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Wärmemanagement: Neue Textilien konservieren die Körperwärme

Eine transparente Beschichtung verhindert, dass Menschen auskühlen. Das schützt das Klima und die Mode kommt dabei nicht zu kurz.
/ Wolfgang Kempkens
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So verhindert die fotothermische Beschichtung das Auskühlen. (Bild: University of Illinois)
So verhindert die fotothermische Beschichtung das Auskühlen. Bild: University of Illinois

Mit Kleidungsstücken, die die Körperwärme reflektieren, fühlen sich Menschen behaglich, auch wenn die Heizung ein wenig heruntergeregelt, also Energie eingespart wird. Die meisten dieser Materialien enthalten jedoch Metalle mit spezifischen Farben, die meist ein Graus für Modedesigner sind. Darüber hinaus reflektieren sie das meiste Sonnenlicht, was an klaren kalten Tagen eher kontraproduktiv ist.

Lili Cai, Assistenzprofessorin für Materialwissenschaften an der University of Illinois in Urbana-Champaign, und ihr Team haben das Problem gelöst. Sie entwickelten eine transparente fotothermische Beschichtung für Textilien, die Infrarotlicht, also Wärmestrahlen reflektiert.

Es handelt sich um eine Netzstruktur im Nanobereich, die Sonnenstrahlen durchlässt und dennoch die Körperwärme bewahrt, ähnlich wie Textilien auf Metallbasis. Da sie transparent ist, kann sie auf Textilien in beliebigen Farben aufgetragen werden, ohne deren Wirkung zu beeinträchtigen.

Hoher Heizeffekt bei eisiger Kälte

Selbst bei eisigem Wetter erzielt die Beschichtung einen um 15 Grad Celsius höheren Heizeffekt als normale Kleidung, was in den Wintermonaten mehr Aktivitäten im Freien ermöglicht, ohne dass dicke Kleidung benötigt wird. Dem eleganten Wedeln auf der Piste kann das zugute kommen.

" Da extreme Wetterereignisse aufgrund des Klimawandels häufiger und intensiver werden, stellt die Aufrechterhaltung des thermischen Komforts von Menschen große Herausforderungen für unsere Gesellschaft dar" , sagte Cai(öffnet im neuen Fenster) .

Doch die Beschichtung erleichtert nicht nur Outdoor-Aktivitäten und ermöglicht niedrigere Raumtemperaturen, ohne das Wohlbehagen zu beeinträchtigen. Auch das Militär könnte davon profitieren. Wenn Soldaten oder ihre Geräte – Panzer etwa und andere Fahrzeuge – mit den neuen Textilien abgedeckt werden, lassen sie sich nicht mehr so leicht mithilfe mit Wärmebildkameras entdecken. Der Tarneffekt funktioniert bei Temperaturen von 34 bis 250 Grad Celsius, und zwar sowohl am Tag als auch in der Nacht.


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