Wer in der Marketingabteilung eines Autokonzerns anfängt, sollte zuvor ein Praktikum bei einem Salamiverkäufer gemacht haben. Denn es ist inzwischen üblich, die technischen Daten und das Design nur noch in hauchdünnen Scheiben im Verlauf mehrerer Jahre zu präsentieren. Mit dem VW ID.Polo ist die Wurst nun so gut wie geschnitten. Nach dem Entfernen der Tarnfolie hat VW inzwischen den Konfigurator freigeschaltet. Demnach starten die verfügbaren Versionen bei 33.795 Euro. Die Basisversion zum Preis von knapp 25.000 soll von Juli 2026 bestellbar sein.
Etwas mehr als zwei Jahre ist es her, dass VW eine seriennahe Studie des ID.Polo in Hamburg vorstellte, damals noch unter dem Namen ID.2all. Daher war es konsequent, den fertigen ID.Polo ebenfalls in Hamburg zu präsentieren. Wie sich zeigte, konnte VW nicht alles umsetzen, was angekündigt worden war.
Das Serienfahrzeug unterscheidet sich äußerlich erstaunlich wenig von der seinerzeit vorgestellten Studie. Selbst Details wie die verdeckten Griffe bei den hinteren Türen behielten die Designer um Andreas Mindt bei.
Im Innenraum finden sich zumindest die beiden Displays wieder, jedoch hat VW sich am Ende für ein anderes Bedienkonzept mit mehr haptischen Tasten entschieden. Den neuen Namen und das getarnte Serienmodelle gab VW auf der IAA 2025 in München preis.
Dem Innenraum des Polo ist anzumerken, dass VW von den eher negativen Rückmeldungen des ersten ID.3 gelernt hat. Es gibt zwar weiterhin Oberflächen aus Hartplastik, aber Stoffbezug am Armaturenbrett und an den Türen. Von Oberflächen in Klavierlackoptik keine Spur.
Jede Tür hat einen separaten Taster für den elektrischen Fensterheber. Das sollte eigentlich keine Erwähnung wert sein, doch der Verzicht auf die separaten Taster hat viele Kunden gestört. Die Türgriffe befinden sich wie im T-Roc nicht mehr separat in der Tür, sondern am vorderen Ende der Bedien- und Griffleiste und sind laut VW "ergonomisch optimal greifbar". Das hat nicht einmal der ID.3 Neo.
Der Unterschied zur Kompaktklasse ist in der Mittelkonsole erkennbar. Der ID.3 hat größere Becherhalter und über der Ablage eine sogenannte Schmetterlingsarmlehne, die sich aufklappen lässt. Beim Polo klappt die Abdeckung nach hinten auf.
Besser gelöst ist beim ID.Polo die Position der USB-C-Buchsen. Diese befinden sich in der Mittelkonsole unterhalb der Smartphone-Ablage. Über eine Aussparung in der Ablage lässt sich ein Ladekabel durchstecken. Eine induktive Lademöglichkeit gibt es nur gegen Aufpreis. Beim ID.3 sind die USB-C-Buchsen in der Ablage der Mittelkonsole versteckt.
Bild 1/42: Mit dem ID.Polo bringt VW einen vollelektrischen Kleinwagen zum Einstiegspreis von 25.000 Euro auf den Markt. (Foto: VW)
Bild 2/42: Der ID.Polo kommt mit zwei Akkugrößen und drei Leistungsstufen auf den Markt. Eine GTI-Version soll noch folgen. (Foto: VW)
Bild 3/42: Je nach Ausstattung leuchtet das LED-Band zwischen den Scheinwerfern und das VW-Logo. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 4/42: Auch die Querspange im Heck ist je nach Ausstattung beleuchtet. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 5/42: Der ID.Polo ist 4.053 mm lang, 1.816 mm breit und 1.530 mm hoch. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 6/42: Zunächst trug der ID.Polo den Namen ID.24all, später kehrte VW zu den klassischen Modellnamen zurück. (Foto: VW)
Bild 7/42: Das Kofferraumvolumen beträgt 441 Liter, was viel für einen Kleinwagen ist. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 8/42: Unter der Kofferraumabdeckung befindet sich ein großer Stauraum, in dem je nach Ausstattung der Subwoover untergebracht ist. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 9/42: Von der Höhe her passen sogar Getränkekisten in dieses Fach. (Foto: VW)
Bild 10/42: Im oberen Teil ist Platz für mehrere Getränkekisten. (Foto: VW)
