Voyager 2: Was die Voyager-Daten von 1986 über den Uranus verraten

Im Jahr 1986 ist die Raumsonde Voyager 2 der US-amerikanischen Raumfahrtbehörde Nasa am Uranus vorbeigeflogen. Die gesammelten Daten lösten damals ein wissenschaftliches Rätsel über Uranus aus, das von einem internationalen Forschungsteam(öffnet im neuen Fenster) nun, fast 40 Jahre später, wohl gelöst wurde.
Die Daten deuteten nicht darauf hin, dass Uranus eine signifikante innere Hitze vorzuweisen hat. Das widerspricht jedoch dem wissenschaftlichen Verständnis von Riesenplaneten.
Wärmefluss der Riesenplaneten
Unter Verwendung jahrzehntelanger Beobachtungen von Raumsonden und Computermodellen fand das Forschungsteam heraus, dass Uranus 12,5 Prozent mehr Wärme abgibt, als er durch Sonnenlicht erhält. Damit verliert er immer noch die übrig gebliebene Wärme aus seiner frühen Geschichte – wenn auch nur langsam.
Diese Erkenntnis soll der Fachwelt dabei helfen, mehr über die Ursprünge von Uranus und seine Evolution im Laufe der Zeit zu verstehen. Die Entdeckung steht im Einklang mit einer unabhängigen Studie, die von einer Forschungsgruppe(öffnet im neuen Fenster) unter der Leitung der Universität Oxford durchgeführt wurde.
Die innere Wärme des Uranus ist schwächer als die der anderen Riesenplaneten im Sonnensystem. Aufgrund ihrer internen Wärmequellen geben Riesenplaneten wie Jupiter, Saturn und Neptun weitaus mehr Wärme ins Weltall ab, als sie vom Licht unserer Sonne erhalten. Dieser Wärmefluss, besonders der hemisphärische Durchschnittswert, liegt laut dem Forschungsteam bei ungefähr 100 Prozent – wobei er je nach Jahreszeit und Sonnennähe etwas schwankt.
Uranus: Den Lösungen einen Schritt näher gekommen
Die Forschungsgruppe fand zudem heraus, dass sich das Energieniveau von Uranus mit seinen langen, etwa 20 Jahre andauernden Jahreszeiten ändert. Diese saisonalen Veränderungen werden wahrscheinlich durch die außermittige Umlaufbahn des Planeten und die geneigte Drehung verursacht.
Die Methoden und Theorien des Teams sind überprüfbar und können damit auch für die Erforschung der Strahlungsenergie anderer Planeten innerhalb und außerhalb unseres Sonnensystems angewendet werden. Die Erkenntnisse könnten zum Beispiel für die Flaggschiff-Mission der Nasa zur Umlaufbahn und Sondierung von Uranus wichtig sein. Eine solche Mission zum Uranus und Neptun wurde als höchste Priorität für das Jahrzehnt 2023 bis 2032 eingestuft.
Zur Studie
Die Studie wurde am 14. Juli 2025 in der Fachzeitschrift AGU (Advancing Earth and Space Sciences) veröffentlicht: Internal Heat Flux and Energy Imbalance of Uranus(öffnet im neuen Fenster) (Interner Wärmestrom und Energieungleichgewicht des Uranus).