Wafer Supply Agreement: AMD darf CPUs überall fertigen lassen

Das neue Wafer-Abkommen mit Globalfoundries entbindet AMD vom 12-/14-nm-Zwang. Das ist wichtig für künftige Epyc- und Ryzen-Designs.

Artikel veröffentlicht am ,
Bei den Epyc-CPUs wird das I/O-Die mit 12 nm von GloFo produziert.
Bei den Epyc-CPUs wird das I/O-Die mit 12 nm von GloFo produziert. (Bild: Nico Ernst)

AMD hat in einer Pflichtmitteilung an die Börsenaufsichtsbehörde (Form 8K) ein überarbeitetes Wafer Supply Agreement (WSA) mit Globalfoundries bekannt gegeben, das bisherige Zwänge bei der CPU-Produktion aufhebt. Einst hatte AMD zwar eigene Fabs, diese Ausgliederung ist aber längst als eigenständiger Auftragsfertiger tätig.

Stellenmarkt
  1. IT Project Manager (m/w/d)
    thinkproject Deutschland GmbH, München
  2. Software & Data Engineer / Machine Learning Engineer (m/w/d)
    h.a.l.m. elektronik GmbH, Frankfurt
Detailsuche

Ungeachtet dessen besteht seit der Aufspaltung zwischen beiden Unternehmen ein Abkommen, nämlich besagtes Wafer Supply Agreement. Das letzte WSA ist von 2019: Es legte fest, dass AMD bis 2021 eine bestimmte Menge an Wafern für die 12-/14-nm-Fertigung exklusiv von Globalfoundries nutzen muss, sich seine Partner für den 7-nm-Node und kleiner aber frei aussuchen darf.

Globalfoundries hatte den eigenen 14XM-Prozess verworfen und 14LPP von Samsung Foundry lizenziert, dieses Verfahren ist in optimierter Form als 12LP(+) bis heute in Verwendung. AMD nutzt es für die I/O-Dies der Eypc- und Ryzen-CPUs, diese Chips enthalten unter anderem den DDR4-Speichercontroller sowie die PCIe-Gen4-Lanes.

Der 12-/14-nm-Zwang entfällt

Einen 7-nm-Node bietet Globalfoundries nicht an, die Entwicklung daran wurde eingestellt. Daher setzt AMD auf N7(P) vom Auftragsfertiger TSMC für CPU-Chiplets und für GPUs, so wie es das Wafer Supply Agreement von 2019 erlaubt. Das neue WSA entbindet AMD von Globalfoundries' 12-/14-nm-Pflicht, künftig kann ein I/O-Die mit einem beliebigen Node produziert werden.

Das aktualisierte Wafer Supply Agreement gilt bis Ende Dezember 2024 und umfasst ein Volumen von 1,6 Milliarden US-Dollar. Zwar steht es AMD nun frei, jede Art von Chip überall zu fertigen. Dennoch gilt dieser Betrag für die garantierte Abnahme von Wafern mit 12-/14-nm-Fertigung von Globalfoundries, egal was AMD anderswo in Auftrag gibt. Wird die entsprechende Menge nicht gebucht, sind Strafzahlungen fällig.

Fokus auf SOI statt EUV

Während TSMC und Samsung sich auf EUV-basierte Nodes wie N5P sowie 5LPE konzentrieren und erste GAA-Verfahren wie 3GAE in Arbeit haben, hat sich Globalfoundries auf SOI spezialisiert: Prozesse wie 12FDX oder 22FDX nutzen eine isolierende Siliziumoxid-Sperrschicht, was unter anderem für sehr niedrige Leckströme und eine geringe Betriebsspannung sorgt.

Mit 12FDX und 22FDX werden GPS-Chips und Radar-Devices für Autos hergestellt, außerdem Audiowandler für Smartphones und Treiber-ICs für OLED-Bildschirme sowie Elektronik für Spracherkennungssysteme. Hinzu kommen noch Produkte wie MRAM oder KI-Designs, künftig soll der Fokus auch auf neuromorphe Schaltkreise gelegt werden.

Passend dazu hat Globalfoundries vor, den Ausstoß der Fab 1 am Standort Dresden mehr als zu verdoppeln. Das Geld soll durch das Important Project of Common European Interest (IPCEI) gestellt werden, dessen Ziel es ist, die Halbleiterindustrie samt Lieferkette in Europa voranzutreiben und die Wettbewerbsfähigkeit in der EU zu verbessern.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Raumfahrt
Astra startet mit großen Ambitionen Billigraketen in Alaska

Mit 250.000 US-Dollar sollen die Raketen von Astra zum Preis eines Sportwagens hergestellt werden können. Wie will die Firma das schaffen?
Von Frank Wunderlich-Pfeiffer

Raumfahrt: Astra startet mit großen Ambitionen Billigraketen in Alaska
Artikel
  1. Ubisoft: Avatar statt Assassin's Creed
    Ubisoft
    Avatar statt Assassin's Creed

    E3 2021 Als wichtigste Neuheit hat Ubisoft ein Spiel auf Basis von Avatar vorgestellt - und Assassin's Creed muss mit Valhalla in die Verlängerung.

  2. Fifa, Battlefield und Co.: Der EA-Hack startete mit Cookies für 10 US-Dollar
    Fifa, Battlefield und Co.
    Der EA-Hack startete mit Cookies für 10 US-Dollar

    Die Hacking-Gruppe erklärt dem Magazin Motherboard Schritt für Schritt, wie der Hack auf EA gelang. Die primäre Fehlerquelle: der Mensch.

  3. Onlinetickets: 17-Jähriger betrügt Bahn um 270.000 Euro
    Onlinetickets
    17-Jähriger betrügt Bahn um 270.000 Euro

    Mit illegal erworbenen Onlinetickets soll ein 17-Jähriger die Bahn um 270.000 Euro geprellt haben. Entdeckt wurde er nur durch Zufall.

Folgen Sie uns
       


Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Schnäppchen • Alternate (u. a. MSI Optix 27" WQHD/165 Hz 315,99€ und Fractal Design Vector RS Blackout Dark TG 116,89€) • Fractal Design Define S2 Black 99,90€ • Intel i9-11900 379€ • EPOS Sennheiser GSP 600 149€ • Amazon: PC-Spiele reduziert (u. a. C&C: Remastered Collection 9,99€) [Werbung]
    •  /