Waffensystem: Darpa testet Laserkanone

Das klingt jetzt endgültig nach Star Wars: Die Defense Advanced Research Project Agency (Darpa), die Forschungsagentur des US-Verteidigungsministeriums, lässt Laserwaffen entwickeln, mit denen Flugzeuge ausgestattet werden sollen. Das US-Militär sagt, die Laserwaffen machten Fortschritte. Kritiker zweifeln jedoch an den Erfolgsberichten.


High-Energy Liquid Laser Area Defense System(öffnet im neuen Fenster) (etwa: Verteidigungssystem mit hochenergetischem Flüssigkeitslaser, Hellads) heißt das System, das das US-Unternehmen General Atomics im Auftrag der Darpa entwickelt. General Atomics baut auch Kampfdrohnen wie die MQ-9 Reaper(öffnet im neuen Fenster) .
Laserwaffen für Flugzeuge
Der Laser soll eine Leistung von 150 Kilowatt (kW) haben. Dabei soll er um den Faktor zehn kleiner und leichter sein als vergleichbare Laser heute. Das Ziel ist ein Gewicht von weniger als fünf Kilogramm pro kW und ein Volumen von drei Kubikmetern. Mit diesen Maßen soll er in ein Flugzeug passen – allerdings in größere: Illustrationen der Darpa zeigen den Langstreckenbomber B-1B Lancer von Boeing(öffnet im neuen Fenster) oder Lockheeds Transporter C-130 Hercules(öffnet im neuen Fenster) mit der Laserwaffe. Eingesetzt werden soll er gegen Ziele auf dem Boden.
Leistung und Strahlqualität des Lasers seien inzwischen gut genug, um das System ab diesem Sommer unter freiem Himmel zu testen, erklärt die Darpa. Auf dem Raketentestgelände White Sands im US-Bundesstaat New Mexico will das US-Militär mit dem Laser auf Raketen, Granatwerfer, Fahrzeuge und Attrappen von Boden-Luft-Raketen schießen.
Der Laser ist bereit für Feldtests
Die technischen Hürden in diesem Projekt seien gewaltig gewesen, sagt Rich Bagnell(öffnet im neuen Fenster) , Leiter des Programms bei der Darpa. Sie seien aber überwunden worden. "Der Hellads-Laser ist jetzt bereit, um ihn hier draußen gegen einige der schwierigsten taktischen Bedrohungen, denen unsere Soldaten gegenüberstehen, zu testen."
Es ist nicht die einzige Laserwaffe, an der das US-Militär arbeitet.
Was können Laserwaffen?
Lockheed Martin etwa entwickelt einen 30-Kilowatt-Laser . Die US-Marineinfanterie will einige ihrer Fahrzeuge mit Laserkanonen ausstatten .

Die US-Marine hat bereits Laserwaffen im Einsatz: Area Defense Anti-Munitions (Adam) etwa, einen 10-kW-Laser, den Lockheed Martin entwickelt hat. Der wurde schon unter freiem Himmel getestet . Das Schiff USS Ponce, das im Persischen Golf im Einsatz ist, hat seit vergangenem Jahr eine Laserkanone an Bord . Im Dezember erklärte die US-Marine, einen erfolgreichen Test mit dieser Waffe(öffnet im neuen Fenster) durchgeführt zu haben.
Der Test war nicht überzeugend
Ein Experte zweifelt die Tauglichkeit der Waffe indes an: Er halte das Ergebnis der Tests für "nicht besonders beeindruckend" , schreibt Subrata Ghoshroy, nach eigenen Angaben erfahrener Laser-Wissenschaftler, in der Fachzeitschrift Bulletin of the Atomic Scientists(öffnet im neuen Fenster) .

Bei dem Test wurde unter anderem eine Drohne abgeschossen und ein Schlauchboot versenkt, wie es iranische Truppen im Persischen Golf einsetzen. Offensichtlich sei es dem Militär nicht möglich gewesen, einen Laser zu bauen, der leicht genug sei, um ihn auf ein Schiff zu bauen, und dabei leistungsfähig genug, um eine heranfliegende Rakete zu zerstören. Da habe man eben einfach ein anderes Ziel genommen: ein Schlauchboot.
Das Ziel war nicht weit weg
Das Schlauchboot sei mutmaßlich weniger als eine Meile, also 1,6 Kilometer, entfernt gewesen. Wegen der kurzen Distanz konnte ein Laser niedriger Strahlqualität dafür eingesetzt werden – Strahlqualität sei "schon lange die Achillesferse von Hochleistungslasern."
Die Bordwände des Bootes seien dünn, die Drohne sei nur klein gewesen. "So war es möglich, sogenannte 'erfolgreiche' Tests mit einer relativ geringen Leistung, zwischen 10 und 20 kW, durchzuführen" , schreibt Ghoshroy. "Sie erinnerten mich an einen alten Zeichentrickfilm, in dem jemand einen Pfeil auf eine Scheune schießt und dann eine Zielscheibe drum herum malt" , resümiert er.