Vorwürfe von Helen Toner: Sam Altman soll eine "toxische Atmosphäre" geschaffen haben
Sam Altman ist als CEO von ChatGPT-Entwickler OpenAI das Gesicht des KI-Hypes, aber im vergangenen Jahr hatte er seinen Posten für knapp eine Woche kurzzeitig verloren . Nun hat das ehemalige Vorstandsmitglied Helen Toner im Ted-AI-Podcast(öffnet im neuen Fenster) über die Hintergründe des Führungsstreits gesprochen.
Altman war im November 2023 unerwartet als Chef von OpenAI abgelöst worden. Der CEO sei nicht ehrlich mit dem Vorstand gewesen, hieß es damals ohne weitere Erklärungen - was zu vielen Spekulationen über die Gründe führte.
Als einer der Auslöser des Führungsstreits gilt ein Paper(öffnet im neuen Fenster) , bei dem Helen Toner Mitautorin war. "Sam fing damit an, andere Vorstandsmitglieder anzulügen, um mich aus dem Vorstand zu drängen" , sagt Toner in dem Interview. Sie sagt allerdings auch, dass die Bedeutung des Streits um das Paper in den Medien überbewertet wurde.
Die Kommunikation zwischen CEO und Vorstand war davor offenbar schon länger schlecht. Laut Toner war man nicht über den überraschenden Launch des Chatbots ChatGPT im Dezember 2022 informiert worden, der Vorstand erfuhr über Twitter(öffnet im neuen Fenster) davon.
Sam Altman war unehrlich und manipulativ
Der Druck, der letztendlich zu Altmans Rückkehr führte, ging von der Belegschaft von OpenAI aus. Diese drohte mit Massenkündigungen und der Abwanderung zu Microsoft .
Toner wirft Altman Lügen und Manipulationen und das Schaffen einer "toxischen Atmosphäre" vor. Angestellte hätten teils aus Angst vor ihrem Chef gehandelt. Beschäftigte seien mit Berichten über "psychologischen Missbrauch" auf den Vorstand zugekommen. Sie führt auch Altmans Entlassung bei Y Combinator(öffnet im neuen Fenster) als Beispiel an.
Öffentliche Kritik dieser Art ist an OpenAI bislang selten. Allerdings sorgte erst kürzlich das Bekanntwerden einer äußerst strikten Verschwiegenheitserklärung für Irritationen . OpenAI will diese nun anpassen.
"Wir sind enttäuscht, dass Frau Toner diese Fragen immer wieder aufgreift" , sagte der neue Vorstandsvorsitzende(öffnet im neuen Fenster) Bret Taylor in einer Reaktion. Ein unabhängiger Ausschuss habe die Ereignisse vom November bereits "umfassend untersucht" , über 95 Prozent der Mitarbeiter hätten die Wiedereinsetzung Altmans als CEO und den Rücktritt des vorherigen Vorstands gefordert.
OpenAI-Sicherheitsforscher gehen zur Konkurrenz
Zuletzt verließen einige hochrangige Beschäftigte OpenAI, darunter der Chefwissenschaftler Ilya Sutskever , der sich schnell von seiner Beteiligung am Umsturzversuch distanzierte.
Im Interview spricht Toner erneut über die Notwendigkeit einer Regulierung von sogenannter künstlicher Intelligenz. Auch in diesem Bereich scheint es Uneinigkeit bei OpenAI gegeben zu haben.
Der KI-Forscher Jan Leike hat nach seinem Abschied von OpenAIs bereits einen neuen Arbeitgeber(öffnet im neuen Fenster) gefunden. Er wird beim Konkurrenten Anthropic die Leitung eines Sicherheitsteams übernehmen, dessen Aufgabenbereich dem des aufgelösten Technikfolgenteams von OpenAI stark ähnelt.
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