VW-Abgasskandal: Das kollektive Versagen der Entwickler

Der Skandal um die manipulierten Abgaswerte bei VW beschädigt das Vertrauen in die Digitalisierung der Autos. Das kann auch schwerwiegende Folgen für das vernetzte und automatisierte Fahren haben.

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Offenbar nur ein leeres Werbeversprechen: der Slogan "Clean Diesel" von VW
Offenbar nur ein leeres Werbeversprechen: der Slogan "Clean Diesel" von VW (Bild: Saul Loeb/AFP/Getty Images)

Die Digitalisierung von Autos beginnt nicht erst beim autonomen und vernetzten Verkehr. Schon heute verstehen sich die Autohersteller als Softwarekonzerne und nutzen auf jede erdenkliche Weise Sensoren und Prozessoren, um die Autos komfortabler, sicherer und umweltfreundlicher zu machen. Der VW-Abgasskandal zeigt jedoch auf drastische Weise: Das Vertrauen in die eingesetzte Software ist selbst dann nicht gerechtfertigt, wenn sie richtig funktioniert. Die Versprechen der Hersteller, beispielsweise in Sachen Umweltschutz, können sich als reine Lippenbekenntnisse erweisen.

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Beides sind keine guten Voraussetzungen, um bei den Kunden eine Akzeptanz für die neue Art der Mobilität zu finden. Hier werben Hersteller und Politik damit, dass der autonome und vernetzte Verkehr sicherer und umweltschonender sein soll. Wer soll das noch glauben? Offenbar ist es nicht nur bei VW, sondern in der gesamten Autoindustrie gang und gäbe, die Abgasprüfungen durch Chips zu manipulieren. Der Umweltschutz ist ihnen offenbar völlig egal. Das ist genau so, als würde man Brausepulver in die Airbags füllen und nur die Crashtestautos mit richtigem Explosivstoff ausstatten.

Entwicklung illegaler Komponenten ist falsch

Besonders bedenklich erscheint es, dass ganze Entwicklungsabteilungen da mitmachen und auf diese Weise nicht nur ihren Arbeitsplatz und ihr Unternehmen, sondern auch die Gesundheit der Menschen gefährden und die Umwelt schädigen. Offenbar hat sich auch kein einziger Whistleblower gefunden, der mit diesen brisanten Erkenntnissen an die Öffentlichkeit gegangen ist.

Wer ist daran schuld? Zulieferer wie Bosch weisen die Verantwortung von sich. Sie liefern nur das, was die Hersteller bei ihnen bestellen. Aus einem größeren Paket können diese die gewünschten Schalter und Datenfelder einstellen, wie Golem.de von einem Entwickler erfahren hat, der ungenannt bleiben möchte. Im Zweifel werde dem Autobauer lediglich mitgeteilt, dass es illegal sein könne, wenn bestimmte Softwarefunktionen aktiviert würden. Dies ist aber zu kurz gedacht. Es mag zwar möglicherweise legal sein, eine illegale Funktion zu programmieren. Doch es macht letztlich den Herstellern erst möglich, die Kontrollen auszutricksen. Das ist genauso falsch wie der Verkauf von potenzieller Überwachungssoftware an autoritäre Regimes. Management und Entwickler drücken offenbar alle Augen zu, wenn es ums Geschäft geht.

Wer vertraut noch in Sicherheit der Software?

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In zehn Jahren sollen bereits 130.000 Mitarbeiter in Deutschland an der Wertschöpfung bei hochautomatisierten Fahrzeugen beteiligt sein. Die Hälfte davon im Bereich Software. Woher sollen Kunden wissen, ob die Versprechen zu Datenschutz und IT-Sicherheit eingehalten werden? Ob sich die Autokonzerne nicht irgendwelche Hintertüren in die Software einbauen lassen, die man dann nach Bedarf abschalten kann oder auch nicht? Vielleicht möchte man doch noch die Nutzungsdaten verkaufen, ohne dass der Halter davon etwas erfährt.

Es bleibt zu hoffen, dass Autohersteller und Zulieferer, deren Entwickler, Programmierer und Management, aus dem VW-Desaster die richtigen Schlüsse ziehen. Bislang hatte die Autoindustrie eigentlich den Ruf, ihre Programme sehr sorgfältig zu prüfen, da Abstürze bei 180 km/h auf der Autobahn sich dramatischer auswirken können als am heimischen PC. Programmierer sollten daher den Mut finden, künftig solche Anforderungen abzulehnen, die später Sicherheitsprobleme liefern können und von vornherein illegal sind. Oder sie den zuständigen Zulassungsstellen melden, bevor sie ausgenutzt werden können.

Es wird schwer genug werden, ein sicheres digitales Auto zu bauen und zu programmieren. Jeder Versuch, diese Anstrengung bewusst zu untergraben, könnte dem ganzen Projekt einen irreparablen Schaden zufügen.

IMHO ist der Kommentar von Golem.de. IMHO = In My Humble Opinion (Meiner bescheidenen Meinung nach)

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cpt.dirk 01. Okt 2015

Open Source ist nicht gleich Open Source und heißt noch lange nicht: "kostenlos" oder...

cpt.dirk 01. Okt 2015

Wenn nun besagter Autohersteller sich der arglistigen Täuschung von hundertausenden...

eineFrau 30. Sep 2015

Richtig! Aber ist doch viel schöner, Rundumschläge zu verteilen ^^

Ovaron 28. Sep 2015

Da stimme ich Dir zu. Nein, ist es nicht. Wäre das was er geschrieben hat gleichzeitig...



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