VW-Aufsichtsratschef: Chipmangel bleibt kritisch

Die Chipknappheit werde die Autohersteller noch mindestens bis 2022 beschäftigen, so der VW-Aufsichtsratschef. Lagerbestände seien abverkauft.

Artikel veröffentlicht am , / dpa
Ein Volkswagen
Ein Volkswagen (Bild: renehesse/Pixabay)

Auch die oberste Führung von Volkswagen richtet sich auf eine mögliche längere Lieferkrise bei Mikrochips ein. Das Fehlen größerer Mengen von Elektronik-Bauteilen, das derzeit bei zahlreichen Autoherstellern zu Produktionseinbußen und teilweise auch zu Kurzarbeit führe, dürfte nach jetziger Einschätzung wohl nicht so rasch vorbei sein, sagte Aufsichtsratschef Hans Dieter Pötsch der Deutschen Presse Agentur (DPA) am Rande der Automesse IAA Mobility.

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"Wir müssen uns damit auseinandersetzen, dass wir bis ins erste Halbjahr 2022, vielleicht auch noch weitergehender, mit Auswirkungen zu rechnen haben", sagte der Chefkontrolleur des größten deutschen Unternehmens am 6. September in München. Insgesamt sei die Konjunkturlage in der Autoindustrie nach dem Corona-Tief 2020 jedoch relativ stabil.

Pötsch betonte, die Fabriken der großen Chipproduzenten würden "rund um die Uhr gefahren werden - da gibt es aktuell keine größeren Spielräume". Autobauer hatten den künftigen eigenen Bedarf nach dem Wiederanspringen der Nachfrage Ende 2020 unterschätzt und daher vielerorts Lieferverträge storniert. Die entsprechenden Volumina fehlen jetzt, stattdessen werden oft Abnehmer aus anderen Wirtschaftszweigen vorrangig versorgt.

Bau zusätzlicher Fabriken dauert Jahre

Rasche Neubauten von Chipfabriken hält Pötsch für eher unrealistisch: "Der Bau zusätzlicher Halbleiterfabriken kostet Zeit, unter zwei bis drei Jahren ist meist nichts möglich. Und die Investitionsdimensionen sind enorm." Parallel dazu werde durch die Digitalisierung noch die Nachfrage nach den unerlässlichen Komponenten aus Silizium oder Germanium zulegen: "Der mittelfristige Bedarf an Halbleitern wird größer sein, als er noch vor kürzerer Zeit eingeschätzt worden ist."

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Der VW-Chefaufseher sprach sich für ein koordiniertes Vorgehen zwischen den EU-Staaten aus, um dem Thema mehr Aufmerksamkeit zu widmen. "Die Frage ist, ob wir in Europa diese Abhängigkeit von Importen weiter hinnehmen wollen - oder ob wir den Aufbau von mehr eigener Halbleiter-Kompetenz und -Kapazitäten nicht mehr fördern sollten", sagte Pötsch.

VW selbst plant bereits eine größere Eigenständigkeit bei der Entwicklung spezieller Auto-Anwendungen: "Wir müssen als Unternehmen auch unsere Kompetenzbasis beim Thema Chipdesign deutlich anreichern und das gesamte Geschäft durchdringen, damit wir in der Lage sind, hier auch eigene Beiträge zu leisten."

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Die durchwachsenen Verkäufe in mehreren Automärkten und die zuletzt deutlich gesunkenen Neuzulassungen in Deutschland führt Pötsch unter anderem auf die Schwierigkeiten zurück, die aufgestaute Nachfrage vom Höhepunkt der Corona-Krise rasch zu bedienen. Doch die grundlegenden Konjunkturdaten der Volkswirtschaften böten Grund zur Zuversicht. Sie seien in vielen Automärkten "weiter positiv und stark", meinte er.

"Aber die Lieferzeiten für individuell konfigurierte Neuwagen sind jetzt häufig lang", schränkte Pötsch gleichzeitig ein. "Es gibt derzeit eine deutliche Lücke, wenn Sie die Auftragseingänge mit den Auslieferungen abgleichen. Und das meiste, was wir direkt nach Corona noch in den Lagern hatten, ist jetzt auch verkauft."

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