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W3C: Do Not Track darf nicht standardmäßig aktiviert werden

Microsoft hat mit der Release Preview von Windows 8 im Internet Explorer 10 die Do-Not-Track-Funktion standardmäßig aktiviert. Das aber ist nicht im Sinne des W3C, wie die zuständige Arbeitsgruppe unmissverständlich deutlich macht.
/ Jens Ihlenfeld
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W3C-Arbeitsgruppe kontra Microsoft (Bild: Microsoft)
W3C-Arbeitsgruppe kontra Microsoft Bild: Microsoft

Ein Browser darf standardmäßig keinen "Do-Not-Track-Header" (DNT) aktivieren, darauf hat sich die zuständige Arbeitsgruppe des World Wide Web Consortium (W3C) verständigt und stellt sich damit explizit gegen den von Microsoft eingeschlagenen Weg. Der Softwarekonzern aus Redmond hat DNT in der aktuellen Platform Preview des Internet Explorer 10, die mit der Release Preview von Windows 8 ausgeliefert wird, standardmäßig aktiviert.

Doch nach dem Willen der zuständigen W3C-Arbeitsgruppe soll ein DNT-Header nur dann gesendet werden, wenn ein Nutzer dies explizit festgelegt hat. Das gilt sowohl für den Header "DNT:1", mit dem signalisiert wird, dass ein Nutzer kein Tracking wünscht, als auch für "DNT:0", mit dem ein Nutzer das Tracking explizit erlauben kann. Da der Header den Wunsch des Nutzers zum Ausdruck bringen soll, ist eine Voreinstellung nicht sinnvoll, fasst Aleecia McDonald die Diskussion der Arbeitsgruppe zusammen(öffnet im neuen Fenster) . Sie ist Doktorandin an der Carnegie-Mellon-Universität, arbeitet in Teilzeit für Mozilla und beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit Do Not Track, Tracking-Schutzlisten und deren Standardisierung durch das W3C.

Es stehe Microsoft frei, auch nach der Standardisierung durch das W3C den DNT-Header standardmäßig zu senden. Das entspreche dann aber nicht dem W3C-Standard. Sollte Microsoft dennoch behaupten, W3C-konform zu arbeiten, sei das dann ein Fall für die Aufsichtsbehörden.

DNT kann nur dann funktionieren, wenn sich auch die Websitebetreiber an die damit ausgedrückten Wünsche der Nutzer halten. Wenn aber Browser standardmäßig einen DNT-Header senden, ist es für Anbieter personalisierter Werbung wenig attraktiv, sich an einem solchen Mechanismus zu beteiligen, da personalisierte Werbung damit automatisch unterbunden wird, ohne dass sich ein Nutzer Gedanken über die durchaus vorhandenen Vor- und Nachteile von personalisierter Werbung und das dafür notwendige Tracking machen und selbst entscheiden muss.


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