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VW-Technikchef: "Wir können Technologie"

Hohe Energiepreise, Bürokratie und teure Auflagen: VW-Technikchef Thomas Schmall fordert im Vorfeld der Hannover Messe mehr Tempo bei Reformen.
/ Tobias Költzsch und dpa
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Thomas Schmall bei der Eröffnung der Batteriefabrik Salzgiga in Salzgitter im Jahr 2022 (Bild: RONNY HARTMANN/AFP via Getty Images)
Thomas Schmall bei der Eröffnung der Batteriefabrik Salzgiga in Salzgitter im Jahr 2022 Bild: RONNY HARTMANN/AFP via Getty Images

VW-Technikvorstand Thomas Schmall wünscht sich in Deutschland deutlich mehr Tempo bei Reformen. Technologisch sei Deutschland keineswegs abgehängt, sagte er im Vorfeld der Hannover Messe im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. Doch damit das auch wirtschaftlich zum Tragen komme, müsste sich der Standort schneller anpassen und die Rahmenbedingungen ändern.

Die Messe, die am 20. April 2026 beginnt, will Schmall daher nutzen, um bei den dort zahlreich erscheinenden Politikern für mutigere Reformen zu werben. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) wird die weltgrößte Industrieschau am Sonntagabend eröffnen, am Montag wird er zum Messerundgang erwartet. Und auch weitere Bundespolitiker haben sich angekündigt, darunter Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU), Forschungsministerin Dorothee Bär (CSU) und Digitalminister Karsten Wildberger (CDU).

"Die Hannover Messe zeigt: Wir können Technologie", sagt Schmall. Das habe auch VW unter Beweis gestellt, etwa durch die Entwicklung der ersten eigenen Batteriezelle aus Salzgitter innerhalb von drei Jahren, die auch auf dem Messestand des Konzerns zu sehen sein wird.

Kritik an zu viel Bürokratie

"Die Frage ist: Können wir das in Deutschland künftig noch wettbewerbsfähig herstellen bei den Kostenstrukturen und Rahmenbedingungen?", so Schmall. Hohe Energiepreise und zu viel Bürokratie bereiteten ihm Sorgen. Das habe den Innovations- und Wachstumsmotor ins Stottern gebracht.

"Wir haben gerade im Umgang mit neuen Technologien eine Überregulierung", so der VW-Technikchef. In Deutschland gebe es 60 bis 70 Prozent mehr Regulierungen als in anderen westeuropäischen Ländern. "Von China will ich gar nicht erst anfangen." Als Beispiel verweist er auf den Aufbau der eigenen Batteriefertigung. "In Salzgitter sollten zum Beispiel Brandschutzanlagen eingebaut werden, die es weltweit gar nicht gibt. Ich glaube, da überziehen wir deutlich."

"Wenn wir auch künftig Spitzentechnologie in Deutschland industrialisieren wollen, dann müssen Politik und Wirtschaft jetzt gemeinsam ein 'Made-in-Europe'-Reformprogramm hinkriegen", sagte Schmall. "Sonst wird es vermutlich sehr schwer, das Land wieder auf Wachstumskurs zu bringen."

Schmall: Politik muss Rahmenbedingungen verbessern

Die Unternehmen müssten hier ihren Beitrag leisten, aber auch die Politik müsse für bessere Rahmenbedingungen sorgen. Das eigene Unternehmen sieht Schmall hier inzwischen gut aufgestellt. "Volkswagen hat sich bereits stark verändert. Bei den Schlüsseltechnologien der E-Mobilität sind wir gut unterwegs." Und mit den in den vergangenen Jahren aufgelegten Effizienzprogrammen sei der Konzern "heute robuster, handlungsfähiger und besser aufgestellt".

Erst im Februar 2026 kündigte VW-Chef Oliver Blume ein hartes Sparprogramm an. Dabei wurden laut Berichten auch Werksschließungen nicht ausgeschlossen. Insgesamt sollen 20 Prozent der Kosten eingespart werden. Vor allem die Umsatzeinbrüche in China und Nordamerika machen dem Konzern zu schaffen. In China interessieren sich Kunden mehr für Elektroautos einheimischer Hersteller, VW ist dort ins Hintertreffen geraten.


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