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VR im Journalismus: So nah, dass es fast wehtut

Journalismus verschmilzt mit virtueller Realität: Die Emblematic Group versucht, den Zuschauer so nah an das Geschehen wie möglich zu führen - und schafft dafür eigens virtuelle Umgebungen.

Artikel veröffentlicht am ,
Eine Szene aus einem der VR-Projekte der Emblematic Group
Eine Szene aus einem der VR-Projekte der Emblematic Group (Bild: Emblematic Group)

Zu sehen ist ein Avatar in orangefarbener Häftlingskleidung. Er sitzt in einem ansonsten dunklen Raum, äußerst unbequem, Arme nach hinten verschränkt. Von draußen dringen zunächst nur gedämpfte Geräusche herein. Dann ertönt plötzlich eine Stimme aus dem Off, befiehlt dem Häftling immer wieder: "Aufstehen!" und "Hinsetzen!" Das erklärte Ziel des Journalismus sei es, den Leser und Zuschauer so nah wie möglich an das Geschehen heranzubringen, sagte James Pallot von der Emblematic Group auf der Re:publica 2015.

Inhalt:
  1. VR im Journalismus: So nah, dass es fast wehtut
  2. Hilfestellungen und Tränen der Zuschauer

Und es klingt etwas wie eine Rechtfertigung für sein Projekt: Begebenheiten, Nachrichten, Vorfälle setzt seine Emblematic Group in virtuelle Realität um. Und bringt sie dem Zuschauer so nah, dass es fast wehtun könnte.

Vielleicht sind es die gewählten Sujets, die etwas Sensationsheischendes haben. Begonnen hat das Projekt 2011 mit einer Nachstellung der Haftbedingungen und der Folter der Gefangenen im Lager Guantanamo. Der kurze Clip für VR-Brillen basiere auf den bei Wikileaks veröffentlichten Protokollen, versicherte Pallot. Als Vorlage habe auch Videomaterial von der Folter Gefangener im Irak gedient.

Szenen mit CGI

Das Projekt Immersed Journalism will klassischen Journalismus mit aktueller VR-Technik vereinen. Die Macher verwenden Computer Generated Images (CGI), holen ihre Vorlagen und Texturen und Renderings aus dem Netz, um virtuelle Welten nachzubilden. Gesichter, Körper und Bewegungen werden eingescannt. Als Vorlage nennt Pallot die sogenannten Dokumentarspiele, in denen historische Begebenheiten möglichst realitätsnah nachgebildet werden.

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Denn Journalismus ist auch der Wahrheit verpflichtet. Hier zeigt sich jedoch, wie schwierig es sein kann, wahre Begebenheiten in die virtuelle Realität umzusetzen. Denn die Stimme aus dem Off, die dem Häftling Befehle erteilt, musste von einem Schauspieler eingesprochen werden, wie Pallot zugibt.

Hilfestellungen und Tränen der Zuschauer 
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NeoTiger 06. Mai 2015

Ich habe schon seit einigen Jahren das Gefühl, dass die Realität, über die unsere...


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