Auch die EU-Kommission soll Ermittlungen aufnehmen
Auch die in Washington ansässige Rechtsanwaltskanzlei Migliaccio & Rathod LLP hat eigene Untersuchungen aufgenommen, um die Spionagepraktiken von Linkedin rechtlich zu würdigen(öffnet im neuen Fenster). Es wird außerdem allgemein damit gerechnet, dass in Kürze auch die EU-Kommission Ermittlungen gegen die Microsoft-Tochter aufnehmen wird.
Linkedin musste bereits im Jahr 2024 aufgrund des Digital Services Acts (DSA) der EU-Kommission Rede und Antwort stehen und wurde im gleichen Jahr wegen Verstößen gegen die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) von der irischen Datenschutzkommission (DPC) zu einer Strafzahlung von 310 Millionen Euro verurteilt(öffnet im neuen Fenster).
Das meint der Autor dazu:
Exzessive Datenerhebungen zum Ausspähen von ahnungslosen Anwendern, wie sie Linkedin vorgeworfen werden, müssen dringend unterbunden werden. In den vergangenen Jahren wurden neben der Geldstrafe der irischen Datenschutzkommission mehrere weitere Verfahren gegen das Karrierenetzwerk wegen ähnlicher Vorfälle im Bereich des Datenschutzes angestrengt oder sind noch anhängig.
Beobachter können sich des Eindrucks nicht erwehren, dass solche unseriösen Geschäftspraktiken bei dem zum Microsoft-Konglomerat gehörenden Unternehmen zumindest nicht aktiv unterbunden werden. Es drängt sich angesichts der zahlreichen Verfehlungen in den letzten Jahren vielmehr der Eindruck auf, dass solche Praktiken zum festen Repertoire des US-Unternehmens gehören.
Darüber können auch schwammige Formulierungen in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen oder Datenschutzbestimmungen nicht hinwegtäuschen. Daher sollten die zuständigen Gerichte, aber auch nationale wie transnationale Behörden diesem Treiben ein Ende setzen – notfalls auch mit sehr schmerzhaften Geldstrafen.
Erik Bärwaldt arbeitet seit mehr als zwei Jahrzehnten als IT-Consultant und schreibt regelmäßig für mehrere IT-Zeitschriften und Webseiten.
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