Auch in der E-Mobilität will gut Ding manchmal Weile haben. Im September 2016 stellte VW die erste Studie des Elektroautos ID.3 vor, die damals noch als ID.Neo bezeichnet wurde. Nun erhält der Kompaktstromer unter dem Namen ID.3 Neo seine zweite Modellpflege(öffnet im neuen Fenster). Allerdings setzt sich VW damit bewusst von dem futuristischen Konzept ab, das der damalige Konzernchef Herbert Diess auf dem Pariser Autosalon vorgestellt hatte.
Ein Jahr später erhielt der ID.3 einen stärkeren Antrieb und eine bessere Software. Sogar beleuchtete Touchslider zur Steuerung von Innenraumtemperatur und Lautstärke waren endlich verfügbar. Mit dem neuen ID.3 Neo geht VW noch einen Schritt weiter. Oder besser gesagt: einen großen Schritt zurück.
Bei der Präsentation des ersten ID sagte VW-Chef Diess noch stolz: "Die Steuerung des Autos wird völlig intuitiv sein. Keine Schalter, keine Hebel, nur Bildschirme." Der Weg hat sich inzwischen als Sackgasse herausgestellt.
Bei der Präsentation des ID.3 Neo vor wenigen Tagen in Hamburg sagte Vertriebsvorstand Martin Sander: "Früher erstellten Ingenieure lange Listen mit Funktionen und Anforderungen. Am Ende des Tages fragten wir uns manchmal, warum sich die Kunden bei der Nutzung unserer Produkte nicht wirklich wohlfühlten. Heute gehen wir anders vor. Wir beginnen nicht mit Funktionen, sondern mit den Menschen. Bevor wir über Technik sprechen, fragen wir uns, wer dieses Auto tatsächlich fahren wird."
Es erscheint erstaunlich, dass VW nicht vorher mit Kunden getestet hat, ob sie berührungsempfindliche Bedienfelder, winzige Fahrerdisplays oder unbeleuchtete Touchslider wollten. Möglicherweise ließ sich Diess zu sehr von Elon Musks Ideen beeindrucken und setzte darauf, dass VW-Kunden den Verzicht auf Taster und Schalter akzeptieren würden.
Bild 1/32: Der VW ID.3 Neo ist eine stark überarbeitete Version des Kompaktstromers ID.3 von VW. (Foto: VW)
Bild 2/32: Die Außenmaße sind mit 4,29 m Länge, 1,81 m Breite und 1,55 m Höhe praktisch unverändert. (Foto: VW)
Bild 3/32: VW verzichtet künftig auf die schwarze Lackierung von Dach und Dachkantenspoiler. (Foto: VW)
Bild 4/32: Die Heckklappe ist künftig ebenfalls in Wagenfarbe lackiert. (Foto: VW)
Bild 5/32: Die Scheinwerfer des ID.3 Neo werden durch eine glasüberbaute Querspange verbunden, die beleuchtet werden kann. (Foto: VW)
Bild 6/32: Das Kofferraumvolumen bleibt mit 385 Litern verhältnismäßig klein. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 7/32: Unter der Abdeckung gibt es einen Stauraum für das Ladekabel. Einen Frunk gibt es nicht. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 8/32: Die Rücksitze lassen sich in der Mitte umklappen, um beispielsweise Skier zu transportieren. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 9/32: Der Innenraum des ID.3 Neo unterscheidet sich stark vom Vorgängermodell. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 10/32: Das Fahrerdisplay ist deutlich größer geworden und hat einen Retrolook. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 11/32: VW verzichtet künftig auf berührungsempfindliche Bedienflächen und setzt auf haptische Tasten. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 12/32: Mit dem linken Lenkradbedienfeld lassen sich die Assistenzsysteme steuern.
Bild 13/32: Auch für Scheibenwischer und Licht gibt es einen separaten Lenkradhebel. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 14/32: Der Fahrwahlhebel befindet sich weiterhin am Lenkrad. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 15/32: Jedes Fenster lässt sich einzeln über einen Schalter öffnen und schließen. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 16/32: Unterhalb des Zentralbildschirms befinden sich neue Taster für die Klimasteuerung. Die ungeliebten Touchslider sind verschwunden. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 17/32: Die Mittelkonsole verfügt über Becherhalter und mehr Stauraum. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 18/32: Mit dem Drehregler lassen sich die Lautstärke einstellen oder Sender und Musiktitel wechseln. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 19/32: Die USB-C-Anschlüsse befinden sich etwas versteckt im Stauraum der Mittelkonsole. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 20/32: Gegen Aufpreis sind sogenannte Ergoactive-Sitze verfügbar. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 21/32: Bei einem Radstand von 2,76 m ist der Platz im Fond nicht üppig, aber ausreichend. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 22/32: Neben Hartplastik finden sich auch weichere Stoffbezüge im Fond. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 23/32: Das neue Infotainmentsystem Innovision ermöglicht vier frei wählbare Funktionen als Favoriten. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 24/32: Die Menüleiste für die Klimafunktionen ist ebenfalls konfigurierbar. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 25/32: Der Routenplaner von VW ist auf Langstrecken hilfreich und funktioniert gut. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 26/32: Der ID.3 Neo nutzt die ID.Software-Version 6.0.0. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 27/32: Das Infotainmentsystem basiert auf Android. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 28/32: Die Abmessungen des ID.3 Neo unterscheiden sich kaum vom Vorgängermodell. (Grafik: VW)
Bild 29/32: Der neue Elektromotor APP350 liefert bis zu 170 kW. (Grafik: VW)
Bild 30/32: Der ID.3 Neo wird weiterhin an der Hinterachse angetrieben. (Grafik: VW)
Bild 31/32: Das Fahrwerk des ID.3 Neo (Grafik: VW)
Bild 32/32: Den ID.3 Neo gibt es mit drei Motorvarianten und drei Akkugrößen. (Grafik: VW)