Reparaturmarkt kratzt an den Umsätzen der Hersteller

Im Schnitt nutzen deutsche Verbraucher alle zwei Jahre ein neues Smartphone. Wenn die Nutzungsdauer der Geräte dank Reparaturen und Upgrades verlängert werden kann, entgeht jedoch den Herstellern Geräte-Umsatz. Der Smartphone-Markt gilt als gesättigt, seit 2016 kämpft etwa Apple mit Absatzrückgängen. Entsprechend haben die Smartphone-Hersteller selbst großes Interesse daran, den Reparaturmarkt zu dominieren. Ein Bericht aus Australien verweist darauf, dass Google auch als Hersteller der Smartphones Google Nexus und Google Pixel ein eigenes Interesse daran hat, einen höheren Marktanteil im Reparaturgeschäft zu erzielen. Für seine Smartphones bietet Google einen Reparaturdienst und Reparaturhinweise an.

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In den USA und Kanada arbeitet es dafür mit einer Reparaturdienst-Kette zusammen. In den USA sind mittlerweile in 20 Bundesstaaten Gesetzesverfahren in Gang gebracht worden, die Verbrauchern mehr Rechte in Sachen Reparatur einräumen sollen. Apple, das eine sehr strikte Reparaturpolitik verfolgt, indem es zum Beispiel durch eine spezielle Verschraubung verhindert, dass Nutzer die Batterien von Geräten nicht selbst wechseln können, soll sich massiv gegen den Vorstoß aussprechen.

Doch auch mit Geschäftsdeals versucht Apple den Reparaturmarkt zu beeinflussen: Mit Amazon einigte sich Apple laut Vice darauf, dass auf dem führenden Online-Marktplatz keine "unautorisiert" aufgearbeiteten Apple-Geräte verkauft werden sollen.

Google veröffentlichte überdies seine Reparatur-Richtlinie einen Monat, bevor es sich mit Apple im Rahmen eines 12 Milliarden US-Dollar schweren Vertrags darauf einigte, dass die Google-Suche auf Apple-Geräten für ein weiteres Jahr die Standardsuche bleiben soll. Laut einem Bericht von Fortune generiert Apple für Google massiv Traffic. Absatzeinbrüche bei Apple wirken sich damit bei Google unmittelbar umsatzmindernd aus.

Runder Tisch: Reparatursektor wichtig für Klimaschutz

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Für Christine Ax, Vorstandsmitglied des Runden Tisches Reparatur, ist klar: "Google greift mit seinem Vorgehen massiv in den Markt für Reparaturen ein und gefährdet die Existenz unabhängiger Reparaturbetriebe." Sie sieht darin auch "eine Katastrophe für den Klimaschutz". Denn ohne den Reparatursektor könnten weder das Klima geschützt noch die Ressourcenschutzziele erreicht werden. Der Runde Tisch Reparatur weist zudem darauf hin, dass die Existenz der freien Reparaturwerkstätten prekär ist. Im vergangenen Jahr unterstützte er die Beschwerde eines Mitglieds beim Bundeskartellamt, das nachweisen konnte, dass Werkstätten Ersatzteile gar nicht oder nur zu überhöhten Preisen erhalten. Das Vorgehen von Google sei nun ein "weiterer Angriff auf die Existenz unabhängiger Reparaturwerkstätten", da er dazu beitrage, "das Monopol der Hersteller auf dem Reparaturmarkt durchzusetzen".

Mit seinem Vorgehen begebe sich Google in die Rolle des Marktregulierers beziehungsweise lasse sich von den Herstellern instrumentalisieren, kritisiert der Runde Tisch. "Wenn Google fast nur noch Werbung von Herstellern, Partnerbetrieben und einigen wenigen Unternehmen schaltet, findet ganz eindeutig eine Wettbewerbsverzerrung statt", sagt Christine Ax. Es gebe keinen Beleg dafür, dass es in der Reparaturbranche mehr "schwarze Schafe" gibt als in anderen Branchen. Untersuchungen der Stiftung Warentest konnten überdies nicht belegen, dass die Vertragspartner der Hersteller in Deutschland besser arbeiten als freie Werkstätten. In Deutschland sei der Anteil an Meistern und Technikern in dieser Branche sehr hoch.

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 Vorwurf von Reparaturbetrieben: Google schadet Klimaschutz durch Werbeblockade
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FreiGeistler 27. Jun 2019

Du bist nicht Kunde von Google, sondern Unternehmen. Und die lassen sich gerne mit...

FreiGeistler 27. Jun 2019

Wäre mir neu, dass sich Zerschlagungen nach der Verfügbarkeit von Altwrnativen richtet...

FreiGeistler 27. Jun 2019

Nö. Dass die Phone-Produktion ökologisch sehr teuer ist, war schon lange bekannt. Noch...

Clown 26. Jun 2019

Ich sehe das anders. Aber der Reihe nach... Zum einen ist "Geiz ist geil Gesellschaft...



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