Wärme speichern: Finnische Brauerei speichert Strom in Sand

Im Januar 2026 hat das finnische Start-up The Storage(öffnet im neuen Fenster) einen eigens entwickelten Sandspeicher in einer Brauerei im finnischen Nokia in Betrieb genommen. Das Besondere ist nicht die Speicherung in Sand, weil vergleichbare Speichersysteme bereits anderorts genutzt werden.
Im Vergleich zur Größe des Speichers, der laut Unternehmen zwischen 20 und 500 Megawattstunden (MWh) Energie aufnehmen kann, bietet der Wärmespeicher eine besonders hohe Leistung für eine schnelle Einspeicherung und anschließende Nutzung. Das gelingt dadurch, dass sich der Sand im Inneren bewegen lässt, was die Wärmeübertragung entscheidend verbessern soll.
Speicherfähigkeit ist entscheidend
Derzeit soll eine Leistung von bis zu 20 Megawatt möglich sein. Damit kann bis zu 800 °C heiße Luft oder 550 °C heißer Wasserdampf für industrielle Prozesse erzeugt werden. Auf bis zu 1.000 °C wird der Sand im Inneren des Speichers durch Strom erhitzt.
Der lässt sich dann beziehen, wenn im Stromnetz ein Überangebot an erneuerbarer Energie herrscht und die Preise entsprechend niedrig ausfallen. Einmal in Form von Wärme gespeichert, sollen pro Tag fünf Prozent der Wärme verloren gehen. Bei besonders großen Speichern nennt das Unternehmen Verluste von nur einem Prozent täglich.
Daraus soll sich im normalen Betrieb ein typischer Wirkungsgrad von 90 Prozent ergeben. Dies bezieht sich auf das Verhältnis von eingespeistem Strom und nutzbarer Wärme.
Preis ist das Hauptargument für den Speicher
Zwar lässt sich mit einem Akkumulator im besten Fall ein noch höherer Wirkungsgrad erzielen, aber für den schnellen Ausbau von Speichermöglichkeiten wäre Sand die kostengünstigere Alternative.
Um 1 MWh Strom in Form von Wärme zu speichern, werden im besten Fall nur vier Tonnen Sand benötigt. Diese Menge kostet ungefähr 100 Euro. Ein Akku mit einer solchen Kapazität würde selbst im günstigsten Fall 50.000 Euro kosten.
Auch wenn die Technik für die Wärmeerzeugung, -speicherung und -nutzung noch hinzukommt, dürfte das System um ein Vielfaches günstiger ausfallen als Akkuspeicher im Großformat. Genaue Preise für seinen Sandspeicher nennt das Start-up allerdings nicht.



