VPN-Security: Passwörter knacken für 200 US-Dollar

Mit einem Cloud-Dienst sollen sich innerhalb von 24 Stunden MS-CHAPv2-Passwörter knacken lassen, die mit DES verschlüsselt sind. Dazu werden 48 integrierte Schaltkreise, sogenannte FPGAs, verwendet.

Artikel veröffentlicht am ,
Mit Cloudcracker lassen sich DES-verschlüsselte MS-CHAPv2-Passwörter auslesen.
Mit Cloudcracker lassen sich DES-verschlüsselte MS-CHAPv2-Passwörter auslesen. (Bild: Screenshot: Golem.de)

Cloudcracker nennt sich der Dienst, den Sicherheits- und Kryptografieexperte Moxie Marlinspike zur Verfügung stellt. Für 200 US-Dollar lassen sich damit beispielsweise Passwörter knacken, die zur Authentifizierung im VPN-Protokoll MS-CHAPv2 verwendet werden. Microsoft setzt das Protokoll unter anderem auf seinem Windows Server 2008 ein.

Stellenmarkt
  1. Cloud-Engineer (m/w/d)
    Deutsche Bundesbank, Frankfurt am Main
  2. Anwendungsbetreuer (m/w/d) für den Bereich IT / Krankenhausinformationssyste- me (KIS)
    RehaZentren Baden-Württemberg gGmbH, Stuttgart
Detailsuche

Für das Protokoll MS-CHAPv2 werden Passwörter mit DES verschlüsselt. DES gilt seit 1999 als unsicher. Dennoch werde die veraltete Verschlüsselung noch häufig in PPTP-VPNs und auch in WPA2-Enterprise-Umgebungen eingesetzt. Deshalb hätten die Entwickler noch mal genauer hingesehen, schreibt Marlinspike in seinem Blog. Microsoft habe das MS-CHAPv2 zwar sicherer gemacht, allerdings bleibe immer noch die Möglichkeit des 1999 beschriebenen Angriffs.

Geknackt in weniger als 24 Stunden

Zusammen mit dem Unternehmen Pico-Computing hat Marlinspike einen Server zusammengestellt, der mit 48 programmierbaren FPGAs ausgestattet ist. Jedes FPGA stellt 40 Einheiten bereit, die parallel mit 450 MHz Taktfrequenz arbeiten. Damit sollen pro FPGA 18 Milliarden Schlüssel pro Sekunde verarbeitet werden können. Ein DES-Schlüssel soll sich auf dem Server demnach in maximal 23 Stunden knacken lassen. Durchschnittlich soll es einen halben Tag dauern.

Um den Clouddienst mit einem DES-Schlüssel zu füttern, muss er erst aus dem Datenverkehr zwischen Client und Server herausgefiltert werden. Dazu stellen die Entwickler das Werkzeug Chapcrack bereit, welches das Netzwerk nach MS-CHAPv2-Handshakes durchsucht. Chapcrack generiert daraus die entsprechenden Informationen, die der Cloudcracker-Dienst benötigt.

Besser mit Zertifikat

Golem Karrierewelt
  1. AZ-500 Microsoft Azure Security Technologies (AZ-500T00): virtueller Vier-Tage-Workshop
    30.01.-02.02.2023, virtuell
  2. IPv6 Grundlagen: virtueller Zwei-Tage-Workshop
    19./20.12.2022, virtuell
Weitere IT-Trainings

Chapcrack wird mit dem gecrackten MD4-Hash gefüttert. Damit lässt sich dann per VPN einloggen oder der Datenverkehr des Benutzers abgreifen.

Von IPSEC-PSK als Alternative rät Marlinspike indes ab. Es sei noch unsicherer als PPTP, denn dort müsste immerhin der Datenverkehr abgehört werden, um an die für Cloudcracker benötigten Informationen zu kommen. IPSEC-PSK hingegen liefert Hashes an jeden aus, der versucht, sich per VPN einzuloggen. Nur eine Authentifizierung per Zertifikat sei gegenwärtig sicher, schreibt Marlinspike. Damit bleibe entweder OpenVPN oder aber IPSEC mit Zertifikat statt im PSK-Modus.

Marlinspike hat seinen MS-CHAPv2-Crack zusammen mit David Hulton auf der diesjährigen Black-Hat-Konferenz 2012 vorgestellt.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


nick75 01. Aug 2012

Nun, so weit würde ich mich nicht aus dem Fenster lehnen. Ich könnte mir schon...

S0M30N3 01. Aug 2012

"Von IPSEC-PSK als Alternative rät Marlinspike indes ab. Es sei noch unsicherer als PPTP...

__destruct() 01. Aug 2012

Stimmt. Dankeschön. *thumbs up* Da war ich wohl zu blöd zum lesen ...

Go4theQ 01. Aug 2012

Ja das ist brute force. Aber: Es wird die Verbindung kurz mitgeschnitten und gespeichert...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Paramount+ im Test
Paramounts peinliche Premiere

Ein kleiner Katalog an Filmen und Serien, gepaart mit vielen technischen Einschränkungen. So wird Paramount+ Disney+, Netflix und Prime Video nicht gefährlich.
Ein Test von Ingo Pakalski

Paramount+ im Test: Paramounts peinliche Premiere
Artikel
  1. Sicherheit: FBI ist zutiefst besorgt über Apples neue Verschlüsselung
    Sicherheit
    FBI ist "zutiefst besorgt" über Apples neue Verschlüsselung

    Das FBI könnte mit Apples Advanced Data Protection seinen wichtigsten Zugang zu iPhones verlieren. Doch dafür muss die Funktion von Nutzern aktiviert werden.

  2. Ghost Story Games: Umstrittener Bioshock-Entwickler stellt Judas vor
    Ghost Story Games
    Umstrittener Bioshock-Entwickler stellt Judas vor

    Ken Levine (Bioshock) gilt als genialer Designer, aber als problematischer Chef. Nun hat er sein neues Actionspiel Judas vorgestellt.

  3. Witz über große Brüste: Gefeuerter Apple-Manager ist weiter schockiert
    Witz über große Brüste
    Gefeuerter Apple-Manager ist weiter schockiert

    Apple habe ihn gedemütigt und seinen Ruf geschädigt: Der frühere Apple Vice President hält seine Kündigung wegen eines schlechten Witzes für ungerechtfertigt.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • Gaming-Monitore -37% • Asus RTX 4080 1.399€ • PS5 bestellbar • Gaming-Laptops & Desktop-PCs -29% • MindStar: Sapphire RX 6900 XT 799€ statt 1.192€, Apple iPad (2022) 256 GB 599€ statt 729€ • Samsung SSDs -28% • Logitech Mäuse, Tastaturen & Headsets -53% [Werbung]
    •  /