Wählerverzeichnisse: Angriff auf US-Wahlsystem noch gravierender

Angeblich russische Hacker haben offenbar eine weitere Schwachstelle des US-Wahlsystems angegriffen. Die US-Regierung soll zum digitalen Roten Telefon gegriffen und in Moskau interveniert haben.

Artikel veröffentlicht am ,
Wählerregistrierung bei einem koreanischen Kulturfest in den USA
Wählerregistrierung bei einem koreanischen Kulturfest in den USA (Bild: Alex Wong/Getty Images)

Der Angriff von angeblich russischen Hackern auf das US-amerikanische Wahlsystem ist offenbar gravierender gewesen als bislang bekannt. Wie der Wirtschaftsdienst Bloomberg berichtete, wurden Ermittlungen zufolge 39 der 50 US-Bundesstaaten attackiert. Dabei soll unter anderem versucht worden sein, Wählerverzeichnisse zu ändern oder zu löschen.

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Bisher ging es bei Untersuchungen vor allem darum, ob die Wahlcomputer für die Stimmabgaben manipuliert werden konnten. Die US-Regierung hatte Russland schon im Oktober 2016 vorgeworfen, die US-Präsidentschaftswahlen vom vergangenen November hacken zu wollen.

Vertrauen in Wahlsystem gefährdet

Bloomberg beruft sich bei seinem Bericht auf drei Personen mit unmittelbarer Kenntnis der Ermittlungen. Demnach registrierte Anfang Juli 2016 der US-Bundesstaat Illinois einen Angriff auf das Wählerverzeichnis, das persönliche Daten der dortigen 15 Millionen Wähler enthält. Davon sollen 90.000 Datensätze kompromittiert worden sein.

Inwieweit durch eine Manipulation der Verzeichnisse eine Wahl tatsächlich im Sinne anderer Staaten beeinflusst werden kann, ist unklar. Zumal die eigentlich relevanten Daten laut Bloomberg nicht von den Bundesstaaten, sondern den mehr als 3.000 Counties geführt werden. Allerdings befürchtete die US-Regierung, dass Russland mit dem Löschen von Daten für die Wählerregistrierung und dem Verlangsamen der Stimmauszählung das Vertrauen in des Wahlsystem untergraben könnte. Das ginge noch über das Hacken von E-Mail-Konten und die Veröffentlichung von Parteien-Kommunikation hinaus.

Comey: Hacker kommen zurück

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Die in Illinois gefundenen Hinweise auf die Hacker, darunter IP-Adressen, wurden laut Bloomberg an alle übrigen 49 Bundesstaaten weitergegeben. Anschließend seien in 38 weiteren Staaten Hinweise auf Angriffe gefunden worden, wobei in Florida und Kalifornien private Firmen betroffen gewesen seien. Jüngst geleakte Dokumente des US-Geheimdienstes NSA nennen das Unternehmen VR Systems, das Software für Wähler-Identifizierung bereitstellt. Ein erfolgreicher Angriff auf dessen Systeme, die in acht US-Staaten im Einsatz sind, könnte ebenfalls die Stimmabgabe beeinflussen.

Die alarmierte US-Regierung nutzte anschließend eine Art digitales Rotes Telefon, um den Kreml direkt über die Hinweise zu informieren. Doch die Übermittlung von Beweismaterial über die geschützte Internetverbindung hatte nicht den gewünschten Effekt. Die Angriffe gingen dem Bericht zufolge weiter. Zumal die russische Regierung weiterhin jede Einmischungsversuche in die US-Wahlen abstreitet.

Unabhängige US-Sicherheitsexperten fanden nach der Wahl keine Hinweise darauf, dass die Stimmabgabe manipuliert worden sei. Auf dem CCC-Kongress in Hamburg forderten sie jedoch eine Dokumentation aller Stimmabgaben auf Papier, um eine unabhängige Nachzählung ermöglichen zu können.

Damit ließe sich jedoch keine Manipulation der Wahl über die Wählerverzeichnisse nachweisen. Laut Bloomberg befürchten US-Sicherheitsexperten daher, dass sich die Angriffe bei der nächsten Wahl in drei Jahren wiederholen. Auch der frühere FBI-Chef James Comey warnte bei einer Vernehmung durch den US-Senat am vergangenen Freitag: "Sie verfolgen Amerika. Sie werden zurückkommen."

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quantummongo 20. Jun 2017

Man versucht seine eigene missglückte Wahlmanipulation nun als Angriff der Russen zu...

x2k 15. Jun 2017

Quellen? bitte sehr. https://search.wikileaks.org/?q=Hacking+usa Ich bin zu faul euch...

renegade334 15. Jun 2017

1. Hat nichts mit diesem Artikel zu tun. Übrigens ist Ausspähbarkeit gar nicht schlimm...

lear 15. Jun 2017

Die Wahlzulassung ist ohnehin ein zentrales Problem der US-Wahlen. Da es in den USA kein...



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