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Vorschlag aus China: Asteroidenabwehr mit Atombomben

Chinesische Forscher schlagen den Einsatz von Nuklearsprengkörpern zur Abwehr von großen Asteroiden vor.
/ Patrick Klapetz
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KI-generierte Illustration einer Explosion zur Asteroidenabwehr (Bild: Pixabay)
KI-generierte Illustration einer Explosion zur Asteroidenabwehr Bild: Pixabay

Bedrohliche Asteroiden auf dem Weg zur Erde könnten mit einer Detonation aufgehalten und eine Kollision mit der Erde verhindert werden, sofern genügend Vorwarnzeit vorhanden sei. Das erklärte eine chinesische Forschungsgruppe in einer Studie(öffnet im neuen Fenster).

Einige der Felsen könnten mit einschlagenden Raumsonden abgelenkt oder gesprengt werden. Allerdings sei das bei Objekten mit einer Größe von über 100 Metern keine praktikable Lösung. Herkömmliche kinetische Aufprall- oder langfristige Kraftablenkungsmethoden brächten nicht genügend Kraft für die Gefahrenabwehr auf.

Zwei atomare Methoden

Entsprechend stellte die China Academy of Launch Vehicle Technology den Einsatz von nuklearen Sprengkörpern mit zwei Methoden vor.

Die erste Methode beschreibt eine einfache Aufpralldetonation: Der Marschflugkörper soll auf die Oberfläche des Asteroiden aufschlagen, um einen flachen Krater zu erzeugen, in dem ein nuklearer Sprengkörper gezündet wird.

Die zweite Methode sieht eine Detonation nach vorheriger Aushöhlung vor, bei der mithilfe eines Eindringgeräts zunächst ein tiefer Krater geschaffen wird. Anschließend wird der nukleare Sprengkopf gezündet, um eine tiefe Detonation im Inneren des Asteroiden zu erzeugen.

Modellierung und Einsatz

Bei den Modellierungen wurden das Leistungspotenzial einer Trägerrakete, die Geschwindigkeit des Aufprallraumfahrzeugs sowie Änderungen der Geschwindigkeit des Asteroiden berücksichtigt. Zudem wurden beide Methoden mithilfe existierender Bedrohungsasteroiden simuliert. Die angenommene Vorwarnzeit reichte von einem Jahr bis zu 20 Jahren.

Sofern genügend Zeit zur Vorbereitung und Durchführung vorhanden sei, wäre die Methode mit der Sprengung unter der Asteroidenoberfläche die bessere Variante, heißt es in der Studie. Dieses Verfahren dauere zwar länger, könne den Kraterort beim Vorbeiflug jedoch autonom auswählen und tief in den Asteroiden hineindringen. Die Detonation aus dem Inneren würde eine stärkere Energiekopplung entfachen.

Dadurch könnte man Asteroiden mit einer Größenordnung von etwa 100 Metern zerstören. Asteroiden mit einer Größe von bis zu einem Kilometer könnten mit einer Geschwindigkeitsänderung von etwa 1 m/s innerhalb von ungefähr 60 Tagen abgedrängt werden.

Variablen sind das Problem

Die erste Methode könnte allerdings schneller gestartet werden, weil sie weniger komplex sei. Jedoch sei der Einschlagort zufällig, die Energiekopplung schwach und die Anforderungen an die Schlagfestigkeit des nuklearen Sprengkörpers sowie der Zeitpunkt der Detonation seien nicht variabel. Bei realen Missionen müsste zudem die Zusammensetzung des Asteroiden berücksichtigt werden. Bei einem Trümmerhaufen müsste wahrscheinlich ein anderer Ansatz verfolgt werden als bei einem Körper aus massivem Gestein.

Offen bleibt, ob die erzeugten Bruchstücke nach dem Einschlag eine Gefahr darstellen und ob der nukleare Sprengkopf sicher in den Weltraum gebracht werden kann.

Die Forschungsgruppe schlägt vor, die Methode mit dem flachen Einschlag zur Notfallabwehr bei einem riesigen vorbeiziehenden Asteroiden und einer extrem kurzen Vorwarnzeit einzusetzen. Bei allen anderen Fällen plädiert das Forschungsteam für die zweite Variante.

Zur Studie

Die Forschungsarbeit wurde am 18. Mai 2026 in der Fachzeitschrift Space: Science and Technology veröffentlicht: Analysis of Defense Technology for Large-Sized Near-Earth Asteroids(öffnet im neuen Fenster).


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