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Vorstand: Telekom holt Ex-1&1-Versatel-Chef für Glasfaserkooperationen

Die Telekom will beim Glasfaserausbau nun mit anderen Betreibern zusammenarbeiten. Dafür wurde der frühere Chef von 1&1 Versatel Johannes Pruchnow in den Vorstand geholt.

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Johannes Pruchnow
Johannes Pruchnow (Bild: Telefónica O2)

Die Deutsche Telekom hat den früheren 1&1-Versatel-Chef Johannes Pruchnow als Vorstandsbeauftragten für Breitbandkooperation in Deutschland in die Konzernführung geholt. Das gab das Unternehmen am 30. November 2016 bekannt. Pruchnow war auch Chef der Telefónica Deutschland und Vizepräsident des Breko (Bundesverband Breitbandkommunikation) sowie im Präsidium im VATM (Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten).

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Telekom-Konzernchef Timotheus Höttges sagte: "Wir setzen bewusst auf jemanden ohne Telekom-Vergangenheit, der dennoch unsere Branche und ihre zum Teil schwierigen Rahmenbedingungen sehr gut kennt. Wir sehen Johannes Pruchnows Berufung auch als Signal an unsere Wettbewerber, dass wir das zuletzt schwierige Verhältnis verbessern wollen."

Telekom will plötzlich Zusammenarbeit bei Glasfaser

Die Telekom wolle die Zusammenarbeit vor allem dort verbessern, wo sie nicht selbst ausgebaut hat, "um unseren Kunden auch in diesen Gebieten zukünftig leistungsfähige Dienste und Services anzubieten", sagte Niek Jan van Damme, Landeschef der Telekom Deutschland. Pruchnow solle im Topmanagement der Telekom koordinieren und die Kooperationen mit anderen Marktteilnehmern schließen.

FTTH-Netzwerke amortisieren sich nach 25 Jahren, was nicht ins Geschäftsmodell der Telekom passt. Die Telekom hat sich aus dem Glasfaserausbau bis auf einige wenige Projekte zurückgezogen. Bruno Jacobfeuerborn, Technikchef der Deutschen Telekom, sagte im April 2016, das Kerngeschäft sei "FTTC und Vectoring, also der Glasfaserausbau bis zu den grauen Kästen am Straßenrand, sowie mit FTTH in Neubaugebieten." Angaben zur Anzahl seiner Fiber-To-The-Home-Anschlüsse macht der Netzbetreiber weiterhin nicht, Vectoring wird beschönigend als Glasfaser bezeichnet. Die noch kleine Kabelnetzsparte der Telekom hatte im Juni bereits 155.000 Kunden. Dort wird die Glasfaser bis ans Haus verlegt (Fiber To The Building) und im Gebäudeinneren auf Koaxialverkabelung gesetzt. Die Telekom ist der größte Investor in den Festnetzausbau in Deutschland.

Kürzlich hatte die Telefónica ebenfalls eine Zusammenarbeit gefordert: Die unabhängige, kooperative Gesellschaft Fibreco solle ein bundesweites Gigabit-Netz bis 2030 realisieren und möglichst schnell eine flächendeckende Versorgung sicherstellen.

Bisher hatte der spanische Konzern in Deutschland den Vectoring-Kurs der Telekom mitgetragen, der nur einen Ausbau im Bereich FTTC (Fiber To The Curb) vorsieht, um einen günstigen Zugang dort, wo die Telekom aktiv ist, zu erhalten.

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