Abo
  • Services:

VP9: Googles neuer Videocodec

In Kürze will Google die finale Version des neuen freien Videocodecs VP9 veröffentlichen. Dieser soll besser als H.264 sein, wird an dessen Nachfolger H.265 aber wohl nicht heranreichen.

Artikel veröffentlicht am , Hanno Böck
Konferenzgebäude der Google I/O in San Francisco
Konferenzgebäude der Google I/O in San Francisco (Bild: Justin Sullivan/Getty Images)

Eine erste Testversion von Googles neuem Videocodec VP9 befindet sich bereits im Chrome-Browser, die Veröffentlichung der finalen Version und den Bitstream-Freeze hat Google für den 17. Juni 2013 angekündigt. Damit läutet das Unternehmen eine neue Runde im Kampf der Videocodecs ein. Während Googles Codec frei von Patenten und die Nutzung kostenlos sein soll, setzt die MPEG-LA mit H.265 auf einen patentierten Codec, für den Lizenzzahlungen fällig sind.

Stellenmarkt
  1. August Beck GmbH & Co. KG, Winterlingen
  2. BSH Hausgeräte GmbH, Traunreut

Vor drei Jahren hatte Google die Firma On2 gekauft und die Technologie des Codecs VP8 unter einer freien Lizenz veröffentlicht. Der Codec VP8 blieb jedoch weit hinter den Erwartungen zurück. Das lag nicht zuletzt daran, dass sich in unabhängigen Tests schnell zeigte, dass VP8 im Vergleich zum weit verbreiteten Videocodec H.264 nur mangelhafte Qualität lieferte. In den Entwicklerlabors arbeitete Google deshalb seit einiger Zeit an einem Nachfolger.

Auf der Google-I/O-Konferenz hat Google nun einige Details zum neuen Videocodec verraten. Nach Angaben der Google-Entwickler benötigt dieser bei gleicher Qualität eine deutlich geringere Bitrate als H.264. Google hat selbst ein großes Interesse daran, die Datenrate von Webvideos zu reduzieren, denn sie sind einer der größten Kostenpunkte und auch eine Hürde beim Ausbau von Youtube.

Ein Vergleich mit dem H.264-Nachfolger H.265, der im Januar von der Internationalen Fernmeldeunion (Itu) unter dem Namen HEVC als Standard veröffentlicht wurde, gestaltete sich nach Angaben der Google-Entwickler als schwierig. Denn bislang gibt es nur wenige Produkte, die H.265-Videos erstellen können. Mit dem Referenzencoder bot H.265 leicht bessere Ergebnisse als VP9, dieser war laut den Google-Testern allerdings so langsam, dass er im Praxisgebrauch kaum einsetzbar ist.

Google hofft, dass sich VP9 schnell verbreitet. Der Videocodec soll gemeinsam mit dem Audiocodec Opus im Dateiformat WebM zum Einsatz kommen. Opus wurde im vergangenen Jahr von der IETF standardisiert.

Auch wenn H.265 geringfügig bessere Ergebnisse liefert, glaubt Google, dass sich VP9 durchsetzt, weil der Codec ohne Lizenzzahlungen genutzt werden kann. Entscheidend wird sein, ob Nutzer von VP9 befürchten müssen, wegen der Verletzung von Patenten verklagt zu werden. Die MPEG-LA, die hinter den patentierten Konkurrenzcodecs H.264 und H.265 steht, hat in der Vergangenheit immer wieder angekündigt, gegen freie Videocodecs wie Theora oder VP8 vorzugehen, da diese zahlreiche Patente verletzten. Dazu kam es jedoch nie.

Im März hatte sich dann Google mit der MPEG-LA auf einmalige Lizenzzahlungen geeinigt. Diese decken nicht nur die Nutzung durch Google ab, auch andere Softwareentwickler können VP8 kostenfrei nutzen. Zwar bestritt Google die Patentansprüche der MPEG-LA weiterhin, jedoch wollte man mit diesem Schritt Nutzern von VP8 die Sicherheit geben, dass sie von Patentverfahren verschont bleiben. Die Vereinbarung mit der MPEG-LA deckt auch die Nutzung des Nachfolgers VP9 ab.

