Vorwurf der üblen Nachrede: Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Tesla-Werksleiter
Die Staatsanwaltschaft Frankfurt an der Oder ermittelt nach einer Strafanzeige der IG Metall gegen André Thierig, den Werksleiter von Tesla in Grünheide bei Berlin . "Es wurde ein Ermittlungsverfahren wegen übler Nachrede eingeleitet" , erklärte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Frankfurt an der Oder der Deutschen Presse-Agentur dpa.
Parallel dazu hat die Gewerkschaft beim Arbeitsgericht Frankfurt an der Oder eine einstweilige Verfügung beantragt, um Thierig "die weitere Verbreitung falscher Behauptungen zu untersagen" . Zudem bereite die Gewerkschaft eine Klage gegen Tesla vor, weil das Unternehmen die Gewerkschaftsarbeit behindert haben soll.
Hintergrund der Anzeige sind Aussagen Thierigs, wonach ein Gewerkschaftssekretär eine Betriebsratssitzung am 10. Februar 2026 im Tesla-Werk aufgezeichnet und damit eine Straftat begangen haben soll . Thierig hatte dies in einer E-Mail an die Beschäftigten behauptet. Tesla erstattete deswegen Strafanzeige, die Staatsanwaltschaft Frankfurt an der Oder nahm anschließend die Ermittlungen dazu auf
Die Staatsanwaltschaft hat das Notebook beschlagnahmt
Die Ermittlungsbehörden beschlagnahmten das Notebook, mit dem die Aufnahme gemacht worden sein soll. IG-Metallsekretär Markus Sievers erklärte Golem, dass die Polizei die Notebook-Daten auswerten könne, um sich davon zu überzeugen, dass keine Aufnahme der Sitzung auf dem Notebook gemacht worden sei.
Vom Tesla-Werksleiter hieß es hingegen, dass es "mehrere Dutzend Zeugen" gebe, vor denen der IG-Metall-Vertreter geäußert habe, "dass er angeblich vergessen habe, sein Mikrofon abzustellen" . Bevor Tesla die Polizei gerufen hatte, habe der Beschuldigte nach Angaben der Gewerkschaft keine Möglichkeiten gehabt, die Vorwürfe zu entkräften.
IG Metall widerspricht den Angaben von Tesla
Die Gewerkschaft wies die Vorwürfe von Tesla mehrfach zurück. Nach Einschätzung der IG Metall sind die Vorwürfe ein Versuch, die im März 2026 anstehende Betriebsratswahl in Grünheide zu beeinflussen. "Wir werden nicht zulassen, dass Tesla mit diesem Angriff auf die Demokratie im Betrieb durchkommt. Unser Interesse ist, dass das von Tesla initiierte Strafverfahren gegen einen IG-Metall-Beschäftigten schnell abgeschlossen wird" , sagte der Bezirksleiter Berlin-Brandenburg-Sachsen, Jan Otto.
"Um die Ermittlungen zu beschleunigen und sich besser gegen die von Tesla verbreiteten falschen Vorwürfe wehren zu können, hat der IG-Metall-Kollege über seine Anwälte den Ermittlungsbehörden angeboten, mit seinem Passwort den Laptop für sie zur Durchsicht zu öffnen" , erklärte die Gewerkschaft. Damit wolle die Gewerkschaft sicherstellen, "dass die Ermittlungsergebnisse vor der Betriebsratswahl Anfang März vorliegen" .
"Dann können sich die Beschäftigten selbst ein Bild davon machen, wer die Wahrheit und wer die Unwahrheit sagt" , ergänzte die IG Metall.
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