Wallstreetbets: Gamestop sollte jetzt Valve übernehmen

Investoren sollten auf den Gamestop-Trollzug aufspringen und versuchen, Valve zu übernehmen. Dafür müsste nur Gabe Newell in Rente gehen.

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Gamestop steht am Scheideweg und braucht ein neues Geschäftsmodell.
Gamestop steht am Scheideweg und braucht ein neues Geschäftsmodell. (Bild: Frederic J. Brown/AFP via Getty Images)

Glaubt man einigen wohl nicht ganz ernst gemeinten Kommentaren, auch im Golem-Forum, ist der derzeit völlig übertriebene Boom der Gamestop-Aktie nicht etwa auf Trolle mit zu viel Geld zum Verzocken zurückzuführen, sondern auf Kleinanleger, die weiter großes Vertrauen in den Computerspielehändler haben und von der Finanzindustrie geprellt wurden. Diese Erzählung ist zwar extrem unrealistisch, lädt aber in der absurden Welt des Aktienmarkts zu Spekulationen ein, wie Gamestop die Aktiengewinne für sich nutzen könnte: zum Beispiel mit einer strategischen Übernahme von Spieledistributor Valve.

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Gamestop befindet sich seit Jahren in einer Abwärtsspirale, da das Unternehmen als Einzelhandelskette, die vor allem physische Kopien digitaler Güter verkauft, in der aktuellen vernetzten Welt eigentlich kaum noch relevant ist. Die Online-Konkurrenz durch Microsoft, Sony, Nintendo oder eben auch Valve mit ihren Spieleplattformen ist einfach viel zu groß.

Was Gamestop seit Jahren fehlt, ist ein Befreiungsschlag aus dieser Situation, um im digitalen Handel anzukommen. Sonst endet das Unternehmen genauso wie die Videothekenkette Blockbuster, die dem Onlinestreaming von Netflix und allen anderen nichts entgegensetzen konnte und eben nicht mehr existiert.

Das haben aber nicht nur die kolportierten Kleinanleger erkannt, sondern auch der Investor Ryan Cohen, der bereits im vergangenen Jahr massiv in Gamestop investiert hat und erklärte, das Unternehmen zum "Amazon der Videospiele-Industrie" machen zu wollen. Durch den Kursanstieg besitzt Cohen nun ein Milliardenvermögen allein in Gamestop-Aktien und kontrolliert darüber hinaus inzwischen auch mehrere Vorstandssitze, um das Unternehmen zu beeinflussen.

Befreiungsschlag mit Elon Musk?

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Wirklich viele Optionen, sich zu erneuern, hat Gamestop aber nicht. Die naheliegendste Lösung wäre, eine eigene Plattform zum Onlinevertrieb von Spielen aufzubauen oder eben eine zu übernehmen. Und Gamestop ist theoretisch mit mehr als 20 Milliarden US-Dollar schon jetzt mehr als doppelt so viel wert wie Valve, das hauptsächlich mit Steam Geld verdient und als Privatunternehmen mit etwa 10 Milliarden US-Dollar bewertet wird.

Würden die Hedgefonds jetzt aufhören, gegen Gamestop zu spekulieren, und stattdessen in das Unternehmen einsteigen, könnte zusammen mit weiteren irrationalen Investoren wie Elon Musk eine Marktmacht aufgebaut werden, die finanziell tatsächlich sehr gut ausgestattet ist und aberwitzige Ideen ausprobieren könnte.

Einziges Problem daran: Valve-Gründer und -Mehrheitseigner Gabe Newell. Doch der ist mit fast 60 Jahren eigentlich in dem Alter, in dem sich andere Größen der IT längst zur Ruhe gesetzt haben. Bestes Beispiel ist Steve Ballmer, der vor einigen Jahren seinen Posten bei Microsoft aufgegeben hat, um sich ein Basketball-Team zu kaufen. Vorteilhaft im Sinne von Gamestop könnte hier auch die Covid-19-Pandemie sein, denn Newell ist vor der Pandemie in den USA nach Neuseeland geflüchtet und erwägt offenbar, dort zu bleiben.

Daraus könnte sich eine Win-Win-Situation ergeben: Newell könnte sich mit einem Milliardenvermögen in Neuseeland zur Ruhe setzen und Gamestop hätte als neuer Eigner von Valve mit Steam endlich ein zukunftsfähiges Geschäftsmodell. Und die Kleinanleger, die früh in den Run auf die Aktien eingestiegen sind, haben unter Umständen ebenfalls ausgesorgt. Ach ja, schön wär's.

IMHO ist der Kommentar von Golem.de. IMHO = In My Humble Opinion (Meiner bescheidenen Meinung nach).

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