Vorschau Kinofilme 2018: Lara, Han und Player One

Im dritten Teil seiner Cloverfield -Reihe möchte uns Produzent J.J. Abrams erneut ein ganz anderes Setting zeigen als in den Vorgängern. Unlängst auf April 2018 verschoben, war der US-Kinostart ursprünglich schon für Februar 2017 geplant. Über die Rahmenhandlung von God Particle, so der frühere Arbeitstitel, ist trotzdem nur wenig bekannt. Die Erde ist nach einem Teilchenbeschleuniger-Experiment verschwunden, ein Astronautenteam an Bord einer Raumstation plötzlich ganz alleine im ehemaligen Orbit. Und dann nähert sich wie aus dem Nichts ein unbekanntes Raumschiff - eine vielversprechende Prämisse, wenn sie denn so stimmen sollte. Gerade bei seinem lose verbundenen Cloverfield-Universum hat J.J. Abrams in der Vergangenheit gerne überrascht oder mit mysteriösen Viralkampagnen für Aufmerksamkeit gesorgt. Wir sind 2018 auch auf einige andere Nerdfilme gespannt, die teils ganz neuen Stoff bearbeiten, oft aber auf Bewährtes zurückgreifen.
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Der dystopische Roman Fahrenheit 451 aus dem Jahr 1953 ist schon einmal verfilmt worden - und zwar von Regie-Meister François Truffaut. Auch Kurt Wimmers Equilibrium (2002) mit Christian Bale ist stark an das bekannte Buch angelehnt, in dessen Welt selbstständiges Denken geächtet wird und insbesondere der Besitz von Büchern unter Androhung von Strafe verboten ist. Kein Wunder, dass der HTTP-Statuscode für Zensur ausgerechnet 451 lautet. Seit Jahrzehnten plant Hollywood eine moderne Neuverfilmung, der Fernsehsender HBO setzt das Vorhaben mit Michael B. Jordan und Michael Shannon in den Hauptrollen 2018 endlich in die Realität um.

James Cameron ist als Regisseur noch auf Jahre mit seinen Avatar -Nachfolgern beschäftigt, die Rückkehr nach Pandora erfolgt jedoch erst 2020. Als Produzent und Drehbuchautor trägt er dennoch schon 2018 Neues zum Sci-Fi-Genre bei. Unter der kreativen Leitung des CGI-affinen Robert Rodriguez soll Battle Angel Alita vom Manga/Anime zum actionreichen Realfilm werden. Der Trailer erinnert stilistisch an Ghost in the Shell von 2017, wenn auch die Welt interessanter wirkt. Noch mehr sind uns in der kurzen Vorschau jedoch die digitalen Glubschaugen der Heldin aufgefallen. Im Juli wissen wir mehr, Alita: Battle Angel erscheint am 20.07.

Im Film Zoe wollen Wissenschaftler Liebesbeziehungen gezielt mit Technologie optimieren. In Replicas versucht ein trauernder Vater, seine verstorbene Familie mit Hilfe von Roboterkörpern und ähnlichem High-Tech zurück in sein Leben zu holen. Beide Filme haben noch keinen deutschen Starttermin, aber Drehbuchideen mit Potenzial. Die Komödie Downsizing ist in Amerika schon im Rennen um einen Golden Globe für Hong Chau als beste Nebendarstellerin. Bei uns startet der Film über die Möglichkeit, Menschen beträchtlich zu verkleinern und so in Miniaturwelten kosteneffizienter leben zu lassen, erst Mitte Januar.
Han war kurzzeitig wieder solo
Wie der obligatorische Star-Wars -Film des Jahres 2018 heißen wird, ist selbstredend längst in Stein gemeißelt - trotz zwischenzeitlichem Neustart der Dreharbeiten nach kreativen Differenzen und Auswechslung der beiden ursprünglichen Regisseure. Oscar-Gewinner Ron Howard soll das Spin-Off Solo: A Star Wars Story rund um die Abenteuer von Han (Alden Ehrenreich) als Jungspund pünktlich am 24. Mai in die Kinos bringen. Wir schlagen vor, das Ganze auf den 4. Mai vorzuverlegen, frei nach dem Tagesmotto "May the fourth be with you" .

