Zum Hauptinhalt Zur Navigation Zur Suche

VW-Softwarefirma: Cariad baut 1.000 weitere Stellen ab

Der Stellenabbau bei der VW-Tochter Cariad geht weiter. Bei der Softwarefirma wäre jeder vierte Arbeitsplatz betroffen.
/ Friedhelm Greis
Kommentare Auf Google folgen (öffnet im neuen Fenster)
Cariad entwickelt weiterhin Software für automatisiertes Fahren. (Bild: Friedhelm Greis/Golem)
Cariad entwickelt weiterhin Software für automatisiertes Fahren. Bild: Friedhelm Greis/Golem

Der VW-Konzern will bei seiner Softwarefirma Cariad weitere 1.000 Stellen abbauen. Das berichtet das Handelsblatt(öffnet im neuen Fenster) (Paywall) unter Berufung auf Unternehmenskreise. Bei einer aktuellen Zahl von 4.300 Mitarbeitern entspricht dies fast einem Viertel der Belegschaft. Der Bericht wurde Golem aus Unternehmenskreisen bestätigt.

Dem Bericht zufolge ist bislang offen, bis wann der Abbau abgeschlossen sein soll und mit welchen Instrumenten er umgesetzt wird.

Auf einer Betriebsversammlung am 30. September 2026 soll Cariad die Mitarbeiter über die Pläne informiert haben. Der Personalabbau sei nötig, um die Wettbewerbsfähigkeit im Vergleich zu externen Softwareanbietern zu halten, sei argumentiert worden. Das berichtet das Blatt unter Berufung auf Teilnehmer der Versammlung.

VW kündigt viele Tarifverträge

Ebenso wie andere VW-Firmen soll auch Cariad bestehende Tarifverträge gekündigt haben. Medienberichten zufolge(öffnet im neuen Fenster) kündigte Volkswagen einen Großteil seiner Tarifverträge, dazu gehört auch der Manteltarifvertrag. Erst Anfang September 2026 stimmte der Aufsichtsrat dem Abbau von 50.000 Stellen in Deutschland bis 2030 zu.

Einem internen Papier zufolge, aus dem das Handelsblatt zitiert, soll Cariad seine Investitionen zwischen 2027 bis 2031 um rund 6,1 Milliarden Euro senken. Ebenfalls solle die Softwarefirma zu Beginn des kommenden Jahrzehnts weitere 400 Millionen Euro beitragen, um das operative Konzernergebnisses zu verbessern.

Aus dem Bericht geht nicht hervor, welche Standorte von dem Stellenabbau besonders betroffen sein sollen. Eine entsprechende Anfrage von Golem blieb bislang unbeantwortet.

Neuer Standort in Berlin

Erst im Juni 2026 hatte Cariad seinen neuen Standort in Berlin im Beisein von Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU) eingeweiht. Dort arbeiten mehr als 1.000 Personen. In den vergangenen beiden Jahren reduzierte Cariad bereits die Mitarbeiterzahl von 5.900 auf etwas mehr als 4.000.

Grund dafür sind unter anderem die Kooperationen von VW mit dem US-Elektroautohersteller Rivian und dem chinesischen Hersteller Xpeng, die das zentrale Betriebssystem VW.OS liefern sollen. Der Fokus bei Cariad liegt auf der Weiterentwicklung der bisherigen Architekturen E3 1.1 und E3 1.2 sowie der China-Architektur CEA.

Weltweit gibt es mehr als 20 Standorte, darunter fünf Marken-Hubs in Stuttgart (Porsche), Ingolstadt (Audi), Wolfsburg (VW) sowie in den USA und China. Der größte Standort ist weiterhin Ingolstadt.

Nachtrag vom 30. September 2026, 16:56 Uhr

Wir haben eine Bestätigung des Berichts aus Unternehmenskreisen erhalten.Nachtrag vom 30. September 2026, 16:56 Uhr


Relevante Themen