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Wallstreetbets: Gamestop-Aktie stürzt ab

Der große Hype um die Gamestop -Aktie scheint vorbei zu sein. Der Online-Broker Robinhood meldet derweil mehr Nutzer und eine neue Finanzierung.
/ Sebastian Grüner , dpa
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Der Kurs von Gamestop nach dem Hype der Vorwoche weiter deutlich im Minus. (Bild: REUTERS/Dado Ruvic/Illustration)
Der Kurs von Gamestop nach dem Hype der Vorwoche weiter deutlich im Minus. Bild: REUTERS/Dado Ruvic/Illustration

Die Aktien des Computerspiele-Händlers Gamestop haben zum Wochenstart deutlich an Wert eingebüßt. Allein der Kurverslust vom Dienstag, 2. Februar, beläuft sich auf 60 Prozent, nachdem die Papiere tags zuvor bereits um rund 30 Prozent abgesackt waren. In der spektakulären und turbulenten Vorwoche hatten die Aktien insgesamt um rund 400 Prozent zugelegt, dabei allein am Freitag um 68 Prozent. Nun kommt also der von vielen Beobachtern erwartete Fall des Kurses, der sich wieder dem Niveau vor dem Hype annähert.

Angetrieben wurde die massive Nachfrage nach den Aktien von Gamestop , aber auch von AMC und anderen, vor allem durch das Reddit-Forum Wallstreetbets. Das Forum beschreibt sich selbst als "4Chan auf einem Bloomberg Terminal" und die Nutzer nennen sich teilweise selbst Retards (Vollidioten). Ihr erklärtes Ziel ist es, den Finanzmarkt mit seinen eigenen Mitteln zu trollen und dabei Hedgefonds in die Pleite zu treiben, die auf fallenden Kurse von Gamestop gewettet haben.

Die umstrittenen Handelsbeschränkungen des vor allem bei bei US-Kleinanlegern beliebten Online-Brokers Robinhood dauern indes an. Nutzer dürfen weiterhin nur eine bestimmte Zahl an Wertpapieren von Unternehmen wie Gamestop, AMC, Blackberry oder Nokia kaufen.

Robinhood teilte mit(öffnet im neuen Fenster) , weitere 2,4 Milliarden Dollar bei Investoren eingesammelt zu haben. Inklusive einer Finanzspritze vom vergangenen Freitag beliefen sich die zuletzt neu eingeworbenen Mittel damit nun auf 3,4 Milliarden Dollar, erklärte das US-Unternehmen im Firmen-Blog. Robinhood steht angesichts des jüngsten Spekulationsbooms unter erhöhtem Druck, Sicherheiten für das massiv angestiegene Handelsvolumen zu besorgen, das über die App abgewickelt wird.

Nach Vertretern aus der US-Politik und der US-Justiz äußerte sich mit Neel Kashkari am Montag zudem ein ranghoher Vertreter der US-Notenbank Fed zu den Börsenturbulenzen. Gamestop habe eine Menge Aufmerksamkeit erhalten, doch er sei wegen der Kurskapriolen nicht beunruhigt und sehe die Geldpolitik dadurch nicht gefordert. "Wenn eine Gruppe von Spekulanten mit einer anderen einen Willenskampf zu einer einzelnen Aktie eingehen will – Gott segne sie" , sagte Kashkari. Er fügte hinzu: "Wenn sie Geld damit machen, fein. Und wenn sie Geld verlieren, dann ist es ihre Sache."


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