Für Februar freuen wir uns auf den neuen Science-Fiction-Film von Alex Garland, dem schon mit seinem Regie-Debüt Ex Machina ein kleines Meisterwerk gelang. Diesmal stammt das Drehbuch nicht komplett von ihm selbst, er wagt sich an eine Romanadaption. Auslöschung mit Natalie Portman in der Hauptrolle könnte - nach dem Trailer zu urteilen - das Arrival des Jahres 2018 werden.

Der erste namhafte Reboot 2018 hat auch schon ein Datum. Lara Croft hüpft, schießt und stöhnt sich ab dem 15. März nach längerer Abstinenz wieder im Tanktop über die Leinwand. Davon konnten wir uns bereits anhand des ersten Trailers überzeugen - besagtes Stöhnen inklusive, denn das war nicht nur ein billiger Witz von uns. Noch sind wir unsicher, ob wir der häufig etwas kühl wirkenden Alicia Vikander die Hauptrolle in Tomb Raider abnehmen werden. Die nötigen Muskeln hat sie sich auf jeden Fall schon antrainiert.

Wir können uns nicht vorstellen, dass irgendein Fan des Arcade-Spiels von 1986 (oder einem der Nachfolger bis 2006) ernsthaft danach gefragt hat, es ist aber die Wahrheit und auch dazu gibt es schon einen Trailer. Rampage wird am 10. Mai 2018 als momentan noch höchst generisch wirkender Riesenmonster-Actionfilm in die Kinos kommen. Gerade jüngere Zocker dürften bei diesem Titel auch dann noch fragend mit den Achseln zucken.
Den Abschluss unserer Jahresvorschau macht Steven Spielbergs Ready Player One , aus vielfacher Hinsicht ein mit Spannung erwartetes Projekt. Seine Verfilmung zeigt die heruntergekommene Welt des Science-Fiction Bestsellers von Ernest Cline, in der die meisten Menschen auf regelrechten Schrottplätzen leben und ihre Realität deswegen fast gänzlich in das Onlinespiel OASIS verlagert haben - selbstverständlich komplett immersiv dank VR-Headsets. Das Setting ist reizvoll, nicht zuletzt wegen seiner vielen Popkultur-Anspielungen. Laut Ready Player One basieren die meisten noch überlieferten Geschichten der Menschheit im Jahr 2045 auf Versatzstücken der Unterhaltungswelt sowohl aus unserer Zeit als auch der 80er und 90er Jahre. Dies spiegelt sich natürlich in den hochnostalgischen Spielwelt-Elemente von OASIS wieder. Spielberg hat im Übrigen betont, auf viele Referenzen an seine eigenen Filmklassiker verzichten zu wollen, da er sonst den Vorwurf der Eitelkeit gefürchtet hätte.

Dass er abgesehen davon nicht alle Gastauftritte und Easter Eggs der Vorlage in seinem Film auftauchen lassen kann, hat auch rechtliche Gründe. Deswegen tritt Es in der gleichnamigen Verfilmung auch am liebsten als Clown Pennywise auf, während der Seelenfresser in den Stephen-King-Romanen immer wieder gerne die Gestalten bekannter Filmmonster annimmt. In den bisherigen Trailern von Ready Player One konnten wir trotzdem schon genug Cameos wie den Gigant aus dem All, Chun-Li aus Street Fighter oder die DeLorean-Zeitmaschine aus Zurück in die Zukunft entdecken. Die insgesamt doch fast cartoonhafte Optik der computeranimierten Videospielewelt in der Vorschau hat uns stilistisch ein klein wenig enttäuscht. Was den Film an sich angeht, behalten wir aber trotz der hohen Erwartungshaltung angesichts der beliebten Romanvorlage vorsichtige Vorfreude - insgesamt ein treffendes Fazit für unseren Golem.de-Ausblick auf das Kinojahr 2018.



