Wärmewende: Besser, als die Elbe zu heizen

Während Politiker noch über die Bezuschussung neuer Ölheizungen streiten, sind einige Energieversorger und Unternehmen schon erheblich weiter. Sie zeigen in Hamburg, wie Stadtviertel - oder sogar ganze Städte - regenerativ mit Wärme versorgt werden können.

Ein Bericht von Monika Rößiger veröffentlicht am
Mit der Abwärme von Aurubis wird ein ganzes Stadtviertel beheizt.
Mit der Abwärme von Aurubis wird ein ganzes Stadtviertel beheizt. (Bild: Aurubis)

Wer sich auf das Betriebsgelände von Aurubis begibt, den empfängt gleich hinter dem Werkstor ein imposanter, feuerspeiender Drache. Zumindest wirkt es so, wenn man der riesigen Eisenskulptur gegenübersteht, die einem chinesischem Fabelwesen nachempfunden scheint. Feuer ist in der Tat das wichtigste Element für die Metallverarbeitung, und was dann an überschüssiger Hitze in der Kupferhütte anfällt, kann weitaus sinnvoller genutzt werden, als sie durch Einleitung in die Elbe unbrauchbar zu machen.

Inhalt:
  1. Wärmewende: Besser, als die Elbe zu heizen
  2. Kosten sparen und Klima schützen
  3. Nahwärme aus dem Energie-Bunker

Schließlich geht ungefähr die Hälfte des Primärenergieverbrauchs in Deutschland auf das Konto der Wärmeversorgung. Industrielle Abwärme, die bislang ungenutzt verpufft, bedeutet da ein vielversprechendes Potenzial, sowohl zur Energiegewinnung als auch CO2-Reduktion. Zurzeit liegt deren Einspeisung ins Wärmenetz jedoch nur bei zwei Prozent.

Immerhin nutzt Aurubis, einer der weltgrößten Hersteller von Nichteisen-Metallen, einen Teil der Abwärme aus der Produktion bereits seit Jahren für den eigenen Bedarf. Im Herbst 2018 ging zudem im Rahmen eines Gemeinschaftsprojekts eine 3,7 Kilometer lange Wärmeleitung mit einer Kapazität von 60 Megawatt in Betrieb. Das reicht aus, um mindestens 8.000 Haushalte mit Heizenergie zu versorgen.

Industrielle Wärme

Das heiße Wasser wird entlang der Elbbrücken über den Fluss hinweg in die östliche Hafencity geleitet, in ein Neubaugebiet mit Wohnungen und Büros. Bei einer Leistung von derzeit 160 Gigawattstunden reduziert sich der Ausstoß an Kohlendioxid nach Angaben des Unternehmens um etwa 20.000 Tonnen pro Jahr. Das Potenzial sei aber erheblich größer, bis zu 500 Gigawattstunden könnte Aurubis liefern. Das würde für rund 25.000 Haushalte reichen.

Stellenmarkt
  1. Senior Android Entwickler (m/w/d)
    intive GmbH, München, Regensburg
  2. Data Scientist (m/w/d) für parametrische Versicherungen
    Hannover Rück SE, Hannover
Detailsuche

"Mit der östlichen Hafencity wird erstmals ein ganzer Stadtteil in Hamburg mit der Abwärme aus einem Industriebetrieb versorgt", sagte Umweltsenator Jens Kerstan. "Neben erneuerbaren Wärmequellen spielt die Nutzung von industrieller Abwärme eine wichtige Rolle bei der Minderung der CO2-Emissionen in der Wärmestrategie des Senats. Wärmenetzbetreiber und Industrieunternehmen haben hier ein Geschäftsmodell gefunden, das sich rechnet und gleichzeitig wegweisend ist für die Energiewende in Hamburg."

Noch handelt es sich allerdings um ein öffentlich gefördertes Gemeinschaftsprojekt von Aurubis und dem städtischen Versorger Enercity, der seinen Hauptsitz in Hannover hat. Beide haben jeweils über 20 Millionen Euro in das Projekt investiert. Es gehört zu den zehn Leuchttürmen energieeffizienter Abwärmenutzung der Deutschen Energieagentur (Dena). Finanzielle Unterstützung kommt unter anderem vom Bundeswirtschaftsministerium, der Hansestadt Hamburg und der EU.

"Mit dem Projekt wird die Wärmewende in Hamburg vorangetrieben und bietet ein Vorbild für andere Industriestädte", sagte Susanna Zapreva, Vorstandsvorsitzende von Enercity. "Wir arbeiten bundesweit an Lösungen, mehr erneuerbare Energie für Wärmeprojekte zu nutzen."

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed
Kosten sparen und Klima schützen 
  1. 1
  2. 2
  3. 3
  4.  


befo.social 02. Okt 2019

Wenn wirklich 25.000 Haushalte an dieses besagte Unternehmen angeschlossen werden und...

chromax 30. Sep 2019

GT ist leider auch nicht die Wunderlösung, eventuell sogar das Problem der Zukunft...

Bramme 20. Sep 2019

Gibt es doch schon seit Jahrzehnten: Jenni Sonnenhaus. Ist aber deutlich teurer als ein...

Eheran 19. Sep 2019

Alles klar, vielen Dank :)

Kay_Ahnung 19. Sep 2019

Jop steht sogar so im Artikel: "Zum IW3-Konzept gehört, die Wärme verschiedener Erzeuger...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Apple
Macbook Pro bekommt Notch und Magsafe

Apple hat das Macbook Pro in neuem Gehäuse, mit neuem SoC, einem eigenen Magsafe-Ladeport und Mini-LED-Display mit Kerbe vorgestellt.

Apple: Macbook Pro bekommt Notch und Magsafe
Artikel
  1. Displayreinigung: Apple bringt 25-Euro-Poliertuch mit Kompatibilitätsliste
    Displayreinigung
    Apple bringt 25-Euro-Poliertuch mit Kompatibilitätsliste

    Fast unbemerkt hat Apple den eigentlichen Star des Events von Mitte Oktober 2021 in seinen Onlineshop aufgenommen: ein Poliertuch.

  2. In-Ears: Apple stellt Airpods 3 vor
    In-Ears
    Apple stellt Airpods 3 vor

    Apple hat auf seinem Event die Airpods 3 vorgestellt, die den Airpods 3 Pro sehr ähnlich sehen - allerdings ohne Geräuschunterdrückung.

  3. 5 Euro: Apple bietet günstigeres Music-Abo an
    5 Euro
    Apple bietet günstigeres Music-Abo an

    Apple hat ein preiswerteres Apple-Music-Abo angekündigt, das aber nur mit dem Sprachassistenten Siri gesteuert werden kann.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • Cyber Week: Bis zu 360€ auf Gaming-Monitore & bis zu 22% auf Be Quiet • LG-TVs & Monitore zu Bestpreisen (u. a. Ultragear 34" Curved FHD 144Hz 359€) • Bosch-Werkzeug günstiger • Dell-Monitore günstiger • Horror-Filme reduziert • MwSt-Aktion bei MM: Rabatte auf viele Produkte [Werbung]
    •  /