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Vorschau: Transport Fever 3 rückt Simulation in den Mittelpunkt

Mehr Simulation statt nur Gewinnmaximierung: Das Aufbauspiel Transport Fever 3 überarbeitet Wirtschaft, Städtewachstum und Kampagne.
/ Peter Steinlechner
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Artwork von Transport Fever 3 (Bild: Urban Games)
Artwork von Transport Fever 3 Bild: Urban Games

Mit Transport Fever 3 will das Schweizer Entwicklerstudio Urban Games(öffnet im neuen Fenster) seine Aufbaureihe neu ausrichten. Das Grundprinzip bleibt: Spieler verbinden Städte und Industrien über Straße, Schiene, Wasser und Luft und bauen ein funktionierendes Verkehrsnetz.

Der dritte Teil verschiebt den Fokus jedoch weg vom reinen Geldverdienen hin zu einem komplexeren Simulationssystem. "Geld ist nur noch einer von vielen wichtigen Faktoren" , erklärten die Entwickler bei einer Präsentation, an der auch Golem teilnahm.

Städte reagieren künftig auf Lärm, Umweltveränderungen und Verkehrsführung. Wachstum hängt damit nicht länger ausschließlich von effizienten Lieferketten ab, sondern auch davon, wie sehr Infrastruktur die Lebensqualität beeinflusst.

Zentral dafür ist ein überarbeitetes Warensystem. Güter bewegen sich nicht mehr weitgehend automatisch durch das Netzwerk, stattdessen lässt sich deren Ziel gezielt festlegen. "Ihr könnt jedes einzelne Stück Fracht steuern" , beschreibt das Studio den Ansatz.

Lagerhäuser dienen als echte Umschlagspunkte zwischen Verkehrsträgern und ermöglichen detailliertere Logistikplanung sowie größere Transportknotenpunkte.

Der Fuhrpark wächst auf über 290 Fahrzeuge aus der Zeit von 1900 bis 2030. Neu sind unter anderem Fracht-Straßenbahnen und Helikopter für die Offshore-Industrie. Die Straßenbahnen sollen in Innenstädten weniger Lärm und Emissionen verursachen als Lkw-Verkehr.

Zusätzlich simuliert das Spiel Städte und Bewohner umfassender als die Vorgänger: Bedürfnisse verändern sich mit der Zeit und Entscheidungen wirken sich direkt auf Bevölkerungswachstum und Stadtstruktur aus. Vier Klimazonen verändern Bau und Streckenführung, darunter ist erstmals eine subarktische Region.

Wetter und Tageszeiten

Neben dem klassischen Tycoon-Modus bleibt ein freier Sandbox-Modus ohne finanzielle Zwänge erhalten. Karten lassen sich weiterhin frei erstellen oder aus realen Höhenkarten generieren.

Auch ein Tag-Nacht-Wechsel und Wetter werden ergänzt, haben allerdings nur optische Wirkung. Gleichzeitig soll der Einstieg einfacher sein, etwa durch klarere Systeme und eine stärker geführte Kampagne.

Die Kampagne umfasst acht Szenarien, die lose an historischen Ereignissen orientiert sind, etwa am Mardi-Gras-Karneval um 1900 oder am Woodstock-Festival. Statt historischer Genauigkeit heißt es laut Studio "Gameplay first" .

Einzelne Missionen führen neue Mechaniken ein, darunter KI-Konkurrenz, spezielle Zielbedingungen und sogar Stealth-artige Aufgaben. Die finale Mission soll sich um Raumfahrt drehen und funktionieren, ohne Zeit vorzuspulen.

Technisch basiert der Titel weiterhin auf der hauseigenen Engine, die seit über zehn Jahren weiterentwickelt wird. Transport Fever 3 soll 2026 gleichzeitig für Windows-PC, Playstation 5 und Xbox Series X/S erscheinen, inklusive plattformübergreifender Mods.

Das Projekt wird komplett selbst finanziert und veröffentlicht. Die Entwicklung dauerte rund sechs Jahre und hatte etwa 24 Millionen US-Dollar Budget. Für das vergleichsweise kleine Studio war das ein ungewöhnlich großes Vorhaben.

Der seit 2019 erhältliche Vorgänger verkaufte sich plattformübergreifend über zwei Millionen Mal und lebt bis heute von seiner Mod-Community mit zehntausenden Erweiterungen.


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