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VR-Rundschau: Matrix-Albträume, lächelnde Blumen und Gladiatoren

VR ist als Medium quicklebendig - das zeigen unter anderem ein Fantasy-Rollenspiel, ein psychedelischer VR-Trip und zwei Survival-Abenteuer im Weltraum.

Eine Rezension von veröffentlicht am
Screenshot Transference
Screenshot Transference (Bild: Ubisoft)

Die Zahl klingt ganz ordentlich: Mehr als 3 Millionen Exemplare der Playstation VR hat Sony mittlerweile verkauft. Und tatsächlich gibt es immer neue spannende PSVR-Titel: Neben dem vorzüglichen Taktik-Shooter Firewall: Zero Hour debütierte in letzter Zeit auch der Survival-Shooter The Persistence und das Jump'n'Run Astro Bot auf Sonys VR-Brille. Besitzer von Oculus Rift oder HTC Vive müssen sich ohnehin nicht um Nachschub sorgen: Für beide Headsets erscheint nahezu täglich neue Software. Und auch die Mobilbrillen Oculus Go und Samsung Gear VR kommen nicht zu kurz, wie unsere nun folgende Empfehlungsliste zeigt. Viel Spaß!

Transference - albtraumartiger Psychothriller

Inhalt:
  1. VR-Rundschau: Matrix-Albträume, lächelnde Blumen und Gladiatoren
  2. Museum of Symmetry - Erkundungstrip ohne Regeln

Ein unsterblicher Geist: Das ist das Ziel von Raymond Hayes. Der Neurowissenschaftler will die perfekte Computersimulation des menschlichen Bewusstseins erschaffen. Als Versuchspersonen wählt Hayes sich selbst, seine Frau Katherine und seinen Sohn Benjamin aus - doch das Experiment geht gründlich schief. In Transference untersuchen wir, was mit der Familie geschehen ist - und betreten dabei unterschiedliche Realitätsebenen. Das rund zweistündige Spiel ist eine Gemeinschaftsproduktion von Ubisoft und Elijah Woods Firma Spectrevision, die vor allem Horrorfilme produziert. Transference schürt gekonnt eine albtraumartige Atmosphäre, bleibt spielerisch aber doch leicht hinter den Erwartungen zurück.

Die Spurensuche beginnt im Haus der Familie Hayes in Boston. Schnell wird klar, dass wir uns in einer Art Matrix befinden: Ein Grafik-Glitch verhindert, dass wir die Wohnung betreten. Erst durch den Wechsel in eine andere Dimension - wie, soll hier nicht verraten werden - finden wir die passende Türklinke. Das schiefgegangene Experiment hat die Familienmitglieder offenbar in unterschiedliche Instanzen der Bewusstseinssimulation eingesperrt: In Raymonds Version ist die Wohnung ein Labor voller Computer und Kabel, in Katherines Version ähnelt sie einem Gefängnis - und Benjamins Bewusstsein haust in einer Zwischenwelt aus Monstern und Spielzeug. Um den Geschehnissen auf den Grund zu gehen, wechseln wir immer wieder die Ebene, transportieren Gegenstände hin und her, lösen Rätsel und schauen die Video-Logs, die Raymond, Katherine und Benjamin hinterlassen haben. Dabei stellt sich heraus, welch ein gewalttätiger Tyrann der ach so vorbildliche Familienvater eigentlich war - und dass er sein Experiment ohne jegliche Rücksicht auf Verluste vorantrieb.

Transference ist auch dank des großartigen Sounddesigns eine intensive und aufwühlende Erfahrung. Das Haus strotzt nur so vor Details und ist immer wieder für Überraschungen gut: Hinter Türen sind plötzlich Wandregale, Treppenhäuser schrauben sich ins Unendliche, selbst Familienfotos ändern ihr Motiv. Der eine oder andere Jump Scare ist da fast schon unnötig und irgendwann auch voraussehbar. Logik- und Kombinationsrätsel sind rar und auch nicht besonders anspruchsvoll; die meiste Zeit sucht man nach fehlenden Gegenständen. Transference mag atmosphärisch zum Besten gehören, was VR derzeit zu bieten hat. Spielerisch wäre aber mehr drin gewesen - und auch die Spieldauer hätte gerne etwas länger ausfallen können.

