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Vorratsdatenspeicherung als Mittelstandskiller

So müssten Systeme zur sicheren Datenlöschung auf Basis der Schlüssellöschung erst gebaut werden, was aufwendig und teuer sei. Zudem seien die vorgeschlagenen Methoden "wenig praxistauglich". Die Bundesnetzagentur empfiehlt eine Schlüssellöschung "durch Löschen von Schlüsselreferenzen und Überschreiben von Schlüsseldateien (HSM), Vernichtung von Schlüsselobjekten (RAM) oder mechanische Vernichtung des Speichermediums (CD)". Die Anforderungen an Software und Protokolldaten gehen laut Eco ebenfalls über den heutigen Stand der Technik hinaus. Die Systeme müssten komplett neu entwickelt werden.

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Der Verband kritisiert zudem, dass es keinen vergleichbaren Anforderungskatalog für die abfragenden Behörden gibt: "Die bisherigen Erfahrungen vieler Anbieter mit den Behörden lassen eher befürchten, dass etwa wegen ungenauer zeitlicher Anfragen hunderte oder gar tausende dieser Datensätze weitestgehend ungesichert an die Behörden übermittelt werden, um dort nahezu vollkommen ungesichert abgespeichert zu werden." Wenn es keine Sicherheitsbestimmungen für die Behörden gebe, seien die Sicherheitsmaßnahmen auf Seiten der Unternehmen "nutzlos".

Anforderungen nach Firmengröße abstufen

Die "ganze Absurdität des Vorhabens" wird laut Eco auch deutlich, wenn man sich vor Augen führe, "dass absolut dieselben Daten wahrscheinlich eine ganze Zeit in den normalen Systemen der Carrier parallel vorhanden sein werden". Vor dem Hintergrund, dass Anbieter mit weniger als 10.000 Kunden sowie Unternehmen aus dem Geschäftskundensegment nur zwei bis drei Anfragen im Jahr erhielten, stehe der Nutzen in keinem Verhältnis zum "immensen Aufwand". "Die Einführung der Vorratsdatenspeicherung könnte sich rasant zum Mittelstandskiller entwickeln, denn sie birgt ein hohes Insolvenzrisiko, für das die Bundesnetzagentur bislang noch keinen praktischen Lösungsansatz geliefert hat", sagte Landefeld.

Um die finanziellen Auswirkungen für kleine Betriebe zu mindern, fordert der Verband ein abgestuftes Anforderungsprofil. Falls das nicht gewollt sei, sollten Anbieter mit weniger als 10.000 Kunden grundsätzlich als Härtefälle eingestuft werden. Dann müsse der Staat zumindest die Kosten für die Implementierung der Systeme immer übernehmen.

Erwartete Kosten sollen noch höher liegen

Bereits im vergangenen Jahr hatte Eco die Kosten für die Umsetzung der Vorratsdatenspeicherung auf rund 600 Millionen Euro beziffert. Die mehr als 2.000 mittelständischen Anbieter müssten demnach rund 80.000 Euro für die Vorratsdatenspeicherung aufbringen. Diese Kosten dürften nun noch um einiges überschritten werden, wobei der Verband auf Anfrage von Golem.de deren Höhe noch nicht beziffern konnte. In der jetzigen Stellungnahme sind zu den Kosten keine Zahlen genannt. Der Verband will zusammen mit dem Provider Spacenet zudem die Datenspeicherung vor dem Bundesverwaltungsgericht stoppen.

 Vorratsdatenspeicherung: Vorgaben übertreffen laut Eco "schlimmste Befürchtungen"
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SchreibenderLeser 03. Jul 2016

1. So eine Verpflichtung muss sich grundsätzlich mit positiven Gründen rechtfertigen...

ImBackAlive 24. Jun 2016

Die Prozente errechnen sich nach allen _gültig_ abgegeben Stimmen, die ungültigen fallen...

BLi8819 24. Jun 2016

Weil es keine Alternative gibt, die nicht irgendwann gegen ein eigenen Grundsatz verstö...

Snoozel 23. Jun 2016

Und deswegen ist die ganze VDS total sinnlos. Wer was zu verbergen hat kann das auch...

tingelchen 23. Jun 2016

Ich glaube du hast da was nicht verstanden. Ein hermetisch abgeriegelter raum? Was bringt...


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