Vuzix Blade im Hands on: Neue Datenbrille mit einem scharfen und hellen Bild

Nachtrag vom 15. Januar 2018, 10:12 Uhr
Der US-Hersteller Vuzix hat auf der Elektronikmesse CES 2018 in Las Vegas seine neue Datenbrille Blade(öffnet im neuen Fenster) vorgestellt. Die Brille kann Informationen im rechten Glas einblenden, eignen soll sie sich Vuzix zufolge sowohl für Consumer als auch für Unternehmen.

Anders als die erste Google Glass ist die Blade eine richtige Brille mit Gläsern, die auch durch Gläser mit Sehstärke ersetzt werden können. Wir haben die Blade ausprobiert und waren von der visuellen Qualität der eingeblendeten Inhalte positiv überrascht.







Besonders schick ist die Blade zugegebenermaßen nicht, allerdings sieht man der Brille auch nicht unbedingt an, dass sie einen Haufen Technik inklusive eines Akkus eingebaut hat. Lediglich die breiteren Bügel sind ein Hinweis darauf, dass in der Brille mehr steckt als in normalen Sehhilfen.
Informationen und Benachrichtigungen direkt im Sichtfeld
Das Bild wird auf das Glas der Brille geworfen und ist transparent, der Träger sieht also noch, was sich dahinter abspielt. Das ist - wie einst bei der Google Glass - zunächst gewöhnungsbedürftig, zumal sich das eingeblendete Display nur auf einer Seite befindet. In unserem Fall waren die Inhalte auf dem rechten Glas zu sehen.
Die Blade ist imstande, Benachrichtigungen von einem Smartphone zu senden, als auch eigene Apps auszuführen. Auf der uns gezeigten Brille waren unter anderem eine Kamera-App sowie ein Spiel installiert. Die Brille kann Bewegungen tracken. Auf diese Weise konnten wir bei dem Spiel durch unsere Kopfbewegungen eine Kanone steuern, die auf Würfel schießt.
Das Tracking ist allerdings nicht so genau wie bei aktuellen Gaming-Headsets, was wir jedoch in Ordnung finden. Der Verwendungszweck der Blade ist eher ein anderer. Vuzix sieht die Brille im Einsatz bei Unternehmen, für sportliche Aktivitäten oder auch als täglicher Begleiter, der einem Informationen gibt.
Interessant für Unternehmen
Wirklich interessant ist die Blade im Unternehmenskontext: Vuzix hat uns Beispiele gezeigt, wie die Brille reale Dinge mit eingeblendeten Informationen versehen kann. So ist das Gerät beispielsweise in der Lage, die Bauteile einer Entwicklerplatine zu benennen. Die Bezeichnungen bleiben auch beim Bewegen des Teils an der jeweils richtigen Stelle - hierfür ist das Tracking absolut ausreichend.







In einem anderen Beispiel hat die Blade eine Kerze erkannt und auf unsere Eingabe den Standort des Produktes in einem fiktiven Lager preisgegeben - inklusive einer kleinen Standortkarte. Dieses Anwendungsszenario ist für Unternehmen interessant, um Lagerbestände einfacher zu erfassen und kontrollieren zu können.
Praktisch für Unternehmen
Diese Beispiele lassen sich weiterspinnen, etwa auf handwerkliche Tätigkeiten: So könnte ein Monteur mit der Brille Informationen zum Werkstück, das er gerade verwendet, erhalten. Diese Szenarien sind im Bereich der AR-Brillen nicht neu; was die Vuzix Blade von anderen Modellen jedoch unterscheidet, ist die Qualität des eingeblendeten Bildes.
Die Einblendungen sind sehr hell, scharf und farbintensiv. Zudem ist das fiktive Display sehr scharf: Eine genaue Auflösung wollte uns der Hersteller zwar nicht verraten, beim Betrachten von Fotos fällt die hohe Pixeldichte aber auf. Die Helligkeit kann von geradezu durchdringend bis zu sehr schwach eingestellt werden, was das eingeblendete Bild subtiler im Gesichtsfeld wirken lässt.
Einblendungen können in der Höhe verschoben werden
Der mögliche Bereich für das Display ist größer als die Standardgröße der Einblendungen. Dadurch ist es möglich, die Lage der gezeigten Informationen zu verändert. Wir können in den Einstellungen der Brille die Einblendungen bis an den unteren Rand verschieben oder prominenter in der Mitte platzieren. Auf jeden Fall bleibt die Information aber immer eher im rechten Bereich des rechten Brillenglases.
Die Verschiebemöglichkeit ist je nach Verwendungszweck praktisch: Nutzen wir die Brille beispielsweise beim Fahrradfahren, würden wir uns das eingeblendete Display eher an den unteren Rand setzen, um das Hauptgesichtsfeld frei zu haben. Ein Monteur oder ein Lagerist hingegen könnte mehr daran interessiert sein, die Einblendungen direkt im Gesichtsfeld zu haben.
Einfache Bedienung mit Touchpad
Mit Hilfe eines seitlichen Touchpads navigieren wir durch die Menüs der Brille. Ein Wisch nach vorne oder hinten blättert durch das Menü, ein Tap wählt die gerade ausgewählte Funktion aus. Ein Wisch nach vorne mit zwei Fingern bringt uns zum Hauptmenü zurück. Die Navigation ähnelt derjenigen der Google Glass sehr und ist nach wenigen Minuten erlernt.







Die Vuzix Blade ist darüber hinaus kompatibel mit Amazons Sprachassistenten Alexa - dem Trend der diesjährigen CES folgend, Sprachassistenten auf alle möglichen Geräte zu bringen. Leider konnte der Hersteller uns die Integration nicht vorführen. Alexa soll auf der Brille genauso funktionieren, wie in Amazons Echo-Show-Lautsprecher.
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Alexa blendet Karten ein
Nutzer können Fragen stellen und bekommen neben einer sprachlichen Rückmeldung auch ein visuelles Feedback in Form von Karteneinblendungen. Mit der Blade sollen sich über Skills auch Smart-Home-Geräte steuern lassen, ganz so, wie mit einem Alexa-Lautsprecher.
Die Laufzeit der Brille soll laut Vuzix je nach Anwendungsszenario zwischen zwei und zwölf Stunden liegen. An die Brille kann per USB-Kabel ein externer Akku angeschlossen werden, dann ist die Laufzeit entsprechend länger.
Fazit
Die Vuzix Blade ist eine AR-Brille mit hellen und vor allem scharfen Einblendungen, die sich zudem noch angenehm trägt und mit Gläsern bestückt werden kann, die eine Sehstärke haben. Die Bedienung ist intuitiv, die Menüs übersichtlich. Praktisch ist auch die Möglichkeit, das eingeblendete Display verschieben zu können.
Dank der Alexa-Einbindung scheint Vuzix die Brille durchaus auch im Consumer-Markt zu sehen. Für Monteure und Lagerarbeiter stellen wir uns eine Brille wie die Blade allerdings als praktischer vor.
Der Preis des finalen Modells soll Vuzix zufolge 1.000 US-Dollar betragen, der Europreis dürfte 1:1 übertragen werden. Aktuell können Interessenten auch in Deutschland ein Developer Kit reservieren, dafür müssen 570 Euro angezahlt werden. Diese Anzahlung soll dann mit dem finalen Preis von 2.300 Euro verrechnet werden.
Nachtrag vom 15. Januar 2018, 10:12 Uhr
Auf seiner Homepage hat Vuzix den Preis des Developer Kits näher spezifiziert. Wir haben entsprechend die Preisinformationen ergänzt.



