Vorstandsvorsitzender: Telekom-Chef Höttges zehn Jahre in Konzernführung

Polternd, strategisch und irgendwie sympatisch: Tim Höttges ist zehn Jahre in der Konzernführung der Telekom und eines ist sicher: Langweilig wird es mit ihm nie.

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Tim Höttges als Christkind
Tim Höttges als Christkind (Bild: Deutsche Telekom / Screenshot Golem.de)

Der Vorstandschef der Deutschen Telekom, Tim Höttges, führt den Konzern seit zehn Jahren. Das gab das Unternehmen am 2. Januar 2024 in einem Glückwunschvideo bekannt. Der 61-Jährige, der sich vor zwei Jahren für eine Vertragsverlängerung bei dem Netzbetreiber bis Ende 2026 verpflichtet hatte, ist ein fesselnder Redner, der bisweilen auch für impulsive Äußerungen steht. Golem.de berichtete etwa im Februar 2018, als Höttges ankündigte, seinen Konkurrenten "die Lichter auszublasen".

Die Aktie des größten Netzbetreibers Deutschlands legte unter seiner Führung um 80 Prozent zu. Das Team der Telekom steht loyal hinter seinem Boss, die Telekom gewinnt Preise als Arbeitgeber. Sein schöpferisches, bisweilen aber auch als anstrengend empfundenes Führungsmotto lautet: "Ich bin nie zufrieden." In der Konzernführung entscheidet Höttges fast immer von grundsätzlichen Zielen aus und sagte selbstbewusst: "Wir machen keine schlechten Deals."

Höttges wichtigster Erfolg dürfte die Übernahme von Sprint im Jahr 2021 von der japanischen Softbank für 26,5 Milliarden US-Dollar gewesen sein. Der Mobilfunkbetreiber trägt inzwischen wesentlich zum Gewinn der Telekom bei, hatte aber auch die Verschuldung des Konzerns erheblich gesteigert. Ein weiteres Highlight: Höttges hat noch als Finanzchef den damals schwerfälligen und schlechten Kundendienst in einen meist schnellen und effektiven Dienstleister umgewandelt.

Die Beteiligung an der BT Group hat Höttges als seinen "bisher größten Fehler" bezeichnet. "Ich will mein Geld zurück", sagte er im Februar 2023. Er bedauere den Vertrag aus dem Jahr 2015, als man eine Beteiligung von 5,6 Milliarden Pfund an British Telecommunications gewählt hatte. Der Netzbetreiber verlor seither fast 4 Milliarden Pfund an Wert.

Höttges schwingt den Magenta-Hammer

Gegenüber den USA und der Bundesregierung hat Höttges sich als eigenständiger Kopf behauptet und ein Verbot des Ausrüsters Huawei zusammen mit anderen Netzbetreibern bislang praktisch verhindert. Höttges hält sich an die technischen Fakten: Beweise für Hintertüren in den Produkten von Huawei gibt es weiter nicht.

Zum Thema AfD legt er sich fest: "Die Telekom tritt ein für eine Gesellschaft, in der Vielfalt und Inklusion selbstverständlich sind. Rassismus, Sexismus und Diskriminierung haben bei uns keinen Platz."

Jahrelang hatte Höttges sein Vectoring-Netz gegen FTTH verteidigt und Kritiken daran wütend abgetan. Doch das ist Vergangenheit. Jetzt formulierte er in einem Weihnachtsvideo: "Mein absolutes Lieblingsprojekt: Glasfaser in jede Hütte." Dabei droht er der Konkurrenz mit dem magentafarbenen Hammer und ruft: "Wir versorgen alle!"

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