Vorschlag: Bund will Tech-Unternehmen für DMA-Kontrolle zahlen lassen

In der EU gelten jetzt striktere Regeln für große Onlineplattformen. Die Kosten für die Kontrolle des DMA sollen die Tech-Konzerne selber tragen.

Artikel veröffentlicht am , /dpa
Bestimmte Tech-Unternehmen unterliegen innerhalb der EU nun speziellen Regelungen.
Bestimmte Tech-Unternehmen unterliegen innerhalb der EU nun speziellen Regelungen. (Bild: Jonathan Raa via Reuters Connect)

Große Tech-Konzerne wie Alphabet, Amazon, Apple, Meta oder Microsoft sollen einer Idee der Bundesregierung folgend künftig selbst für die Kosten der Kontrolle des Digital Market Acts (DMA) aufkommen. Das geht aus einem sogenannten Non-Paper der Bundesregierung hervor, das am 7. März 2024 bekannt wurde (PDF).

Die Erhebung von Aufsichtsgebühren sei auf EU-Ebene bei der Bankenaufsicht der Europäischen Zentralbank und bei der Beaufsichtigung von Rating-Agenturen bereits gängige Praxis, heißt es in dem Text, über den das Portal Politico zuerst berichtete. Auch das zweite wichtige Digitalgesetz, der Digital Services Act (DSA), sehe auf europäischer Ebene eine Aufsichtsabgabe für Anbieter sehr großer Onlineplattformen und sehr großer Onlinesuchmaschinen vor.

In der Europäischen Union gelten seit dem 7. März 2024 mit dem DMA striktere Regeln für große Onlineplattformen, die einen Machtmissbrauch verhindern sollen. Die EU-Kommission machte bisher 22 Dienste von sechs Unternehmen als sogenannte Gatekeeper aus, für die die neuen Vorgaben gelten.

EU ist einzige Durchsetzungsinstanz des DMA

Die Bundesregierung verweist nun darauf, dass die Europäische Kommission die einzige Durchsetzungsinstanz des DMA sei. "Sie muss nicht nur alle Gatekeeper benennen, sondern auch die Einhaltung der Vorschriften in Bezug auf alle ihre zentralen Plattformdienste überwachen."

Die Kommission müsse daher über alle erforderlichen Ressourcen in Bezug auf Personal, Fachwissen und finanzielle Mittel verfügen. "Zum gegenwärtigen Zeitpunkt sind die Ressourcen der Kommission jedoch sehr begrenzt, während wir beobachten können, dass die Gatekeeper mit beispiellos großen Teams von Juristen sowie wirtschaftlichen und technischen Experten arbeiten."

Um die Verfügbarkeit der für die wirksame Durchsetzung des DMA erforderlichen Ressourcen zu gewährleisten, könnte die Europäische Kommission zusätzliche finanzielle Mittel benötigen, heißt es in dem Text weiter. "Eine Quelle könnten Überwachungsgebühren sein, die im Rahmen des DMA für Gatekeeper eingeführt werden."

Um die Tech-Konzerne für die Überwachung des DMA zur Kasse zu bitten, müsste der Digital Market Acts verändert werden. In dem bisherigen Gesetzestext sind entsprechende Gebühren nicht vorgesehen.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Brantner, Notz, Hartmann und Lindholz
Warum Huawei Schuld an Cisco Webex und Taurus haben muss

Ein deutscher General scheint mit der sicheren Nutzung von Cisco Webex überfordert. Für deutsche Politiker ist die Lösung ein Verbot chinesischer 5G-Technologie. Wie bitte?
Ein IMHO von Achim Sawall

Brantner, Notz, Hartmann und Lindholz: Warum Huawei Schuld an Cisco Webex und Taurus haben muss
Artikel
  1. Ukrainekrieg: Drohnen als Repeater werden von Mutterschiffen ausgesetzt
    Ukrainekrieg
    Drohnen als Repeater werden von Mutterschiffen ausgesetzt

    Das ukrainische Militär hat einen Weg gefunden, die Reichweite seiner Kamikaze-Drohnen zu verdoppeln.

  2. E-Bikes und E-Scooter: Debatte nach tödlichen Akkubränden in Großbritannien
    E-Bikes und E-Scooter
    Debatte nach tödlichen Akkubränden in Großbritannien

    Elf Menschen sind im vergangenen Jahr in Großbritannien durch brennende Akkus von E-Bikes und E-Scootern gestorben. Nun werden Konsequenzen gefordert.

  3. Frankreich: Russische Onlinekampagne soll Bettwanzenproblem aufbauschen
    Frankreich
    Russische Onlinekampagne soll Bettwanzenproblem aufbauschen

    Gibt es in Frankreich wirklich eine weit verbreitete Bettwanzenplage? Der Regierung zufolge hat Russland das Problem "künstlich verstärkt".

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    • Daily Deals • MindStar: PowerColor Hellhound RX 7900 XTX 889€, Corsair 64 GB DDR5-6000 179€ • MediaMarkt: Wochenendknaller und Android Weeks • Amazon: Notebooks im Angebot • DENON AVR-X2800H + Home 150 599€ • PS5 Slim mit Laufwerk 449€ • Corsair MM200 Extended 19,99€ • TCL 50" QLED 369€ [Werbung]
    •  /