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Vorschau Arc Raiders: Wenn Looten zur Überlebensfrage wird

Verhilft Arc Raiders den Extraction-Shootern zum Durchbruch? Unsere Solopartie hat jedenfalls sehr viel Spaß gemacht.
/ Peter Steinlechner
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Artwork von Arc Raiders (Bild: Embark Studios)
Artwork von Arc Raiders Bild: Embark Studios

Unsere Partie Arc Raiders endet, wie gute Spiele manchmal anfangen: mit einem Tod in letzter Sekunde. Schwer verwundet kriechen wir über den matschigen Boden eines Industriekomplexes, der Lebensbalken schrumpft schneller, als wir uns bewegen können.

Nur noch wenige Meter bis zum rettenden Aufzug, unser Rucksack ist voll mit seltenem Loot – aber dann setzt das Bild aus, der Bildschirm verblasst. Mission gescheitert, Beute verloren. Trotzdem: Es fühlt sich wie ein Sieg an, denn bis dahin hat Arc Raiders uns fest im Griff gehabt.

Das von Embark Studios entwickelte Spiel verbindet Third-Person-Shooter, Überlebenskampf und Erkundung. Eigentlich ist es als Multiplayer-Erlebnis konzipiert – aber die Solo-Option, die wir ausprobiert haben, steht dem kaum nach.

Unser Abenteuer beginnt in Speranza, einer unterirdischen Siedlung voller improvisierter Werkstätten, flackernder Neonröhren und müder Gesichter. Von hier aus brechen Raider an die Oberfläche auf, um Material, Waffen und Technikreste aus der zerstörten Welt zu bergen – und hoffen, lebend zurückzukehren.

Die Oberfläche liegt irgendwo im verfallenen Italien, im sogenannten Rust Belt, einer Region zwischen postindustriellem Schutt und exotischen Ruinen.

Kaum haben wir die staubige Straße betreten, meldet der Kompass ein Ziel: einen verlassenen Lastenaufzug. Also los – durch Pfützen, über Schrottberge, vorbei an stillgelegten Pizzerien.

Eine erste Begegnung endet fast tödlich, als ein Scharfschütze von einem Dach feuert. Wir schalten ihn aus und machen weiter, nun vorsichtiger, heilend mit improvisierten Spritzen und vorsorglich jede Motorhaube aufbrechend, um Öl und Metall zu finden.

Arc Raiders belohnt Sorgfalt und Besonnenheit. Die Kämpfe sind wuchtig, aber riskant: Schon eine kleine Drohne kann uns ernsthaft zusetzen, und ohne Deckung oder Fluchtplan endet fast jede Konfrontation abrupt.

Jeder Meter ist ein Risiko

Statt klassischer Missionen gibt es dynamische Aufträge der Händler von Speranza. Mal sollen wir Bauteile einer abgestürzten Maschine bergen, mal eine Zone sichern oder einfach so lange überleben, bis der Aufzug wieder funktioniert.

Der Weg dorthin führt uns durch ein Netz aus alten Bahnstrecken, gespenstischen unterirdischen Gängen und verstrahlten Industrieanlagen.

Überall lauern die Arc – Maschinenwesen in allen Größen, vom krabbelnden Spinnenroboter bis zum mehrbeinigen Stahlkoloss.

Besonders im Solomodus macht das ständige Abwägen zwischen Angriff und Rückzug den Reiz aus: Wir schleichen, spähen, nutzen Zip-Lines und improvisierte Granaten, bevor wir uns überhaupt trauen zu schießen.

Was Arc Raiders so spannend macht, ist weniger der reine Ballernervenkitzel, sondern das stetige Risiko, alles zu verlieren. Nur wer einen der Extraktionspunkte erreicht, darf seine Beute behalten.

Wer nicht überlebt, steht ohne Beute da. Genau das passierte uns am Ende: Stromerzeuger-Komplex durchsucht, Rucksack voller Teile, noch 47 Meter bis zum Ausgang, dann Angriff einer Drohne. Wir bluten, kriechen, fluchen – und verlieren in Sichtweite der Rettung. Ärgerlich, aber auch verdammt spannend!

Deshalb bleibt die Lust auf die nächste Runde. Denn die Welt von Arc Raiders fühlt sich dicht und greifbar an: verrostete Werbetafeln, glitzernde Pfützen, Musikfetzen aus kaputten Radios, im Hintergrund rumpelt ein Sturm.

Mit jedem Versuch entdecken wir neue Wege, Abkürzungen und Verstecke. Die Physik ist glaubwürdig, das Trefferfeedback stark, die Waffen fühlen sich roh und improvisiert an.

Was wir noch nicht ausprobiert haben, ist der Multiplayer: Gruppen aus bis zu drei Spielern können sich zusammenschließen, um größere Gebiete zu durchkämmen und sich gegenseitig abzusichern. Auch die sogenannten Expedition Projects, komplexere Aufträge mit höherem Risiko, waren in unserer Version noch gesperrt.

Selbst ohne diese Komponenten zeigt Arc Raiders aber schon jetzt, wie gut sich taktisches Looten und Erkunden verbinden lassen. Embark Studios hat eine Welt geschaffen, die nicht mit gigantischen Explosionen prahlt, sondern mit stiller Bedrohung.

Arc Raiders erscheint am 30. Oktober 2025 als Kaufspiel für Windows-PC (Steam, Epic Games Store und Microsoft Store – ab 40 Euro) sowie für Playstation 5 und Xbox Series X/S.


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