Bild 11/42: Der komplette Antrieb mit der Steuerungs- und Ladeelektronik ist in der Front untergebracht. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 12/42: VW hat für seine Kleinwagen einen neuen Motor mit der Bezeichnung APP290 entwickelt. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 13/42: Der Innenraum ist völlig neu gestaltet worden. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 14/42: VW setzt künftig wieder verstärkt auf haptische Bedienelemente. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 15/42: Das Fahrerdisplay hat eine Diagonale von 10,25 Zoll (26 Zentimeter). (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 16/42: Der berührungsempfindliche Zentralbildschirm hat eine Diagonale von 12,9 Zoll (32,77 cm). (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 17/42: Auf Wunsch lässt sich ein Retrolook einstellen: der Mediaplayer als Kassettenrekorder. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 18/42: Der Akkustand wird wie eine analoge Tankanzeige dargestellt. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 19/42: Die Navigationskarte erscheint wie in einem kleinen Röhrenfernseher. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 20/42: Auf Wunsch vieler Kunden: Jedes Fenster lässt sich einzeln über einen Schalter öffnen und schließen. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 21/42: VW verzichtet künftig auf berührungsempfindliche Bedienflächen und setzt auf haptische Tasten. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 22/42: Mit dem rechten Lenkradbedienfeld lassen sich das Fahrerdisplay und Medieninhalte steuern. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 23/42: Die Textilien der Sitze und Türen bestehen aus recyceltem PET. (Foto: VW)
Bild 24/42: Unterhalb des Zentralbildschirms befinden sich Taster für die Klimasteuerung. (Foto: VW)
Bild 25/42: In der Mittelkonsole gibt es ein kleines Ablagefach. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 26/42: Mit dem Drehregler lassen sich die Lautstärke einstellen oder Sender und Musiktitel wechseln. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 27/42: Die Smartphone-Ablage verfügt je nach Ausstattung über eine induktive Lademöglichkeit. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 28/42: Unter der Ablage befinden sich zwei USB-C-Buchsen. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 29/42: Die Türgriffe befinden sich nicht mehr separat in der Tür, sondern am vorderen Ende der Bedien- und Griffleiste. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 30/42: Eingeprägte Fahrzeug-Silhouetten befinden sich an den beiden Außenseiten des Armaturenbretts. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 31/42: Der Radstand mit 2,6 m ermöglicht keinen üppigen Platz im Fond. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 32/42: An der Mittelkonsole befinden sich zwei USB-C-Buchsen und ein Smartphone-Halter. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 33/42: Die Beinfreiheit ist bei Kleinwagen nur eingeschränkt vorhanden. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 34/42: Größere Passagiere stoßen mit ihren Knien an die Vordersitze an. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 35/42: Je nach Ausstattung verfügt der ID.Polo über IQ.LIGHT-LED-Matrix-Scheinwerfer. (Foto: VW)
Bild 36/42: Den Passagieren stehen bei der Elektroversion zusätzliche 19 mm im Innenraum zur Verfügung. (Grafik: VW)
Bild 37/42: Den neuen E-Motor APP290 gibt es in vier Leistungsstufen. (Grafik: VW)
Bild 38/42: Je nach Leistung verfügt der Rotor über eine stärkere Permanentmagnetisierung. (Grafik: VW)
Bild 39/42: Das Getriebe ist in die Antriebseinheit integriert. (Grafik: VW)
Bild 40/42: Das Fahrwerk wurde neu entwickelt. (Grafik: VW)
Bild 41/42: Der ID.Polo verfügt über einen Frontantrieb. (Grafik: VW)
Bild 42/42: Die Batteriezellen für den NMC-Akku stammen aus einer neuen Fabrik in Salzgitter. (Grafik: VW)
Der ID.Polo ist 4,05 m lang, 1,82 m breit und 1,530 m hoch. Das Leergewicht inklusive Fahrer beträgt bei beiden Akkuversionen etwa 1.570 kg. Der cw-Wert liegt bei 0,264. Bei einem Radstand von 2,6 m bleibt den Passagieren im Fond nicht viel Platz, um die Beine auszustrecken. Allerdings ist das Kofferraumvolumen mit 441 Liter für einen Kleinwagen recht groß. Das ist mehr als beim ID.3 Neo und auch mehr als beim Verbrennerpendant. Mit umgeklappten Rücksitzen steigt das Ladevolumen auf 1.243 Liter, was 118 Liter mehr sind als beim bisherigen Polo.
Das alles ist möglich, weil VW den kompletten Antrieb einschließlich Steuerungs- und Ladeelektronik in der Front des Fahrzeugs positioniert hat.