Unklar ist allerdings noch, ob andere Patentinhaber gegen Google vorgehen könnten. So hat etwa Nokia angekündigt, es besitze Patente, die VP8 beträfen. Ob Nokia ähnliche Patentansprüche gegen VP9 geltend macht, wird möglicherweise entscheidende Auswirkungen darauf haben, wie erfolgreich VP9 sein wird.



Anzeige
Top-Angebote
  1. 389€ (Vergleichspreis 488€)
  2. 99,99€ + USK-18-Versand (Die Bestellbarkeit könnte sich jederzeit ändern bzw. kurzfristig...
  3. 587,37€ für Prime-Mitglieder (Vergleichspreis 696,11€)
  4. 529€ (Bestpreis!) - Das Galaxy Tab E erhalten Sie im Rahmen der Superdeals-Aktion von Samsung.

Lala Satalin... 06. Jun 2013

Ja, ich schaue mal ob ich auch was für den Firefox finde, da ich wieder zum Firefox...

Lala Satalin... 05. Jun 2013

Ich denke nicht, dass das was wird. Über so ein JavaScript-Gefrickel ein Videocodec zu...

Lala Satalin... 05. Jun 2013

H264 Baseline ist zum Beispiel ein Realtime-Profil.

Lala Satalin... 05. Jun 2013

Nenn mir bitte mal ein Smartphone oder Mediaplayer, der kein MP3 kann. Das ist ja wohl...

bofhl 05. Jun 2013

Was bitte faselst du da? "Standardisierung" und "demokratischen Gremium"? Wo bitte genau...


Folgen Sie uns
       


Monster Hunter World vs Generations Ultimate Gameplay

Gameplay von den Spielen Monster Hunter World und Monster Hunter Generations Ultimate, das im Splittscreen verglichen wird.

Monster Hunter World vs Generations Ultimate Gameplay Video aufrufen
Grafikkarten: Das kann Nvidias Turing-Architektur
Grafikkarten
Das kann Nvidias Turing-Architektur

Zwei Jahre nach Pascal folgt Turing: Die GPU-Architektur führt Tensor-Cores und RT-Kerne für Spieler ein. Die Geforce RTX haben mächtige Shader-Einheiten, große Caches sowie GDDR6-Videospeicher für Raytracing, für Deep-Learning-Kantenglättung und für mehr Leistung.
Ein Bericht von Marc Sauter

  1. Tesla T4 Nvidia bringt Googles Cloud auf Turing
  2. Battlefield 5 mit Raytracing Wenn sich der Gegner in unserem Rücken spiegelt
  3. Nvidia Turing Geforce RTX 2080 rechnet 50 Prozent schneller

iPhone Xs, Xs Max und Xr: Wer unterstützt die eSIM in den neuen iPhones?
iPhone Xs, Xs Max und Xr
Wer unterstützt die eSIM in den neuen iPhones?

Apples neue iPhones haben neben dem Nano-SIM-Slot eine eingebaute eSIM, womit der Konzern erstmals eine Dual-SIM-Lösung in seinen Smartphones realisiert. Die Auswahl an Netzanbietern, die eSIMs unterstützen, ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz aber eingeschränkt - ein Überblick.
Von Tobias Költzsch

  1. Apple Das iPhone Xr macht's billiger und bunter
  2. Apple iPhones sollen Stiftunterstützung erhalten
  3. XMM 7560 Intel startet Serienfertigung für iPhone-Modem

Segelflug: Die Höhenflieger
Segelflug
Die Höhenflieger

In einem Experimental-Segelflugzeug von Airbus wollen Flugenthusiasten auf gigantischen Luftwirbeln am Rande der Antarktis fast 30 Kilometer hoch aufsteigen - ganz ohne Motor. An Bord sind Messinstrumente, die neue und unverfälschte Daten für die Klimaforschung liefern.
Ein Bericht von Daniel Hautmann

  1. Luftfahrt Nasa testet leise Überschallflüge
  2. Low-Boom Flight Demonstrator Lockheed baut leises Überschallflugzeug
  3. Elektroflieger Norwegen will elektrisch fliegen

    •  /