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Für Rift, Vive, und PSVR. Preis: 25 Euro. Auch ohne VR-Brille spielbar.

Astro Bot: Rescue Mission - VR-Platformer voller Überraschungen

Die Spiele Moss und Lucky's Tale haben gezeigt, wie gut sich Puzzle-Platformer für VR eignen: Die Level wirken sehr plastisch und lassen sich aus der Draufsicht hervorragend erkunden. Mit dem PSVR-Exklusivtitel Astro Bot: Rescue Mission liefert das Sony Japan Studio nun das bislang überzeugendste Jump'n'Run für VR ab. Astro Bot ist ein Spin-off des Koop-Games Robots Rescue, das 2016 als Teil der Minispiel-Sammlung The Playroom VR erschien. Astro Bot ist zwar "nur" ein Singleplayer-Game, hat es aber in sich: Rund sechs bis acht Stunden dauert die Kampagne, die 52 abwechslungsreiche Level umfasst. Die Geschichte des Spiels ist schnell erzählt: Bei einem Angriff auf ihr Raumschiff werden knuffige Miniroboter in die Weiten des Weltraums versprengt, der mutige Astro Bot rettet seine Blechkumpane nach und nach von diversen Planeten. Wir selbst helfen dem kleinen Racker aus der Riesenperspektive - und werden dabei tief ins Geschehen hineingezogen.

Es ist vor allem der enorme Abwechslungsreichtum, der das Spiel auszeichnet. Astro Bot turnt über Baustellen und durch den Dschungel, taucht zwischen Riffs hindurch und fährt auf Loren durch Lavahöhlen. Der kleine Racker hüpft und gleitet über kurze Distanzen, schlägt feindliche Kopffüßler mit der Eisenfaust k. o. und befreit nebenbei die Kollegen, die sich versteckt halten oder an gefährlichen Orten festsitzen. Wir helfen ihm, indem wir mit dem Dualshock-Controller Seile spannen, Felswände einreißen oder Pflanzen bewässern, über deren Blätter Astro Bot dann hüpft. Das Räumlichkeitsgefühl ist deutlich stärker als in den meisten anderen VR-Games: zum Beispiel, wenn wir uns vorbeugen, um Astro Bot um eine Ecke herum im Blick zu behalten. Oder wenn wir dem Winzling helfen, per Seil über einen Abgrund zu balancieren. Auch die Bosskämpfe - zum Beispiel gegen einen Riesengorilla oder einen Oktopus - sind äußerst unterhaltsam. Sie lassen sich allerdings nur freischalten, wenn man genügend Roboter pro Planet befreit hat. Die bunte, comicartige Grafik des Spiels (USK 6) ist kindgerecht. Aber auch Jump'n'Run-Veteranen der Mario-Frühzeit dürften in Astro Bot knackige Herausforderungen finden.

Für PSVR. Preis: 40 Euro

Karnage Chronicles - Koop-Rollenspiel mit großem Potenzial

Fantasy-Rollenspiele sind in VR deutlich unterrepräsentiert. Klar, es gibt Chronos und Skyrim VR, doch darüber hinaus hat die Entwickler-Community noch keine vollwertigen RPGs abgeliefert. Das könnte sich ändern, wenn die Nordic Trolls so weitermachen wie bisher: Das Indie-Studio mit norwegischen Wurzeln und Sitz in China arbeitet derzeit an Karnage Chronicles, und die Early-Access-Version des Spiels kann sich wahrlich sehen lassen. Zwar gibt es erst einen kompletten Dungeon zu erkunden, doch überzeugt das Spiel bereits mit einer brillanten Grafik (auf Basis der Unreal Engine 4), einer präzisen Steuerung und sinnvollen Designentscheidungen - zum Beispiel einem Inventar, dessen Slots sich schnell und unkompliziert belegen lassen. Schon jetzt können zwei Spieler gemeinsam übers Internet zocken, ein Online-Koop-Modus für bis zu vier Spieler wurde inzwischen veröffentlicht.

