geschwärzt ist. Das FBI bezieht sich bei seinen Anschuldigungen auf Daten aus dem mittlerweile geschlossenen Darknet-Marktplatz Alphabay.
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