James Bond 007 – First Light: Plattformen und Termin
Schleichen, kämpfen, hacken, kombinieren. Ich teste die Q-Watch, manipuliere Systeme, nutze Rauch, Timing und Positionierung. Und genau das scheint Absicht zu sein: Die Entwickler setzen bewusst auf Systeme, die ineinandergreifen, auf Werkzeuge statt Skripte, auf Entscheidungen statt Vorgaben.
Ebenfalls spannend wird es im dritten Einsatz in Kensington, einem noblen Stadtteil von London. Schicke Klamotten, eine Gala – hier fühlt sich alles nach Die Another Day an, nur, dass ich hier am Abzug bin. Ich bewege mich durch eine Party, lenke Gäste ab, klaue Einladungen, suche nach Hinweisen.
Gleichzeitig liegt ständig eine unterschwellige Bedrohung in der Luft. Ein Schütze, ein Angriff aus dem Nichts, ein Sturz vom Dach. Die Übergänge zwischen ruhigen und hektischen Momenten sind fließend, fast schon elegant. Genau hier zeigt das Spiel, was es sein will: ein Bond-Erlebnis, das Kontrolle simuliert, aber auch Chaos zulässt.
Allerdings wird in diesen offenen Abschnitten auch deutlich, dass noch nicht alles perfekt sitzt. Die Ziele sind klar, der Weg dorthin manchmal weniger. Ich weiß, was ich tun soll, aber nicht immer sofort, wie das Spiel es sich konkret vorstellt.
Im Nahkampf geht es dann wieder um Timing, Paraden, Ausweichen. Die Prügeleien fühlen sich sehr durchchoreografiert an – mich erinnern sie an Batman Arkham Knight.
Anders als der dunkle Ritter kann ich allerdings Gadgets im Kampf einsetzen und den Gegnern etwa Aschenbecher oder Billardkugeln an den Kopf werfen; das funktioniert schön unkompliziert und fühlt sich spaßig an.
Bewegende Momente in First Light
Technisch macht das Spiel auf Basis der erweiterten Glacier Engine (Hitman) schon jetzt einen sehr stabilen Eindruck. Die Grafik ist schick, Animationen greifen sauber ineinander, und vor allem die Inszenierung trifft den Ton. Dieses Spiel versteht Bond nicht als unantastbaren Helden, sondern als jemanden, der improvisiert, Fehler macht und sich wieder herauskämpft.
Ganz ehrlich: An ein paar Stellen muss ich mir als alter Bond-Fan beim Spielen tatsächlich Tränen der Rührung aus den Augenwinkeln wischen, so stimmig und zugleich packend ist das Spiel gemacht – worum es dabei konkret geht, verrate ich aber aus Spoilergründen nicht.
Als ich den Controller am Ende aus der Hand lege, bin ich einigermaßen sicher: Mit First Light dürfte es demnächst endlich ein Bond-Spiel entstehen, das seinem Namen gerecht wird. Kein stumpfer Shooter, sondern ein interaktiver Spionagefilm. Das Spiel erscheint am 27. Mai 2026 für Playstation 5, Xbox Series X/S und Windows-PC sowie später im Sommer für Nintendo Switch 2.