Im Early Access für Rift, Vive und Windows Mixed Reality. Preis: 25 Euro

The Persistence - als Klon durch dunkle Flure

Wir bleiben im Weltraum und beim Shooter-Genre. The Persistence ist Roguelike-Survival-Horror in schwach beleuchteten, teils klaustrophobisch engen Raumschiff-Eingeweiden - also genau das Richtige für Fans von Dead Space, Doom 3 oder Alien: Isolation. Eine Seuche hat die Besatzung des Raumschiffs in blutdürstige Mutanten verwandelt, wir selbst wurden nach unserem Ableben vom Bordcomputer geklont, um die Situation unter Kontrolle zu bringen. Mit wenig Munition und Lebensenergie erkunden wir die Gänge, Hallen und Labore, immer auf Angriffe aus dem Dunkel gefasst. Schleichen ergibt Sinn, auch um den Mutanten hinterrücks DNA extrahieren zu können, die der Bordcomputer für weitere Analysen benötigt. Wer stirbt, wird per Blitz-Klonung an den Anfang zurückversetzt, darf aber seine Ausrüstung behalten. Allerdings wird das Raumschiff jedes Mal prozedural generiert, so dass man sich ständig neu orientieren muss. Gespielt wird The Persistence mit dem Dualshock4-Controller, das Spiel dauert zwischen acht und zehn Stunden. Ein zweiter Spieler kann sich per Companion App einklinken und Hilfestellungen geben. Alleine macht der VR-Grusel aber am meisten Spaß.

Für PSVR. Preis: 30 Euro

The Well - schlankes Rollenspiel, tolle Grafik

Die Oculus Go ist seit Mai 2018 im Handel. Eines der besten Spiele für die Standalone-VR-Brille ist The Well - ein Fantasy-RPG, das schon im vergangenen Jahr auf der Gear VR debütierte. Entwickler sind die kalifornischen Turtle Rock Studios, die früher vor allem AAA-Titel produzierten (Left 4 Dead, Evolve), sich inzwischen aber auch mit VR-Titeln einen Namen gemacht haben (Face Your Fears, Blade Runner 2029: Replicant Pursuit). In The Well durchstreifen wir als Krieger, Magier, Druide oder Gauner die Fantasy-Welt Tholl und bekämpfen das Böse, das sich auszubreiten droht. The Well spielt sich aus der First-Person-Perspektive, bietet aber keine volle Bewegungsfreiheit - stattdessen ziehen wir von Feld zu Feld. Es gibt Haupt- und Nebenquests, die Dialoge bestehen meist aus Texten, bei den rundenbasierten Kämpfen steuern wir unsere Gefährten mit. Das größte Plus dieses gerade mal rund fünfstündigen Rollenspiels ist seine tolle Atmosphäre, die vor allem dem Künstler Justin Cherry zu verdanken ist.

Für Oculus Go und Gear VR. Preis: 5 Euro

Museum of Symmetry - Erkundungstrip ohne Regeln 
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busaku 10. Okt 2018

Ich bin erschrocken, wie schlecht die Qualität einiger Titel im Oculus Store sind. Wobei...

Robert.Mas 09. Okt 2018

Naja, du kannst die Touch-Controller ja auch jederzeit mit einer der zahlreichen...

Cypher 09. Okt 2018

sieht da auch vielversprechend aus. Kabellose VR mit guter Auflösung und 6Dof Bewegung in...

OhgieWahn 09. Okt 2018

Alles was ich will ist ein vollwertiges X-Wing VR Mission. Keine Ahnung wie oft ich diese...


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